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Fußball regional Charaktere und Sympathieträger geehrt
Sport Fußball regional Charaktere und Sympathieträger geehrt
22:40 16.03.2012
Von Christoph Zimmer
CZ-Sportlehrung 2012 Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Ein zweifacher Goldmedaillengewinner bei den Special Olympic World Games in Athen, ein Weltmeister, der im Kanu in seinem Element ist, eine Ruderweltmeisterin, die für diesen Titel nicht einmal ein Boot braucht - die Celler Sportler haben auch im vergangenen Jahr mit hervorragenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht und dicke Schlagzeilen geschrieben. Bei der 58. Heimatsportlerwahl der Celleschen Zeitung, die gestern Abend in Thaers Wirtshaus stattfand, wurden die besten von ihnen ausgezeichnet.

Mit ihrem erfolgreichen Wirken hätten die Sportler in ganz Deutschland und teilweise darüber hinaus den Namen Celles und unserer Region bekannt gemacht, sagte CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber in seiner Begrüßungsrede. Ganz gleich auf welchem Platz die Sportler am Ende in der Lesergunst gelandet seien, „aus der langen Erfahrung wissen wir, dass nicht immer diejenigen mit den größten Erfolgen tatsächlich ganz vorne liegen“, sagte Leineweber und sprach allen Athleten ein großes Lob aus.

Ein Blick in das Gesicht von Sarah Konrad sagte alles. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir gewinnen“, sagte die Mannschaftsführerin der Fußballerinnen des ESV Fortuna Celle und lächelte ihr schönstes Lächeln. Sie hatte allen Grund zur Freude: Der Oberligist war gerade von CZ-Verlagsleiter Carsten Wießner als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet worden. „Wir werden das richtig feiern, das ist eine einmalige Sache.“ Einmalig auch: Das Preisgeld in Höhe von 200 Euro überreichte sie Mitspielerin Isabell Waßmann, die kürzlich einen Jochbeinbruch erlitten hatte und eine teure Maske braucht, um zu spielen.

17,5 Prozent der abgegebenen Leserstimmen erhielt die Mannschaft, die noch vom Aufstieg in die Regionalliga und dem Einzug ins Finale des Niedersachsenpokals träumt.

Deutlicher war das Ergebnis bei den Männern. Hier setzte sich Leichtathlet Laurin Forstreuter von der LG Unterlüß/Faßberg/Oldendorf durch, der sich im vergangenen Jahr bei den A-Jugendlichen in der Halle und im Freien den Landesmeistertitel über 800 Meter und über 400 Meter den norddeutschen Meistertitel sicherte. „Das ist eine schöne Anerkennung für einen Sport, der sonst nicht so im Rampenlicht steht“, sagte der glückliche Forstreuter, der sich im Sommer über die 800 Meter für die Nationalmannschaft empfehlen will.

Nach Platz zwei im vergangenen Jahr hat es Judith Fobbe endlich geschafft - sie ist die neue Heimatsportlerin des Jahres. „Ich habe schon ein bisschen gehofft, dass es diesmal klappt“, sagte die Schwimmerin des SV Nienhagen, die die zweitschnellste Frau Niedersachsens über 1500 Meter Freistil ist und unter anderem über die 2,5 Kilometer Landesmeisterin ist.

Allerdings gab es nicht nur freundliche Worte an diesem Abend. Deutliche Kritik äußerte Leineweber an der Entscheidung der Stadt, sich nicht am Länderspiel der deutschen U-16-Fußballnationalmannschaft am 22. Mai im Günter-Volker-Stadion gegen Dänemark zu beteiligen. „Mit Verlaub und bei allem Verständnis für Sparzwänge“, so Leineweber in Richtung von Dirk-Ulrich Mende, Celles Oberbürgermeister, „aber dieser Affront gegenüber dem größten Sportfachverband der Welt und dem TuS Celle FC als Veranstalter war peinlich.“

Auch Thomas Adasch ging in seinem Grußwort, das er im Namen von Stadt und Landkreis hielt, auf den Sparkurs der Stadt ein. Er appellierte „an alle politischen Entscheidungsträger, die Sparaxt nicht im Sport anzusetzen“, sagte der stellvertretende Landrat, „jeder Euro, der in den Sport investiert wird, ist gut angelegt.“ Das sah Hartmut Ostermann, der Vorsitzende des Kreissportbund Celle, genauso. „Es ist wichtig, die Sportanlagen zu unterhalten. Aus einem Euro, dem man den Vereinen gibt, machen sie durch ihr großes Engagement vier.“

Aber auch für ihn stand fest, dass an diesem Abend die Sportler im Vordergrund stehen. „Sie sind nicht nur großartige Sportler, sondern echte Charaktere und Sympathieträger“, so Ostermann.