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Fußball regional Celler Bogner Andreas Hehenberger wird mit SV Dauelsen Deutscher Meister
Sport Fußball regional Celler Bogner Andreas Hehenberger wird mit SV Dauelsen Deutscher Meister
21:35 08.03.2017
Er ist der starke Mann hinter seinen Schützlingen: Andreas Hehenberger (links) trainiert bereits seit 19 Jahren mit Sebastian Rohrberg zusammen. Nun ist Hehenberger mit dem SV Dauelsen erneut Deutscher Meister im Bogenschießen geworden. Quelle: Martin Grünefeld
Celle Stadt

Er ist der „Meistermacher“: Der Celler Andreas Hehenberger (früher Molkenthin) hat es zum zweiten Mal geschafft und den SV Dauelsen beim 20. Bundesligafinale in der Disziplin Bogenschießen zum Meisterspiegel des Deutschen Schützenbundes geführt. „Es war toll. Wir galten als Außenseiter und haben es dann im Derby gegen Querum geschafft, Deutscher Meister zu werden. Die Atmosphäre war super und unser Niveau konstant hoch. Die Stärke meiner Jungs war bemerkenswert“, erzählt Hehenberger, der seinem achtjährigen Sohn erst einmal erklären musste, warum er weint, obwohl seine Mannschaft gewonnen hat. „Ich weine vor Freude“, erklärte er schließlich.

Der 49-Jährige leitet den SV Dauelsen seit 19 Jahren, seine Frau Britta, selbst frühere Vize-Landesmeisterin, stieß ein Jahr nach ihm zum Team dazu. Hehenbergers Sohn begann bereits mit fünf Jahren, die ersten Pfeile zu schießen. Die ganze Familie ist begeistert vom Bogensport und engagiert sich. Durch seinen Onkel Hermann Müller kam Hehenberger 1972 erstmals in Berührung mit dem Bogensport – damals beim SC Wietzenbruch, bei dem Hehenberger auch 17 Jahre lang Vereinsmitglied war.

Der Sport packte ihn. „Bogenschießen ist so vielfältig. Man kann es in jedem Alter und sogar mit körperlichem Handicap machen. Der Sport gibt einem so viel“, sagt der Bogenschütze, der sogar schon einen 96-Jährigen trainiert hat. Sportlich war Hehenberger schon immer. Lange Zeit spielte er Fußball, Hockey und Badminton. „Mir ist es wichtig, im Sport alles zu geben. Ich kann jedem Respekt zollen, wenn er mich im Sport schlägt. Das Wichtigste ist Fairness.“

Seine Liebe zum Compoundbogen verschlug den Celler in den Verdener Stadtteil Dauelsen. Gemeinsam mit dem inzwischen mehrfachen Weltmeister Sebastian Rohrberg etablierte er den SV in der Bogensport-Bundesliga. Doch auch mit dem Bogensportverein Südheide ist der 49-Jährige verbunden, er ist dort nach wie vor Mitglied.

Als Trainer des SV Dauelsen legt er viel Wert auf Kommunikation. Vier der sechs Bogenschützen in seinem Team kommen nicht aus Dauelsen. Das Schießen trainiert jeder Schütze zunächst bei sich im Ort. Vor der Saison und vor Wettkämpfen treffen sich Trainer und Schützlinge dann, um die Abläufe einzustudieren und den technischen Feinschliff zu erarbeiten „Bogenschießen ist ein Individualsport. Jeder bringt sein Bestes in die Mannschaft ein, aber jeder muss auch für sich alleine trainieren“, sagt Hehenberger.

Er weiß, dass Bogensport noch immer eine Randsportart ist. „Das erschwert die Suche nach Sponsoren und Mitgliedern“, erzählt der Trainer. Seine Schützen fahren für die Wettkämpfe quer durch Deutschland. Der finanzielle Aufwand ist hoch, erzählt der Celler. Doch er und das Team lieben den Sport und hoffen, dass sie auch andere für das Bogenschießen begeistern können.

Von Jessica Poszwa