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Fußball regional Ein Celler in Budapest: Fußball-Profi Felix Burmeister will in die Europa League
Sport Fußball regional Ein Celler in Budapest: Fußball-Profi Felix Burmeister will in die Europa League
12:06 13.06.2017
Von Heiko Hartung
Der Celler Fußballprofi Felix Burmeister wird von seinen Vasas-Mannschaftskollegen für seinen Siegtreffer gegen Honvéd Budapest gefeiert.
Celle Stadt

Budapest. Am Montag hatte Felix Burmeister einen stressigen Tag. Um 11 Uhr stand eine Trainingseinheit mit seinem Klub Vasas Budapest an. Das Problem: Der Fußball-Profi aus Celle war erst eine Stunde zuvor aus dem Ibiza-Urlaub in der ungarischen Hauptstadt gelandet – und auf der spanischen Partyinsel ist Schlaf bekanntlich Mangelware. „Das war ein bisschen hart“, gab der 27-Jährige zu. Aber Burmeister ist bekannt für seine Nehmerqualitäten auf dem Platz. Und so hatte sein deutscher Trainer Michael Oenning (früher beim Bundesligisten Hamburger SV)auch nichts zu meckern.

Die Auszeit hatte sich Burmeister nach seiner anstrengenden wie erfolgreichen Debütsaison in der ersten ungarischen Liga auch verdient. Mit dem Traditionsklub Vasas FC, der meist im Schatten der großen Klubs wie Ferencváros oder dem neuen Meister Honvéd steht, wurde er sensationell Vize-Pokalsieger. Als Dritter erreichte der Klub einen Europa-League-Qualifikationsplatz.

„Hier ist was in Bewegung geraten“, erzählt Burmeister. „Der Klub hat einen neuen Besitzer, der auf junge Spieler setzt. Ich gehöre schon zu den Routiniers. Gerade ist unser altes Stadion abgerissen worden und wird durch ein modernes ersetzt.“ Doch nicht nur Vasas rüstet auf. „Das ganze Land ist im Fußball-Aufbruch.“ Mit deutscher Aufbauhilfe: Nationaltrainer ist Bernd Storck, sein Assistent Andreas Möller, Weltmeister von 1990. Thomas Doll (früher Hamburg, Dortmund) trainiert Ferencváros Budapest. Gegen das Aushängeschild des ungarischen Fußballs verlor Vasas im Pokalfinale unglücklich mit 4:5 nach Elfmeterschießen. Innenverteidiger Burmeister blieb zur Pause rotgefährdet draußen. Insgesamt absolvierte er 35 Partien für Vasas, schoss drei Tore. Die fünf, sechs besten ungarischen Klubs hätten deutsches Zweitliga-Niveau, „der Rest könnte in der 3. Liga mitspielen“, so Burmeister.

Der Defensivspezialist hat als Kind beim SV Hambühren mit dem Fußball angefangen. Über Hannover 96 II kam er zu Arminia Bielefeld, stieg mit den Ostwestfalen 2013 in die 2. Bundesliga auf. „Nach fünf Jahren lief es für mich in Bielefeld zuletzt nicht mehr so gut“, erzählt Burmeister. Angebote aus England und der Schweiz zerschlugen sich, da lud ihn Oenning nach Budapest ein – und das Gesamtpaket passte. Der 1,86 Meter große Abwehrrecke bezog eine möblierte Wohnung im VII. Bezirk nahe der Donau und fühlte sich schnell wohl im Trikot des Heimatklubs von Ungarns Spieler- und Trainerlegende Gyula Lóránt. „Die Stadt ist wunderschön, aber auch anstrengend“, so Burmeister. Denn wie es der Zufall wollte, liegt seine Bleibe mitten im Budapester Partyviertel. „Da ist es mit der Nachtruhe nicht immer weit her“, so Burmeister. Deshalb steht für den Single zum Monatsende ein Umzug in eine ruhigere Wohngegend an.

Auch wenn Burmeister von seiner Auslandserfahrung als Fußballer schwärmt, die Verbindung nach Celle ist immer noch eng: „Vier-, fünfmal war ich während der Saison zu Hause bei meiner Familie. Man fliegt nur eineinhalb Stunden nach Hannover, da lohnt sich auch ein Kurztrip“, erzählt er.

Sein Vertrag läuft bis Sommer 2018. Bis dahin will Burmeister mit Vasas möglichst international spielen. Den Gegner für das Hinspiel der Qualifikation zur Europa League am 29. Juni bekommt der Stadtteilverein noch zugelost. „Mit ein bisschen Glück kommen wir in die Gruppenphase“, ist er sich sicher. Es wäre ein großer Schritt für den kleinen Budapester Klub – und für den Celler Burmeister.