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Fußball regional Bezirksliga: Wietzenbruch auf Suche nach Unbekümmertheit
Sport Fußball regional Bezirksliga: Wietzenbruch auf Suche nach Unbekümmertheit
16:34 16.11.2017
Mario Becker (rechts) empfängt mit dem SC Wietzenbruch die formstarke SG Scharmbeck-Pattensen. Kevin Schöneck (links) muss mit Eschede gegen Lindwedel-Hope dreifach punkten, um nicht den Anschluss zu verlieren Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

SC Wietzenbruch –

SG Scharmbeck-Pattensen

(Sonntag, 14 Uhr)

Dem Aufsteiger ist nach furiosem Saisonstart seine Unbekümmertheit verloren gegangen. Die jüngsten klaren und verdienten Niederlagen bei den Spitzenmannschaften Winsen und Elbmarsch ließen das Team von Trainer Stephan Bergmann endgültig im Liga-Alltag ankommen.

„Wir haben zwar eine erfahrene Truppe, aber man muss auch erkennen, dass uns gewisse Teams einiges an Qualität und Abgezocktheit voraushaben“, so der SCW-Trainer. „Wenn wir unter Druck geraten, ist unsere Fehlerquote einfach zu hoch. Und wenn man dann nur phasenweise guten Fußball spielt, reicht es eben nicht zu einem Punktgewinn“, fügt er an.

So scheint es sich tatsächlich zu bewahrheiten, dass die 21 Punkte, die die Wietzenbrucher bereits auf dem Konto haben, wirklich nur Zähler im Kampf gegen den Abstieg sind. „Andere Teams drängen von unten nach, deshalb müssen vor der Winterpause noch weitere Siege her“, fordert Bergmann.

Der Anfang dazu soll am Sonntag gemacht werden, wenn die SG Scharmbeck-Pattensen am Alten Kanal aufläuft. Das Team von Trainer Jörn Rathje hatte in der Vorwoche Spitzenreiter TSV Winsen (Luhe) mit einem 2:2 am Rand einer Niederlage. Als beste Akteure gelten Regisseur und Kapitän Sascha Damm sowie der schnelle Marc-Merlin Freitag. „Wir müssen wieder lernen über den Kampf zum Spiel zu kommen. Nur wenn wir uns zerreißen und über die volle Spielzeit unsere Leistung bringen, haben wir eine Chance die Punkte in Wietzenbruch zu behalten“, weiß SCW-Coach Bergmann.

TuS Eschede –

SV Lindwedel-Hope

(Sonntag, 14 Uhr)

Im Brunshagen kann man es drehen und wenden wie man will – wenn man nicht ganz den Anschluss ans rettende Ufer verlieren will, müssen am Sonntag einfach drei Punkte her. „Fußball ist nun mal ein Ergebnissport. Ein Sieg würde erheblich zur Beruhigung beitragen, ansonsten könnte die bald anstehende Weihnachtszeit in Eschede weniger besinnlich werden“, befürchtet Trainer Sven Ewert. Doch mit dem neuen Tabellenvierten SV Lindwedel-Hope trifft man auf ein sehr solides und spielstarkes Team, das in der Vorwoche Germania Walsrode mit 6:3 niederkämpfte. Mit Rghioui Ahmed haben die Gäste einen Torjäger in ihren Reihen, der bisher schon zwölfmal getroffen hat. „Der Aufsteiger aus dem Heidekreis hat schon einige beeindruckende Ergebnisse erzielt, dennoch sehe ich uns keineswegs chancenlos“, meint Ewert, der wieder etwas mutiger als zuletzt auftreten will. „Wir wollen selbst das Heft in die Hand nehmen und aktiv nach vorne spielen. Dazu müssen wir Unaufmerksamkeiten vermeiden und voll konzentriert sein“, fordert Ewert.

Obwohl ihm Jannek Claassen, Christopher Gierke und Kai Klapproth nicht zur Verfügung stehen, sieht sich Eschedes Trainer personell recht gut aufgestellt. Da noch nicht ganz sicher ist, ob auf dem aufgeweichten Escheder Platz gespielt werden kann, steht allerdings die Option Heimrechttausch im Raum.

TuS Celle FC –

TV Jahn Schneverdingen

(Sonntag, 14 Uhr)

Beim TuS Celle FC steht und fällt fast alles mit der „personifizierten Lebensversicherung“ Andreas Gerdes-Wurpts. Dieser steht mit 14 erzielten Toren schon wieder auf dem ersten Platz der Torjägerliste, hat aber nur acht Spiele absolviert. Auch gegen den TV Jahn Schneverdingen ist Gerdes-Wurpts wieder mit von der Partie. Dafür fehlt ihm mit dem spielstarken, aber gelbgesperrten Ayhan Cango einer seiner Vorbereiter. Auch Indy Ebel ist nach der Gelbroten Karte von Auetal nur Zuschauer. Dafür könnte es für Dennis Ly, der diese Woche wieder ins Training eingestiegen ist, für einen Kurzeinsatz reichen.

„Wir gehen mit gesundem Selbstvertrauen in dieses Spiel. Doch es wird schwer werden, denn Schneverdingen ist nach seinem katastrophalen Saisonstart gerade auf Weg in höhere Tabellenregionen“, weiß TuS FC-Trainer Thomas Crocoll. Er hat vor allem Respekt vor Schneverdingens torgefährlichen Niklas Goelitzer, der eventuell eine Sonderbewachung erhalten wird. Ansonsten hofft man an der Nienburger Straße, dass die Bundeswehr-Vereidigung vom Donnerstag mit fast 1000 Soldaten im Günther-Volker-Stadion dem Rasen nicht „den Rest gibt“. Wenn doch, müsste der TuS FC wohl sein Heimrecht tauschen und in Schneverdingen antreten.

Von Jochen Strehlau