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Fußball regional Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Sport Fußball regional Die Erfolgsgeschichte geht weiter
17:15 25.06.2012
Sie kennt keine Angst: Merle Frohms, Torh¸terin der deutschen U-17-Nationalmannschaft, hechtet aus ihrem Tor heraus. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

„Merle, komm‘ zurück.“ Beim Frauen-Fußball-Niedersachsenpokal-Finale zwischen dem ESV Fortuna Celle und dem VfL Wolfsburg II flehten die Celler Fans die Wolfsburger Torhüterin Merle Frohms förmlich an, wieder in ihre Geburtsstadt zurückzukehren. Doch die 17-Jährige hat sich für die große Karriere entschieden – national wie international.

Nach zwölf Jahren bei der Fortuna wechselte sie im vergangenen Jahr zu den Frauen des VfL Wolfsburg. Bereits in ihrer ersten Saison gelang Frohms mit der zweiten Mannschaft das Double aus Oberliga-Meisterschaft und NFV-Pokalgewinn. Allein das Tor in der Oberliga zu hüten, lastet die Keeperin allerdings nicht aus. Seit der U-15 unterstützt sie zudem die Nachwuchsnationalmannschaften mit ihren Glanzparaden. Mittlerweile ist Frohms auch für die U-17 unverzichtbar: So wird sie als Stammkeeperin bei der am Dienstag startenden Endrunde der U-17-Juniorinnen-Europameisterschaft in Nyon in der Schweiz ihr erstes großes Turnier bestreiten.

Die Vorbereitung auf dieses große Ereignis läuft bei Frohms und Co. bereits seit Saisonende auf Hochtouren: „In der Vorbereitung hatten wir zwei Mal am Tag sehr intensives Training“, berichtet die Wirtschaftsgymnasiastin. Frohms bekommt dabei ein spezielles Torhütertraining. „Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Alle sind schon heiß auf die EM“, freut sich die Nationalspielerin.

Dabei besteht die EM nur aus zwei Partien. Das erste Spiel der DFB-Elf ist bereits das Halbfinale. Sollten die Juniorinnen gegen Dänemark gewinnen, wären sie automatisch für die anstehende Weltmeisterschaft qualifiziert. „Das wird allerdings nicht leicht“, sagt Frohms, die in Wolfsburg bereits zur Führungsspielerin und einem echten Rückhalt gereift ist.

Das zeigt sich auch im Nationalteam: In der Qualifikationsrunde zur EM blieb sie in drei Spielen ohne Gegentor – und das gegen die offensivstarken Spanierinnen.

„Merle war schon immer fußballbegeistert. Bei ihr konnte man schon von Vornherein sehen, dass das Talent da ist“, erinnert sich Uwe Heine, der als Jugendleiter des ESV Fortuna Celle Frohms bei den E-Mädchen trainiert hat und sie schon seit neun Jahren kennt. Heine war überrascht aber zugleich auch stolz, als er von Frohms Nominierung als EM-Stammtorhüterin erfuhr: „Ich hatte schon immer das Gefühl, dass sie einmal weit kommen kann.“

Schon der Wechsel nach Wolfsburg war etwas Besonderes für Merle Frohms. Mit 16 Jahren zog sie von zu Hause aus und musste sich von ihren Freunden und den Mitschülern des Hölty-Gymnasiums verabschieden. Ein neuer Lebensabschnitt begann: So wohnt das Celler Torwart-Aushängschild jetzt direkt in der Wolfsburger Innenstadt in einer Wohngemeinschaft und besucht dort ein Wirtschaftsgymnasium. Ganz nebenbei trainiert sie fünf Tage die Woche mit der zweiten und der ersten Mannschaft des VfL.

„Es war natürlich aufregend, auf einmal mit großen Namen wie der Nationalspielerin Martina Müller zu trainieren“, so die Cellerin, die sich in Wolfsburg mittlerweile gut eingelebt hat – auch im Nationalteam. Zimmerkollegin Wibke Meister vom 1. FFC Turbine Potsdam ist dabei eine ihrer besten Freundinnen geworden.

Dienstagmittag steht noch die letzte Übungseinheit auf dem Programm, ehe ab 15 Uhr in Nyon das Halbfinale ansteht – mit dem obligatorischen Einzug der Teams und den Nationalhymnen. „Das ist ein geiles Erlebnis“, weiß die 17-Jährige aus Erfahrung. Sie hat sich eben für die große internationale Karriere entschieden.

Von Andre Batistic