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Fußball regional Dramatisches Diego-Debüt in Wolfsburg
Sport Fußball regional Dramatisches Diego-Debüt in Wolfsburg
14:32 29.08.2010
Von Christoph Zimmer
Wolfsburg

Dabei hatte er einen durchaus bemerkenswerten Auftritt hingelegt, nach den beiden Toren von Edin Dzeko (21., 27.) und einer herrlichen Körpertäuschung selbst getroffen (30.), womit er als Mann des Tages eigentlich schon festgestanden hatte. Doch es war Adam Szalai, dem Einwechselspieler der Gäste aus Mainz, vorbehalten, in die Rolle des Spielverderbers zu schlüpfen – und kurz vor Schluss einen uneinholbar scheinenden 0:3-Rückstand in einen 4:3-Erfolg der Mainzer zu verwandeln.

Ein versöhnliches Ende gab es also nicht bei der Rückkehr von Diego in die Bundesliga. Den Wolfsburgern und allen voran Dieter Hoeneß, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, der den Wechsel beharrlich und ohne finanzielle Grenzen vorbereitet hatte, kann man zu der Verpflichtung des brasilianischen Mittelfeldspielers von Juventus Turin aus vielerlei Gründen aber nur gratulieren. Sie haben nicht nur einen begnadeten Fußballer geholt, der die Kunst des schönen Spiels beherrscht und vor nicht allzu langer Zeit ganz Bremen verzauberte, sondern auch einen Ersatz für den nörgelnden Zvjezdan Misimovic, der am Samstag nicht einmal mehr im Kader stand und sich wohl in den nächsten Tagen Galatasaray Istanbul anschließen wird.

Die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Diego sollen Wolfsburg wieder dahin führen, wo sie nach der verlorenen vergangenen Saison alle wieder hin wollen – in den europäischen Fußball. Außerdem soll er den Verein, der längst noch nicht alle Herzen des Landes erobert hat und nach wie vor unter einem Wahrnehmungsproblem leidet, wieder ins Scheinwerferlicht rücken.

Die bloße Anwesenheit von Diego konnte die 26.116 Zuschauer in Wolfsburg aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hintermannschaft der Gastgeber mit dem, was man gemeinhin unter diesem Begriff versteht, ohne Arne Friedrich, den am Rücken verletzten Nationalspieler, nur wenig zu tun hatte. Nicht nur bei den Gegentoren von Morten Rasmussen (39.), Elkin Soto (48.), André Schürrle (58.) und eben Adam Szalai (85.) gab es bedenkliche Schwindelanfälle. „Wir sind als Mannschaft noch nicht richtig zusammen gewachsen“, erklärte Steve McClaren, Wolfsburgs Trainer, nach dem Spiel. Er weiß, dass Diego allein noch keine Punkte bringt. Und auf Wolfsburg nach zwei Niederlagen aus den ersten beiden Spielen noch sehr viel Arbeit wartet.