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Fußball regional Celle zeigt mutloses Heimdebüt
Sport Fußball regional Celle zeigt mutloses Heimdebüt
20:06 15.09.2013
Von Heiko Hartung
Fast immer einen Schritt schneller: Celles Laura Kantert (links) kann nur zuschauen, - wie die Werder-Spielerinnen versuchen, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Sie hatten sich so viel vorgenommen – und waren am Ende mit der 0:4-Niederlage gut bedient. Gegen den Vorjahresdritten Werder Bremen zahlte Aufsteiger ESV Fortuna Celle gestern an der heimischen Kampstraße bitteres Lehrgeld. Enttäuschend war besonders die zweite Hälfte, in der die Celler Fußballerinnen kaum noch Gegenwehr boten und sich scheinbar mit der Niederlage abgefunden hatten. „Wie wir nach der Pause aufgetreten sind, hat mich sehr enttäuscht. Kein Aufbäumen, kein Engagement in den Zweikämpfen – das war nichts“, fällt ESV-Trainer Klaus Much ein hartes Urteil. Während Bremen durch den Sieg die Tabellenführung übernahm rutschte Fortuna in die Abstiegszone.

Angepfiffen wurde die Partie 20 Minuten später als geplant – das Schiedsrichtergespann aus Syke steckte auf der Autobahn im Stau fest. Auch die Bremerinnen, die ohne ihre Dreifach-Torschützin aus der Vorwoche, Maike Timmermann (Urlaub) antraten, kamen erst kurz vor knapp auf den Platz. Dort hatte Celle sofort eine Riesenchance zur Führung. Stürmerin Jana Völker lief nach einem Bremer Abwehrfehler ganz allein auf das Werder-Tor zu. Ihr Lupfer ging aber über die Latte (1. Minute). Nach einer guten halben Stunde vergab Fortuna vor etwa 120 Zuschauern eine weitere hundertprozentige Gelegenheit: Nach einem Konter über Lisa Zimmermann kam die Eingabe aber zu scharf und zudem halbhoch auf Völker, die den schwierigen Ball nicht aufs Tor bekam. „Wenn man solche Chancen vergibt, wird man in der dritten Liga sofort bestraft“, sagte Much.

Stimmt, denn Bremen machte es besser: In der 13. Minute wehrte Fortunen-Torhüterin Sina Lautenbach zwei wuchtige Schüsse mit tollen Paraden ab, den zweiten Nachschuss von Bremens Nahrin Uyar musste sie passieren lassen. Nicht nur in dieser Szene reagierten die Bremerinnen um ihre Kapitänin Lara Möhlmann, Tochter des ehemaligen Werder-Profis Benno Möhlmann, gedanklich schneller als die Gastgeberinnen.

Spielte Celle in der ersten halben Stunde noch gut mit, war nach dem 0:2 (41) durch die eingewechselte Julia Hechtenberg die Moral am Boden. Auch diesmal wehrte Torhüterin Lautenbach nach einem Freistoß den ersten Torschuss ab – ihre Mitspielerinnen schafften es aber erneut nicht, denn Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen und der Nachschuss saß.

„In den ersten 20 Minuten war Celle das bessere Team“, sagte Werder-Coach Peter Behrens nach der Partie. Doch nach dem 0:3 kurz nach der Pause war die Luft endgültig raus. Die Körpersprache der Cellerinnen sagte alles. Hinten wurden die Bälle nur noch lang nach vorne geschlagen – und kamen prompt zurück. Im Angriff fehlten die Anspielstationen, weil das Mittelfeld nicht nachrückte. Etliche Fehlpässe ließen kein flüssiges Spiel entstehen. Einzig Spielmacherin Isabell Waßmann versuchte es immer wieder mal mit kreativen Aktionen nach vorne – doch das war zu wenig. Zwei TorschussVersuche aus der Ferne (76. und 77.) von Völker waren die einzig nennenswerten Möglichkeiten nach dem Wechsel. Da hatte Bremen, durch einen Kopfball der eingewechselten Sarah Guzmann aber schon auf 4:0 (62.) erhöht.

Mutmacher nach einem mutlosen Auftritt war nach Abpfiff ausgerechnet Gästecoach Behrens: „Celle hat motiviert begonnen. Wenn sie dieses Spiel künftig über 90 Minuten zeigen, werden sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“