Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional „Das ist absoluter Schwachsinn“
Sport Fußball regional „Das ist absoluter Schwachsinn“
18:17 07.12.2018
Von Oliver Schreiber
Der Traditionsklub TuS Celle FC ist binnen vier Jahren von der Oberliga bis in die Kreisliga abgestiegen.
Celle

Wolfgang Lidle ist kein Freund von Internetforen und sozialen Medien. „Ich lese sowas nicht. Mich interessiert nicht, was da so alles geschrieben wird“, erklärt der Vorsitzende des TuS Celle FC. Selbstverständlich hat er aber mitbekommen, dass dort von Auflösungserscheinungen, einer drohenden Insolvenz und dem Ende des Traditionsvereins, der aktuell nur noch aus zwei Herren-Mannschaften und einer U18-Jugendspielgemeinschaft (mit MTV Eintracht Celle) besteht, die Rede ist. „Das ist absoluter Schwachsinn. Diese Behauptungen entbehren jeglicher Grundlage“, zürnt der Jurist.

Anlass für derartige Spekulationen war die deftige 1:6-Pleite im Kreisliga-Spiel der Blau-Gelben beim TuS Bröckel, als der ehemalige Drittligist mit Ach und Krach gerade einmal eine komplette Elf auf den Platz bekam. „Keine Frage, unser Auftritt in Bröckel war ein Trauerspiel. Aber es gab ja Gründe für unseren personellen Engpass“, erklärt Lidle.

Aus dem ursprünglichen 18-Mann-Kader fehlten in Bröckel verletzungs- oder urlaubsbedingt Top-Torjäger Andreas Gerdes-Wurpts, Dean und Marvin Feldmann sowie der gesperrte Nils Rogge. Zudem glänzten der ohnehin langzeitgesperrte Ayhan Cango, Serhat Cango, Sergej Kraus und Onur Ekinci durch Abwesenheit. „Diese vier Spieler haben uns mitgeteilt, dass sie uns verlassen wollen“, erläutert Lidle. Die Cangos und Kraus „gehen wohl zu Dicle, für Onur Ekinci gibt es eine Anfrage von unserem Nachbarn Eintracht“, sagt der 56-Jährige.

Ansonsten gebe es keine weiteren Abgänge, auch Gerdes-Wurpts bleibe dem Verein erhalten. „Andreas fühlt sich wohl bei uns. Und wir sind unseren Verpflichtungen ihm gegenüber auch immer nachgekommen“, verdeutlicht Lidle. Selbstverständlich sei die personelle Lage alles andere als rosig, „aber auch daran arbeiten wir. Wir werden den Kader wieder adäquat auffüllen. Einen weiteren Abstieg wollen wir unbedingt vermeiden.“ Es wäre der vierte in den vergangenen fünf Jahren.

Für „einen Schock“ habe die Demission von Coach Marc Knauer im Oktober gesorgt. „Das hat uns völlig unerwartet getroffen. Wir wollten mit ihm langfristig zusammenarbeiten“, meint Lidle. Gerüchten, Knauer habe hingeworfen, weil ein TuS-Sponsor ihm gegenüber handgreiflich geworden sei, tritt er entgegen. „Marc hat mir seine Gründe genannt, davon war nicht die Rede. Ich konnte seine Gründe nachvollziehen, mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, schildert Lidle. Bis zum Saisonende coachen Nils Speckmann, Rogge und Michael Gerdes das Team.

Eine generelle Unruhe im Umfeld habe er nicht verspürt. „Ganz im Gegenteil. Wir sind in unserem Vorstandsteam sehr gut aufgestellt und arbeiten vertrauensvoll zusammen. Darüber hinaus haben wir viele Helfer, vor allem aus der zweiten Mannschaft. Da sind viele Handwerker dabei, die uns zum Beispiel bei Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen im Stadionbereich unterstützen – unentgeltlich wohlgemerkt“, merkt Lidle an.

Auch dem Gemunkel, der TuS FC könne es sich nicht leisten, weiterhin im Günther-Volker-Stadion zu kicken, da die höheren Unterhaltskosten, die aus den Sparmaßnahmen der Stadt Celle resultieren, das Budget „auffräßen“, widerspricht Lidle. „Wir haben den Pachtvertrag mit der Stadt gerade erneuert, der läuft jetzt bis zum 30. Juni 2034. Das Günther-Volker-Stadion bleibt unsere Heimat, die hegen und pflegen wir“, unterstreicht Lidle.

Auch Getuschel über angebliche Liquiditätsengpässe und eine außerplanmäßige Steuerprüfung will Lidle so nicht stehen lassen. „Das einzige, was daran wahr ist, ist die Tatsache, dass wir einige Rechnungen zu spät bezahlt haben. Aber diejenigen, die so etwas in die Welt setzen, sollten vielleicht mal zur Kenntnis nehmen, dass wir in drei Jahren fast 80 Prozent unserer Verbindlichkeiten abgebaut haben.“

Der Verein sei laut Lidle voll handlungsfähig und habe sogar rund 20 Mitglieder hinzugewonnen, überwiegend aus der „Konkursmasse“ von Dynamo Celle. „Wir gehen auf die 140 zu. Wir haben nach wie vor 21 treue Sponsoren. Unser Etat, der zwischen 25.000 und 30.000 Euro liegt, steht. Ich werde so entspannt Weihnachten feiern können wie noch nie“, glaubt Lidle. Vor allem dann, wenn er soziale Medien und Internetforen ignoriert.

Im Nachholspiel der Fußball-Kreisliga will der MTV Eintracht Celle II mit einem Sieg beim TuS Eicklingen die Abstiegsränge verlassen.

06.12.2018

Erster Winterneuzugang perfekt: Landesliga-Spitzenreiter MTV Eintracht Celle holt den ivorischen Weltenbummler Stephane Sylla (26) vom SSV Vorsfelde.

Heiko Hartung 05.12.2018

Im Kreisliga-Spiel des Tages hat MTV Eintracht Celle II das Abstiegsduell beim SV Garßen gewonnen. Beide Teams gingen am Ende dezimiert vom Platz.

02.12.2018