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Fußball regional Eklat um Lutschewitz bei Abschiedsspiel von TuS Celle FC
Sport Fußball regional Eklat um Lutschewitz bei Abschiedsspiel von TuS Celle FC
22:26 18.05.2014
So hätte sich Lars Lutschewitz (links) sein - letztes Spiel für den TuS Celle FC - nicht vorgestellt: Er verließ die Bank aus Protest in - der zweiten Halbzeit beim Lüneburger SK Hansa. Quelle: Alex Sorokin
Lüneburg

LÜNEBURG. Und diese nutzten die Gastgeber deutlich. Sie schickten den TuS FC mit einer 1:6-Niederlage im Gepäck nach Hause. Vor dem letzten Spieltag liegt Lüneburg mit drei Punkten und einer um 13 Treffer besseren Tordifferenz vor der FT Braunschweig.

Dem TuS FC kann dies alles egal sein: Die Celler haben ihre eigenen Probleme, denn die schwache Leistung wurde von einem Eklat um Trainer Lazar Djurdjevic und Kapitän Lars Lutschewitz überschattet. Der langjährige TuS-Spieler, der im Sommer zum MTV Eintracht Celle wechselt, stand vor seinem letzten Einsatz für den Klub. Vor dem Anpfiff wurde er vom Coach allerdings „aus sportlichen Gründen“ auf die Ersatzbank verbannt. „Als ich ihn in der zweiten Halbzeit einwechseln wollte, war er auf einmal nicht mehr da, niemand wusste wo er ist“, sagte der TuS FC Trainer.

Was war passiert? Lutschewitz verteidigt sich: „Ich habe mich umgezogen, weil ich wusste, dass ich in der Partie nicht mehr spielen werde“, so der Kapitän. Hätte ihm der Trainer das vor der Abreise gesagt, wäre er gar nicht erst mitgefahren. Für Lutschewitz brachte eine Szene in der 20. Minute das Fass zum Überlaufen: Nils Rogge wehrte einen Schuss von den Lüneburgern mit der Hand auf der Linie ab – Rot und Elfmeter. „Anstatt mich einzuwechseln, stellte er die Mannschaft um“, so Lutschewitz. „Dass er der Presse jetzt gegenüber sagt, dass er mich noch gebracht hätte, ist doch klar. Er hat sich dabei schon etwas gedacht.“

Djurdjevic hat für die Aktion kein Verständnis: „Er ist der Kapitän. In so einer Situation müssen wir zusammenhalten. Ich finde, das sagt viel über den Charakter des Spielers aus.“ Die Mannschaft habe die Aktion von Lutschewitz sachlich aufgenommen, so der Trainer. Dass er sein Team im Stich gelassen hat, meint Lutschewitz allerdings nicht. „Es ist ärgerlich, dass mein letztes Spiel so endet.“ Er fehlt beim Saisonabschluss gegen Drochtersen/Assel.

Dass das Spiel durch den Eklat zur Nebensache wurde, kann dem TuS FC nur recht sein: Nach 62 Minuten lagen die Celler bereits mit 0:6 zurück. Djurdjevic befürchtete schon ein Debakel, als Lüneburg deutlich die Geschwindigkeit aus der Partei nahm und Kai Broschinski noch die Ehrentrefferwürde erlangte. „Wir haben alles gegeben und immer mutig nach vorn gespielt, doch es fehlt wie immer die Durchschlagskraft“, so Djurdjevic. An Aufgeben denkt der Coach noch lange nicht: „Eike [Mach] und ich ziehen das voll durch. Wir sehen, dass die Entwicklung im Team ja da ist.“

Von André Batistic