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Fußball regional Cellerin Nele Sophie Aring in der Hockey-Nationalmannchaft
Sport Fußball regional Cellerin Nele Sophie Aring in der Hockey-Nationalmannchaft
21:14 03.04.2013
Von Heiko Hartung
Nele Sophie Aring (vorn) im Einsatz für die DHB-Auswahl im Länderspiel gegen - Frankreich. Das Talent aus der Schmiede - des MTV Eintracht hat den Sprung zur Hockey-Nationalspielerin geschafft. Quelle: Heiko Hartung
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Ein verschmitztes Lächeln, große blaue Augen – wer in das sanft wirkende Gesicht von Nele Sophie Aring blickt, mag gar nicht glauben, dass er es mit einer jungen Frau zu tun hat, die auf dem Hockeyfeld ganz andere Saiten aufziehen kann. „Nele ist bissig und hat einen unbändigen Siegeswillen. Sie ist sich für keinen Zweikampf zu schade“, sagt einer der es wissen muss. Gerhard Bobaz, der ehemalige Hockeytrainer vom MTV Eintracht Celle, hat die 16-Jährige lange auf ihrem sportlichen Weg begleitet. Der führte die Gymnasiastin von den kleinen „Wuseln“ des MTV Eintracht bis in die U16-Nationalmannschaft – und das soll es noch lange nicht gewesen sein.

Leichtathletik, Tennis, Fußball – Nele Sophie Aring hat viel ausprobiert. Doch ihr Herz hat sie an den Hockeysport verloren. „Der technische Anspruch, die Erfolge im Team – das ist es, was mich reizt“, sagt die Innenverteidigerin. Dafür nimmt sie auch etliche Belastungen in Kauf: Dreimal in der Woche trainiert sie mit ihrer Mannschaft des DTV Hannover, wohin sie vor zwei Jahren gewechselt ist. Mittwochs ist Landeskadertraining in Braunschweig und zusätzlich schickt ihr der Bundestrainer individuelle Übungspläne. Hinzu kommen die Punkt- und Auswahlspiele.

Doch der Einsatz trägt Früchte: Im vergangenen Herbst wurde sie zur Sichtung für den Bundeskader eingeladen. Als eine der Jüngsten des Jahrgangs überzeugte sie auf Anhieb und wurde gleich auf eine Länderspielreise nach Frankreich eingeladen. Inzwischen durfte sich Aring das Nationaltrikot achtmal überstreifen. Erst vor ein paar Tagen kehrte sie vom Vier-Nationen-Turnier in England zurück, wo sie mit Deutschland erst im Finale gegen die Niederlande mit 0:2 den Kürzeren zog. „Meine früheren Trainer und Mitspieler vom MTV Eintracht haben mir Glückwünsche geschickt. Die Verbundenheit mit den Cellern ist immer noch da“, erzählt Aring.

Beim MTV Eintracht, der auch schon die Hockey-Olympiasiegerin von Athen 2004, Nadine Ernsting-Krienke, hervorgebracht hat, unternahm Aring mit sechs Jahren ihre ersten Versuche mit dem Hockeystock. „Nele hat schon damals kaum eine Trainingseinheit versäumt und war mit viel Disziplin und Freude dabei“, erinnert sich ihre Mutter Antje Aring. Mit ihrer Mannschaft aus Celle wurde sie Vize-Landesmeister, mit zwölf Jahren kam die Berufung in die Landesauswahl, deren Kapitänin sie heute ist. „Mit 14 Jahren haben wir ihr den Wechsel zum DTV Hannover nahegelegt. Da wird sie optimal gefördert“, erzählt Bobaz. Mit ihrem neuen Klub wurde sie Fünfte bei den Deutschen Feldhockey-Meisterschaften der Jugend B – und geriet durch ihre guten Leistungen in den Fokus der Bundestrainer. Sich selbst beschreibt Aring als kämpferisch und ehrgeizig. „Ich kann gut einstecken und wenn ich hinfalle, stehe ich auf und spiele weiter. Blaue Flecken gibt‘s beim Hockey gratis“, sagt die Elftklässlerin, die nach dem Abi ein freiwilliges soziales Jahr machen möchte. „Am liebsten bei einem Hockeyklub in Australien oder Spanien.“ Beides Top-Nationen in dieser Sportart.

Und Aring ist nicht die einzige Celler Hockey-Hoffnung. Mit Verena Bereska, die inzwischen ebenfalls beim DTV spielt, und Svea Grasztat vom DHC Hannover stehen zwei weitere 16-Jährige aus der MTV Eintracht-Schmiede vor einer erfolgreichen Karriere. Bobaz nennt das Trio liebevoll „unsere Goldene Generation des Jahrgang 1997“. Leider wurden Bereska und Grasztat zuletzt von schweren Verletzungen zurückgeworfen. Aber Bobaz ist sicher: „Die kommen wieder – und alle drei machen ihren Weg in die Spitze.“

Das glaubt auch Antje Aring über ihre Tochter: „Schon vor vielen Jahren konnte man im Poesiealbum ihrer Freundinnen lesen, was Neles Ziel ist“, blickt die Mutter zurück. „Was willst du später werden?“, wurde dort gefragt. Neles Antwort: „Olympiasiegerin.“