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Fußball regional „Buffer“ reißt TuS Celle FC Sieg aus der Hand
Sport Fußball regional „Buffer“ reißt TuS Celle FC Sieg aus der Hand
16:56 14.11.2010
Von Oliver Schreiber
Fußball-Bezirksliga, SV Nienhagen (gelb) – TuS Celle FC; Lars Lutschewitz bremst Mathias Winkler Quelle: Peter Müller
Nienhagen

Liebhaber gepflegter Fußballkunst kamen zwar nicht auf ihre Kosten, aber das Derby in der Fußball-Bezirksliga zwischen dem SV Nienhagen und dem TuS Celle FC hatte durchaus hohen Unterhaltungswert – vor allem in der Schlussphase. In der Nachspielzeit machte Nienhagens Christian Grabowski seinem Spitznamen „Buffer“ alle Ehre und erzielte mit einem Schuss aus dem Hintergrund den 1:1-Ausgleich. Die Emotionen kochten nach dem kurz darauf folgenden Schlusspfiff über. Während die Nienhäger jubelten, gingen die Celler auf Schiedsrichter Volker Veckenstedt, der sich dem schwachen Spielniveau anpasste, los. Mit Folgen: Tobias Zeising machte dem Referee sehr deutlich, was er von dessen Leistung hielt und sah die Rote Karte.

Interimscoach Kais Manai war sichtlich um Fassung bemüht. „Das war eine gefühlte Niederlage. Diesen Sieg dürfen wir nie und nimmer aus der Hand geben, da haben wir uns ziemlich dumm angestellt. Der Schiedsrichter hat seinen Teil dazu beigetragen“, zürnte Manai, der am Dienstag das Traineramt an Uwe Hicksch weitergibt. Mit dem Auftritt seines Teams, bei dem die beiden bisher treffsichersten Offensivkräfte Marco Kirsch und Benjamin Zeising zunächst nur auf der Bank saßen, war er aber durchaus zufrieden. „Aus dem Spiel heraus haben wir nicht viel zugelassen, in der Defensive standen wir gut. Nienhagen hatte kaum Torchancen. Daher ist es natürlich bitter, wenn man hier keine drei Punkte holt“, so Manai.

Sein Gegenüber Michael Krienke war einerseits glücklich über den späten Ausgleich, andererseits hätte er gern mehr gehabt als nur den einen Zähler. „Natürlich muss man glücklich sein, dass man überhaupt noch einen Punkt geholt hat. Aber auf Grund der zweiten Halbzeit wäre absolut mehr für uns drin gewesen. Von TuS kam nicht mehr viel. Wenn wir den Ausgleich früher geschossen hätten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen“, meinte Krienke.

In der ersten Halbzeit allerdings hatte sein Team vor rund 650 Zuschauern keinen Zugriff auf das Spiel. Der SVN wirkte gehemmt, hatte keine spielerische Linie und versuchte sein Heil fast ausschließlich mit langen und hohen Bällen. Ganz anders die Celler. Die waren sofort hellwach und gingen bereits nach knapp vier Minuten in Führung. Danny Feldmann tankte sich auf der rechten Seite durch, seine Maßflanke köpfte der völlig freistehende Melvin Adekunle aus kurzer Distanz ein.

Die einzige Nienhäger Chance im ersten Durchgang resultierte aus einem Missverständnis in der TuS-Abwehr, aber Dominik Klus zielte nach Kopfballverlängerung von Alexander Tiegs über das Tor (13.).

Die Gäste setzten immer wieder Nadelstiche. In der 16. Minute lief Feldmann allein auf das SVN-Tor zu, Hayri Özden zog die Notbremse. Warum der Schiri hier nur Gelb statt Rot zeigte, bleibt sein Geheimnis.

Das war’s dann aber auch erstmal mit nennenswerten Aktionen. Die Partie wurde zusehends zerfahrener, beide Mannschaften zeigten Fußball zum Abgewöhnen.

Der TuS FC versuchte nach dem Seitenwechsel, die Führung zu verwalten und irgendwie über die Runden zu kommen. Die Hausherren übernahmen immer mehr die Initiative, ohne aber das TuS-Tor ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Ausgerechnet der bis dato starke Feldmann leitete dann mit einem ziemlich überflüssigen Platzverweis die turbulente Schlussphase ein. Aus Wut über seine Auswechselung in der 73. Minute riss er sich das Trikot vom Leib und sah Gelb. Feldmanns Verlassen des Spielfeldes dauerte dem Unparteiischem dann zu lange, er zeigte ihm Gelb-Rot.

Nun kam ordentlich Hektik ins Spiel, die Celler brachten sich selbst aus dem Konzept und wirkten müde. Der SVN drängte auf den Ausgleich. Ein Grabowski-Freistoß landete am Innenpfosten (75.). In der 80. Minute suchte der eingewechselte Jonathan Hagos im Zweikampf mit Tekin Ekinci den Elfmeter – und fand ihn. Doch TuS-Keeper Eike Mach wehrte den schwach geschossenen Strafstoß von Nils Rogge ab. Unmittelbar danach verpassten die Gäste den Knockout. Marvin Stieler spitzelte den Ball nach einer schönen Kombination über Benjamin Zeising und Kirsch freistehend sowohl an Nienhagens Torwart Dimitri Tews als auch am Tor vorbei.

Und dann schlug die Stunde des „Buffers“. Eine Flanke von Naser Dullaj wehrte die TuS-Abwehr zu kurz ab, Grabowski hielt mit großen Anlauf aus 20 Metern drauf und der Ball landete im Eck. Die Nienhäger ließen ihren Emotionen freien Lauf – genauso wie die Celler…

SV Nienhagen: Tews – Lutschewitz (65. Petersen) – M. Gebler, Heydemann – A. Tiegs, Rogge (83. Lindner), Grabowski, Özden (75. Hagos), Klus – N. Dullaj, Klein.

TuS Celle FC: Mach – Purcha – T. Zeising, Majer – Wilke, Ekinci (89. Ozan), Bothfeld, Feldmann, Stieler – Adekunle (78. Kirsch), Winkler (61. B. Zeising).

Tore: 0:1 Adekunle (4.), 1:1 Grabowski (90.+2).

Zuschauer: 650.

Rote Karte: T. Zeising (nach Spielschluss wegen Schiedsrichter-Beleidigung).

Gelb-Rote Karte: Feldmann (73.).

Besonderes Vorkommnis: Mach hält Foulelfmeter von Rogge (80.).