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Fußball regional Clubhistoriker stöbert in Celler Vergangenheit des fünfmaligen dänischen Fußballmeisters Vejle BK
Sport Fußball regional Clubhistoriker stöbert in Celler Vergangenheit des fünfmaligen dänischen Fußballmeisters Vejle BK
02:19 24.02.2018
Von Heiko Hartung
Kampftag im Vejle-Stadion: Lars Christensen twittert den aktuellen Spielstand des dänischen Zweitligisten an die Fans. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

„Hej Heiko“, so beginnt die E-Mail von Lars Christensen mit dem etwas holprigen Betreff „Fußballinformationen in Dänemark“. Die Skandinavier sind bekanntlich nicht nur schnell beim Du, sondern auch sonst ziemlich direkt in der Ansprache. Und so legte dieser mir unbekannte Herr Christensen auch gleich in exzellentem Deutsch los: Er schreibe vom dänischen Fußballverein Vejle Boldklub. Er sei Clubstatistiker und erstelle gerade eine Liste der internationalen Gegner des Vereins aus der zentraldänischen 55.000-Einwohner-Stadt. „Einschließlich Trainingsspiele“, schrieb der Däne. Er hatte rudimentäre Kenntnisse von einigen Testspielen des damaligen UEFA-Cup-Teilnehmers in Niedersachsen: „Vejle BK war im Sommer 1998 und 1999 zu einwöchigen Ausbildungsaufenthalten in Niedersachsen. Wir haben ein paar Trainingsspiele gegen das lokale Regionalteam gespielt“, berichtete Christensen. „Haben Sie Zeit und Lust zu sehen, ob Ihre Zeitung etwas über diese Spiele geschrieben hat?“, fragte der 29-Jährige. Ich hatte.

Wie sich herausstellte, meinte er die beiden Partien gegen den damaligen Drittligisten TuS Celle FC. Der fünfmalige dänische Meister Vejle BK, der seine größte Zeit in den 70er und 80er Jahren hatte und große Spieler wie Ulrik le Fevre, Allan Simonsen oder Thomas Gravesen herausbrachte, war in den beiden Jahren Vorbereitungsgegner der Blaugelben.

Im CZ-Archiv wurde ich fündig. Tatsächlich trotzte die Elf von Trainer Jürgen Rynio den Dänen am 9. Juli 1998 ein 1:1 ab. Im Zeitungsbericht war die Rede von „forschen Dänen“ und einem 20-Meter-Schuss eines gewissen Frank Weber auf Celler Seite sowie einem gehaltenen Foulelfmeter des TuS-Keepers Gaetano Bartolillo („Beim Nachschuss von Peter Graulund war er aber machtlos“). Den Ausgleich im Stadion an der Nienburger Straße schoss der damalige Neuzugang Peter Steinbeck. Toni Amadi, Jamal Bounoua, Christian Gilica, Garip Capin – bei der Aufstellung der TuS-Elf geraten Fans auch heute noch ins Schwärmen. Fast genau ein Jahr später beim 3:3 wirkten unter anderem Marcus Hoffmann, Roy Nischkowsky und Andreas Berg mit. Die Celler Tore erzielten Antoine Mbassa-Kone und Kofi Debrah per Doppelpack.

Veranstaltungsort, Torschützen, Aufstellung, Schiedsrichter – alle verfügbaren Infos gingen per Mausklick zurück nach Vejle. Auch, dass der TuS FC inzwischen weit entfernt von einstiger Größe in die siebte Liga abgestürzt ist und seit vielen Jahren finanziell am Stock geht.

Leider gab auch intensives Stöbern in der Historie nicht die Aufstellung und Torschützen der Dänen aus dem zweiten Match preis. Doch Christensen, der, wie sich herausstellte, seit mehr als sieben Jahren ehrenamtlich die Webseite und den Social-Media-Auftritt des heutigen dänischen Zweitligisten koordiniert und – wenn er nicht im lokalen Supermarkt jobbt – die Vereinsgeschichte aufarbeitet, war zufrieden. „Vielen Dank für Ihre schöne Post. Ich konnte die Bilder verwenden, um ein paar VB-Player mehr zu identifizieren“, freute sich der fußballverrückte Däne.

Christensen ist auch ein Freund des deutschen Fußballs, begleitete den aktuellen Tabellenführer der 1. Division zu Spielen beim Hamburger SV oder Holstein Kiel. „Wir kämpfen hart, um zu der besten Firma in Dänemark zurückzukehren“, umschreibt er Vejles Ziel, in die Superliga unserer nördlichen Nachbarn zurückzukehren. Die 50+1-Regel scheint dort bereits gekippt zu sein – falls es sie in Dänemark jemals gab: „Im Jahr 2016 gewann Vejle ausländische Eigentümer und die erste Mannschaft im Jahr 2018 ist mit Spielern aus vielen Nationalitäten bestückt“, berichtet er.

Dem TuS Celle FC wünscht Christensen aus der Ferne alles Gute für die Zukunft. Ich habe ihm versprochen, die Grüße weiterzuleiten, was ich hiermit tue. Und künftig schaue ich bei vermeintlichen Spam-Mails gleich genauer hin. Vielleicht steckt wieder der „Anstoß“ zu einem kleinen historischen Exkurs in die glanzvollen Zeiten des Celler Fußballs dahinter.

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