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Fußball regional Celler beim Finale im Maracana - Tickets für alle deutschen Spiele
Sport Fußball regional Celler beim Finale im Maracana - Tickets für alle deutschen Spiele
16:54 10.07.2014
Von Christoph Zimmer
Felix Zwick (links, großes Foto) und Max Berndsen (rechts und kleines Foto) aus Celle erlebten das historische 7:1 der deutschen Mannschaft gegen Brasilien live im Stadion. Quelle: Christoph Zimmer
Celle

BELO HORIZONTE. Auch zwei Tage nach dem sagenhaften 7:1 der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend im Halbfinale der Weltmeisterschaft in Brasilien gegen Brasilien können sie es immer noch nicht glauben. „Es ist wie im Märchen“, sagen Max Berndsen aus Groß Hehlen und Felix Zwick aus Altencelle ungläubig, „alle lagen sich in den Armen.“ Die beiden 21 Jahre alten Fußballfans müssen es wissen. Sie haben den historischen deutschen Sieg im Stadion von Belo Horizonte live auf der Tribüne erlebt.

Berndsen und Zwick haben 2011 am Hermann Billung Gymnasium ihr Abitur gemacht. Seit dieser Zeit verbindet die beiden Studenten nicht nur eine Freundschaft, sondern auch die große Leidenschaft für den Fußball. Sie waren zusammen bei Länderspielen der deutschen Mannschaft in Dublin, Stockholm und Mailand – und jetzt in Brasilien. „Das ist der absolute Höhepunkt“, sagen die beiden. Bei der Fifa haben sie sich ganz normal für Karten für alle deutsche Spiele beworben. Zwick studiert Verkehrsingenieurwesen in Berlin und absolviert gerade ein Auslandsjahr an der Universität in São Paulo und war bei allen deutschen Spielen live im Stadion. Berndsen studiert Geowissenschaften in Hamburg reiste erst zur Endrunde über Frankfurt am Main und Rio de Janeiro an den Zuckerhut.

Vor dem Achtelfinalspiel gegen Algerien trafen sie sich in Porto Alegre. Nach dem knappen 2:1 übernachteten sie in dem Appartement eines Bekannten, das sich noch im Rohbau befindet. „Immerhin hatten wir Strom und Wasser.“

Danach ging es nach Rio de Janeiro, wo sich die beiden ein Auto gemietet und die Stadt angeguckt haben. Die drei Nächte bis zum Viertelfinalspiel gegen Frankreich (1:0) übernachteten sie bei Bekannten, die etwas außerhalb der Millionenmetropole wohnen. Nach dem sensationellen Halbfinalsieg gegen Brasilien schliefen sie in einem Hostel. Wie es weitergeht, wissen sie noch nicht. „Das werden wir spontan entscheiden“, sagen sie mit einem entspannten Lächeln.

Das können sie nach dem 7:1 auch haben. „Wir haben noch nie so etwas lautes im Stadion gehört wie die brasilianische Nationalhymne“, sagen Berndsen und Zwick. Nach dem vierten deutschen Treffer war es dann ruhig – und richtig jubeln konnten sie auch nicht mehr. „Das war uns schon richtig unangenehm. Nach dem Spiel haben uns die Brasilianer gratuliert und viel Glück gewünscht.“

Ohnehin seien die deutschen Fans sehr freundlich empfangen worden. „Wir haben den Eindruck, dass die Brasilianer die Deutschen mögen.“ Nach der historischen Niederlage äußerten sie auch einen großen Wunsch. „Sie wollen, dass wir Weltmeister werden und nicht Argentinien.“ Das sei ihnen schon vor der Partie wichtiger gewesen als der eigene Weltmeistertitel.

Von den Protesten in Brasilien haben sie nicht viel mitbekommen. „Es gab eine Demonstration in Rio de Janeiro, aber sonst war alles ruhig.“ Die großen Proteste werden wohl erst nach der Weltmeisterschaft wieder losgehen. „Die meisten Brasilianer glauben, dass es erst dann wieder Sinn macht zu demonstrieren und sie erst dann wieder Gehör bei der Regierung finden.“ Ansonsten sei die Stimmung in Brasilien bislang super gewesen – in den Stadien und außerhalb. „Egal, wo wir waren, wir sind immer freundlich empfangen worden.“

Am Donnerstag sind die beiden Fußballfans nach Rio de Janeiro gefahren, wo das Endspiel gegen Argentinien stattfindet. Dass die deutsche Mannschaft im Endspiel nicht auf die Niederlande trifft, wird Berndsen keine Gewissensbisse bescheren. Denn der Student wird wegen seiner holländischen Wurzeln von allen nur Tulpe genannt. „Aber auch wenn wir im Finale gegen die Niederlande gespielt hätten, hätte ich für Deutschland geschrien“, sagte er mit einem Lächeln.

Nach der Weltmeisterschaft wollen die beiden noch Urlaub am Zuckerhut machen. Wo genau, steht noch nicht fest. Fest steht nur, dass sie als frisch gebackene Weltmeister durch Brasilien reisen wollen. Denn zwei Karten für das Finale am Sonntag im legendären Maracana in Rio de Janeiro gegen Argentinien haben sie auch. „Es wäre das größte Stadionerlebnis überhaupt, wenn wir Weltmeister werden und live im Stadion sind.“