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Fußball regional Celles Fußball-Juwel Lukas Wilton kickt erstmals mit den Bundesliga-Profis von Hannover 96
Sport Fußball regional Celles Fußball-Juwel Lukas Wilton kickt erstmals mit den Bundesliga-Profis von Hannover 96
16:30 23.05.2014
Der ehemaliger Celler Lukas Wilton durfte schon mal Luft bei den Profis von Hannover 96 schnuppern. Quelle: unbekannt
Bergen Stadt

„Das war für mich ein riesiges Erlebnis. Spieler wie Christian Schulz kennt man sonst nur vom Stadion“, sagt der U19-Bundesligaspieler. „Wenn man dann auch noch in der Innenverteidigung neben ihm spielt, ist das schon etwas Besonderes.“ An besonderen Ereignissen mangelte es nicht: Als Linksverteidiger bereitete Wilton sogar ein Tor von Lars Stindl vor. Die Kniffe, die Schulz dem ehemaligen Celler Stützpunktspieler vor den Spielen gegeben hatte, fruchteten. „Er ist ja ein erfahrener Mann“, sagt Wilton. „Da hilft es, zuzuhören. Lernen ist sehr wichtig.“

Dies gilt für ihn aber nicht nur auf dem Platz: Wilton steckt mitten in seinen Abiturprüfungen. Trainiert er nicht gerade in Hannover, büffelt er für seine mündliche Abiturprüfung in Deutsch Anfang Juni. „Es war schon immer ein schwieriger Spagat zwischen Fußball und Abi“, sagt Wilton. Doch daran hat er sich dreieinhalb Jahre nach seinem Wechsel vom JFC Allertal längst gewöhnt: vormittags Schule in Hermannsburg, nachmittags an sechs Tagen in der Woche Training bei den Roten.

In jungen Jahren, als er noch kein eigenes Auto hatte, fuhr ihn seine Mutter nach Hannover – ohne Wenn und Aber. Heute ist sie bei seinen Spielen stets dabei: „Sie ist ein sehr wichtiger Mensch für mich“, sagt Wilton voller Stolz. Ein mindestens genauso wichtiger Mensch ist er auch für seinen Bruder Jake (15), der seit zwei Jahren ebenfalls bei 96 spielt: „Es ist sehr praktisch, dass wir die gleichen Trainingszeiten haben. Deswegen nehme ich ihn immer mit.“

Das Training in der U19 ist fordernd. Hannover 96-Urgestein Daniel Stendel (180 Spiele für 96) führt die jungen Kicker an der kurzen Leine: „Unter ihm habe ich viel gelernt was Teamgeist und Disziplin angeht. Er ist ein wahrer Perfektionist“, lobt Lukas Wilton. Der Umstieg von Allertal sei ihm nicht schwergefallen. Glücklicherweise habe er sich nicht wie viele andere, die den Sprung zu einem Topteam wagen, nicht verletzt – was unter anderem an seiner Robustheit liegt: In den dreieinhalb Jahren ist Wilton nicht nur zwei Zentimeter gewachsen, sondern hat 16 Kilo zugelegt. Somit besitzt er mit 86 Kilo bei 1,86 Meter Größe Innenverteidiger-Idealmaße. „Der Kraftraum ist Pflicht“, meint er.

Genauso Pflicht ist für sein U19-Team ein Sieg am Sonntag beim FC Carl Zeiss Jena, um den Sprung in die Finalspiele der Bundesliga zu schaffen. Es wäre ein schönes Abschiedsgeschenk, da er in der kommenden Saison in die zweite Mannschaft von 96 wechselt. Einen neuen Zweijahres-Vertrag hat er gerade unterschrieben.

Allzu fern ist es dann nicht mehr bis in die Bundesliga-Mannschaft zu seinem guten Freund Manuel Schmiedebach. „So weit will ich noch nicht gehen. Erstmal möchte ich mir einen Stammplatz in der neuen Mannschaft erkämpfen und öfter bei den Profis mittrainieren“, so sein Wunsch. Damit dies klappt, will er sich nach dem Abitur ein Jahr lang voll auf den Fußball konzentrieren und wahrscheinlich nach Hannover ziehen.

Sein Mentor und ehemaliger Trainer beim JFC Allertal, der Ex-Hannover 96-Spieler (5 Einsätze) Martin Rapp, begrüßt das: „Das ist der richtige Schritt“, sagt er aus Erfahrung. So sei man nah an der Mannschaft und habe weniger Belastung durch das Autofahren. Rapp, der Wilton das entscheidende Probetraining bei 96 organisiert hat, steht noch immer in engem Kontakt zu dem 19-Jährigen und beobachtet seinen Weg ganz genau: „Ich freue mich riesig über seine Entwicklung.“

Von André Batistic