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Fußball regional Die Legenden können noch kicken
Sport Fußball regional Die Legenden können noch kicken
14:30 11.06.2012
Fotos vom Spiel der Uwe-Seeler-Traditionself beim TuS Hermannsburg und Szenen auf der Anlage. Quelle: Gert Neumann
Hermannsburg

Sie sind zwar allesamt etwas älter und ein wenig langsamer geworden, aber trotzdem können sie (fast) noch kicken wie zu ihren besten Zeiten. Vor über 900 Zuschauen am Waldsportplatz beim Spiel zwischen dem TuS Hermannsburg und der Uwe-Seeler-Traditionself, mit Legenden wie Klaus Fischer und Guido Buchwald gespickt, zeigten die Fußball-Altstars, was noch in ihnen steckt. Am Ende setzte es eine deutliche 3:16-Niederlage für die Hermannsburger Auswahl, die aus Spielern der ersten, zweiten und Altherren-Mannschaft bestand. Doch die Freude der Spieler, mal einen Weltmeister ausgedribbelt oder einen Elfmeter von einem ehemaligen Nationalspieler gehalten zu haben, tröstete über die kassierte Packung hinweg.

Gut eine Stunde vor Spielbeginn die herrschte Aufregung unter den Zuschauern und Vereinsverantwortlichen. Vom Parkplatz sickerte durch, dass der ehemalige Bundesliga-Torwart vom VfL Wolfsburg und österreichische Nationalspieler Claus Reitmeier in Hermannsburg angekommen ist. Über 100 Fans warteten auf ihn und seine Teamkollegen vor den Kabinen. Auch Kinder, die ihn in seinen Blütenjahren nicht mehr spielen gesehen haben – egal, Hauptsache ein heißbegehrtes Autogramm ergattern.

Stets mit dabei: Jörg Wagener. Der Fußballspartenleiter des TuS und Organisator des Festes zum 85-jährigen Jubiläum des TuS, das als Hauptattraktion das Legendenspiel beinhaltete, begrüßte jede Legende per Handschlag. Das hätte auch Heinz Kuhlmann, der vor der Kabine Klaus Fischer erwartete, gerne getan: „Seine Spiele habe ich schon damals im Fernsehen verfolgt“, erinnert sich der 77-Jährige.

Vor Spielbeginn stellten sich am Morgen noch die einzelnen Sportsparten des TuS auf den Sportplätzen vor. Erst kurz vor Anpfiff füllte sich der große Platz mit Zuschauern. Die Spannung, in welcher Verfassung sich die Fußball-Altstars befinden, stieg an. So auch beim 13-jährigen Sebastian Schmidt, der stolz sein mit Unterschriften geschmücktes Trikot präsentierte: „Mich interessiert es, ehemalige Nationalspieler zu sehen. Ich freue mich auf die Legenden. Sie werden klar gewinnen.“ Ähnlicher Meinung war auch Stadionsprecher und Kommentator Ulli Potofski, der mit Charme und Witz das Spiel begleitete: „Es werden viele Tore für die Legenden fallen.“

Er sollte Recht behalten: Zwar erzielte Veysi Yavsan das erste Tor für die Hermannsburger, doch letztlich waren die TuS-Kicker der filigranen Technik der Traditionself klar unterlegen. Wer annahm, dass die Kondition der Altstars im Laufe der Partie nachlassen würde, sah sich getäuscht. Es war eher die Heimmannschaft, der zum Spielende die Luft ausging: „In den letzten zehn Minuten sind wir ein wenig eingebrochen“, gab Stürmer Malte Pickert, dem ein Treffer gelang, zu. „Trotzdem war es schön, gegen solche Legenden wie Klaus Fischer zu spielen. Die bisher die beste Mannschaft, gegen die ich je gespielt habe.“

Auch die Legenden wie Klaus Fischer waren nach dem Spiel bei bester Laune: „Es war ein wunderbarer Tag. Hermannsburg hat sich gut geschlagen.“ Guido Buchwald zeigte sich erfreut: „Es ist immer schön, alte Weggefährten wiederzusehen. Es ist wie ein kleines Klassentreffen.“

Von Andre Batistic