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Fußball regional Celler Politiker und Fanforscher fordern Konsequenzen aus Fußball-Randalen
Sport Fußball regional Celler Politiker und Fanforscher fordern Konsequenzen aus Fußball-Randalen
18:32 14.12.2016
Von Carsten Richter
Celle Stadt

Nach dem Zünden bengalischer Feuer und Flaschenwürfen auf der Sportanlage des TSV Elstorf hat sich Adasch mit dem sportpolitischen Sprecher Adrian Mohr und dem Harburger Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke zu einem Gespräch getroffen. Gemeinsam machen sie nun die Landesregierung auf das Gewaltproblem aufmerksam und haben eine Kleine Anfrage gestellt. Darin listen die Politiker 14 Fragen auf, unter anderem zum Erfolg von Fanprojekten. Zur Zeit müssen Klubs der 1. und 2. Bundesliga Fanbeauftragte benennen, die seit der Saison 2011/2012 hauptamtlich tätig sein müssen. Auch die Drittligisten müssen einen Fanbeauftragten benennen, der aber meist ehrenamtlich arbeitet. Adasch und seine Kollegen fragen nun, ob die Regierung die Fanprojekte nach den Vorfällen noch immer als Erfolg bewertet und ob sie auch auf die unteren Fußballligen ausgeweitet werden müssen. Auch nach den Kosten des Polizeieinsatzes, einer schnellen Verurteilung der Täter und einer künftigen Verhinderung solcher Vorkommnisse wird gefragt.

Auch der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt nennt die Vorfälle „inakzeptabel“, fordert aber vor allem eine sachliche Aufarbeitung. „Die größte Sicherheit schaffen die Vereine selbst. Der TuS Celle FC muss seine Fans zur Fairness aufrufen.“ Störenfriede hätten in Stadien nichts verloren. Auf keinen Fall dürften aber alle Celler Fans pauschal in ein schlechtes Licht gerückt werden.

„Wir werden auch künftig immer wieder mit solchen Vorfällen leben müssen“, sagt unterdessen der in Nienhagen lebende Fanforscher Gunter A. Pilz. „Ich hoffe aber, dass die Täter einen Denkzettel bekommen.“ Laut Augenzeugen hat ein Großteil der „Fans“ in Elstorf durch das Tragen von Insignien ihre Anhängerschaft zu Hannover 96 signalisiert. „Hannover hat eine gewaltbereite Ultraszene, darunter befinden sich auch Celler Gruppierungen“, weiß Pilz. Ein möglicher Grund, warum sich die Störer nun ausgerechnet das Bezirksligaspiel zwischen Elstorf und Celle ausgesucht haben: „Zwei Tage später hat Hannover auswärts in Stuttgart gespielt. Das ist weit weg“, meint Pilz. Außerdem gebe es in der siebten Liga weniger Sicherheitsvorkehrungen. „Das ist immer wieder zu beobachten, dass sich Ultras Spiele in unteren Ligen aussuchen, wenn die Bundesliga nicht attraktiv ist. Da kann man schon von Hooligan-Tourismus sprechen.“ Über die sozialen Medien sei es schließlich leicht, sich zu organisieren.

Führten also unglückliche Umstände dazu, dass es in Elstorf zum „großen Knall“ gekommen ist? „Aus heiterem Himmel kam das nicht. Es muss mehr internen Austausch bei der Polizei geben“, fordert Pilz. Letztlich müsse der Gastgeber für Sicherheit auf seiner Anlage sorgen. Gerecht wäre es seiner Meinung nach, wenn das Spiel zwischen Elstorf und Celle wiederholt würde.