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Fußball regional Ein Punkt ist für Eschede zu wenig gegen doppelt dezimierten TuS Celle FC
Sport Fußball regional Ein Punkt ist für Eschede zu wenig gegen doppelt dezimierten TuS Celle FC
19:19 17.09.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

Eschede. „Was wir geboten haben, war planlos, ungeordnet und absolut ungefährlich“, ärgerte sich Ewert. Sein Gegenüber Thomas Crocoll sprach hingegen von einem Punkt für die Moral. „Wie wir mit zwei Mann weniger gekämpft haben, war aller Ehren wert“, so der Coach des TuS FC.

Sein Team stand zu Beginn gut gestaffelt in der eigenen Hälfte, während die Gastgeber versuchten Druck aufzubauen. Das gelang nicht wirklich und nach einer Viertelstunde entpuppten sich die Blau-Gelben als das gefährlichere Team. Andreas Gerdes-Wurpts steckte durch auf den Sekunden vorher früh (12.) für Sergej Kraus ins Spiel gekommenen Raied Ali. Doch dieser schob völlig freistehend den Ball am Tor vorbei. Das hätte bereits die Gästeführung sein müssen. Danach wollten beide Teams offensichtlich einen Rückstand vermeiden und zeigten wenig Risikobereitschaft.

Und dann fiel relativ überraschend doch ein Tor: Der wieselflinke Ali hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und passte nach innen auf den mitgelaufenen Onur Ekinci. Dieser setzte das Leder aus 16 Metern zwar nicht hart, dafür aber äußerst platziert zum 0:1 (32.) ins rechte untere Tor-Eck. TuS-FC-Sturmspitze Gerdes-Wurpts hätte mit einem Drehschuss (38.) dann fast die Gästeführung ausgebaut. Auf der anderen Seite fanden Eschedes lange, aus dem Halbfeld geschlagene Bälle so gut wie nie einen Abnehmer. Noch vor der Pause erhitzten zwei Szenen, die Celles Spielerzahl innerhalb von drei Minuten von elf auf neun reduzierten, die Gemüter. Erst ließ sich der bis dahin gut spielende, aber bereits verwarnte, Ekinci zu einem Wortgefecht plus anschließendem Schubser gegen Marc von der Ohe hinreißen und musste mit Gelb-Rot vom Platz. 180 Sekunden später kassierte Andreas Gerdes-Wurpts, der sich später einsichtig zeigte, nach einem heftigen Einsteigen gegen Marvin Söhl eine glatte Rote Karte. „Das war fahrlässig von mir. Ich ziehe zwar noch zurück – aber der Platzverweis geht in Ordnung“, so der Celler Torjäger.

Wer nun dachte, dass die Elf von der Aschau die dezimierten Celler in der zweiten Halbzeit unter Dauerdruck setzen würde, sah sich getäuscht. Die technisch starken und sehr lauffreudigen Raied Ali, Steven Neumann und Alpha Jallow sorgten praktisch bis kurz vor Spielende für deutlich mehr Entlastung, als man erwarten konnte. Nach Foul an Neumann vergab Oliver Bornemann die Riesenchance zum 0:2 (51.), als er mit dem fälligen Strafstoß an Eschedes ins rechte Toreck abtauchenden Schlussmann Kai John scheiterte. Sturmtank Maik Kirchhoff sorgte dann auf der anderen Seite per Flugkopfball aus Kurzdistanz endlich für Eschedes Ausgleich zum 1:1 (63.).

Doch danach hatte der Gastgeber gegen die in der Defensive gut postierten und klug verschiebenden Gäste nicht mehr viel zu bieten. „Das war ideenloser Fußball mit der Brechstange – zum Teil mit unerklärlichem Slapstick-Charakter. Da war keine Spannung und kein Einsatz“, kritisierte Trainer Ewert den uninspirierten Auftritt seines Teams. So retteten die Celler, bei denen der fehlerfreie Interims-Torwart Tim Cewe erstaunlich wenig zu tun hatte, das Remis trotz einiger brenzliger Situationen über die Zeit. „Der Punkt hilft uns nicht weiter. Selbst in Unterzahl hätten wir gewinnen können“, war TuS-FC-Trainer Thomas Crocoll nach der couragierten Leistung seiner Mannschaft nicht völlig zufrieden.

Von Jochen Strehlau