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Fußball regional CZ-Serie: Die gute Seele des Vereins - Vom Torwart zum Platzwart
Sport Fußball regional CZ-Serie: Die gute Seele des Vereins - Vom Torwart zum Platzwart
18:10 15.01.2014
Früher sorgte er dafür, dass kein Ball ins Tor flog, heute kümmert sich Peter Frost an seiner alten Wirkungsstätte beim VfL Altenhagen um die Pflege des Geläufs. Quelle: Alex Sorokin
Altenhagen

Im Dreiländereck von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegt die Heimat von Peter Frost – genauer gesagt in Hohnstorf bei Lauenburg an der Elbe. 2399 Einwohner zählte die Gemeinde Ende 2012. Und wäre der 1943 geborene Platzwart des VfL Altenhagen nicht 1954, mitten in den Wirtschaftswunderzeiten, mit seinen Eltern nach Wolfsburg gezogen, hätte die 2400er-Marke vielleicht geknackt werden können. Vater Frost war ein Arbeiter und der Grund für den Wegzug nach Niedersachsen hatte zwei Buchstaben: VW. Der Automobilkonzern ließ die Frosts in Wolfsburg heimisch werden und der heute 70-Jährige wurde Tankwart. Frost sorgte dafür, dass den vom Vater mitgebauten Automobilen nicht der Treibstoff ausging.

„Büro? Das war noch nie was für mich“, sagt Frost. Das sei ihm immer schon klar gewesen. Also blieb er konsequent und stand lieber an der Zapfsäule, als am Kopierer. Als er sich gerade in seinem Beruf eingefunden hatte, ging die Reise auch schon weiter. Und führte ihn in den Landkreis Celle „Ich wurde von der Bundeswehr eingezogen und in der alten Kaserne in Hambühren stationiert“, erzählt Frost. Den Wehrdienst absolvierte er ohne große Zwischenfälle, relativ unspektakulär sei er gewesen. Den Wehrdienst in der Tasche, ging es für Frost zurück an die Zapfsäule. Und auf den Sportplatz. Durch einen Bekannten wurde er auf den VfL Altenhagen aufmerksam und trat 1972 in den Verein ein.

30 Jahre lang spielte Frost als Torwart in den Herrenmannschaften des VfL. Wenn er von diesen Jahren spricht, leuchten seine Augen: „Die Gemeinschaft in unserem Verein ist einfach fantastisch. Aus meinen Mitspielern wurden über die Jahre enge Freunde, die bis heute eine große Rolle in meinem Leben spielen“, sagt der 70-Jährige. Sein größter Erfolg: 2005 stieg Frost mit den Altherren aus der 1. Kreisklasse in die Kreisliga auf. „Das war ein tolles Erlebnis. Wir haben damals bis spät in die Nacht gefeiert“, erinnert sich der Altenhäger.

Auch wenn Frost heute nicht mehr aktiv spielt – dem Fußballplatz blieb er trotzdem treu. Doch statt den Kasten sauber zu halten, kümmert er sich seit 13 Jahren darum den Platz sauber zu halten. „Als man mich fragte, ob ich Platzwart werden möchte, musste ich nicht lange zögern. Sich für den Verein zu engagieren ist eine Ehrensache und ich übe dieses Amt sehr gerne aus“, erzählt Frost. Seit 13 Jahren läuft er nahezu täglich über den Rasen, sammelt Müll auf, mäht den Rasen und kreidet die Linien neu. „So bin ich auch viel an der frischen Luft. Das tut mir sehr gut“, sagt er und lächelt. Und wenn er mal nicht auf dem Platz aktiv ist, unternimmt er Spaziergänge mit seiner Frau Käthe, die er 1990 im Celler Jägerhof kennenlernte. Andere Hobbies habe er nicht. „Ich mag es gerne ruhig“, sagt Frost. Das ist es auf dem abgeschiedenen Vereinsgelände in Altenhagen allemal.

Von David Sarkar