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Fußball regional Doppel-Spieltage nerven Kicker in Kreisliga Celle
Sport Fußball regional Doppel-Spieltage nerven Kicker in Kreisliga Celle
16:00 28.08.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Jörg Rienass, Trainer des TSV Wietze, mag sich mit den Doppel-Spieltagen nicht anfreunden: „Meinen Spielern fehlt die nötige Regenerationszeit. Wir sind Amateure, da dauert es bei einigen Spielern länger, bis die Belastung verarbeitet wurde. Außerdem wäre im Laufe der Saison genügend Zeit, um die Spiele mit mindestens einer Woche Pause zwischendurch auszutragen“, so Rienass. SG-Eldingen-Trainer Volker Darkow sind auch keine Notwendigkeit: „Der Termindruck ist nicht da.“

André Ruschitzka, Coach des MTV Langlingen meint: „Ein Spielbeginn am Freitag um 18 Uhr in Oldau ist für uns durch die lange Anfahrt logistisch kaum möglich.“ Er sieht auch die Gefahr von Verletzungen durch fehlende Regeneration und nennt seinen Spieler Felix Linnewedel als Beispiel, der sich am ersten Doppelspieltag einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Die frühe Anstoßzeit am Freitag ist auch Sven Mentkowski, Trainer bei TuS Oldau-Ovelgönne, ein Dorn im Auge: „Wir haben einige Spieler die bis 18 Uhr arbeiten müssen.“

Es gibt aber auch Kreisliga-Trainer, die kein Problem mit der Regelung haben. Bröckels Bernd Schäfer hat nichts dagegen einzuwenden. Und auch Claus Netemeyer vom SV Altencelle bleibt auf dem Teppich: „Der Freitag ist ein normaler Trainingstag, da wäre die Belastung ohnehin da.“

Allerdings trifft es auch nicht alle Vereine gleichermaßen. Durch den Rückzug des SV Nienhagen sieht der Rahmenspielplan zwei spielfreie Teams pro Spieltag vor. So müssen am kommenden Wochenende Eldingen, Wietze, Altencelle und Oldau-Ovelgönne jeweils nur einmal auf den Platz – das kann durchaus ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein.

Achim Prüße, als Vorsitzender des Spielausschusses mitverantwortlich für die enge Terminierung, weist die Kritik zurück: „Der Rahmenspielplan wurde im Februar festgelegt, war also lange bekannt. Bei den Arbeitstagungen ist von keinem Verein etwas gegen die Doppel-Ansetzungen gesagt worden“, so Prüße, der die Vorteile hervorhebt: „Es ist doch besser, im Sommer zweimal zu spielen, als mit der Hinrunde weit in den Dezember bis kurz vor die Weihnachtsfeiertage zu gehen. Dann gibt es aufgrund des Wetters Spielausfälle, die Nachholspiele stauen sich auf und wir kommen im Frühjahr unter Termindruck“, so der Verbandsfunktionär. „Außerdem kommen im Sommer auch mehr Zuschauer auf den Sportplatz.“

Die gute Nachricht: Nach diesem Wochenende wird es in dieser Spielzeit keine geplanten Doppelspieltage in der Kreisliga mehr geben. Vor der kommenden Saison will Prüße die Vereine anschreiben und abfragen, wie eine Regelung gefunden werden kann, die alle zufrieden stellt.

Von Heiko Hartung und Jens Tjaden