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Fußball regional Erinnerungen an Karin Gundlach
Sport Fußball regional Erinnerungen an Karin Gundlach
21:29 01.08.2017
Von Jürgen Poestges
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle Stadt

Besonders die Fußballer gehörten zu ihren Favoriten. „Sie wollte es noch erleben, dass unsere erste Mannschaft in die Oberliga aufsteigt“, erzählt Norbert Reiche, der Co-Trainer des Aufsteigers, über die kürzlich verstorbene Karin Gundlach. „Und sie ist genau an dem Wochenende, an dem wir den Aufstieg klar machten, aus dem Krankenhaus gekommen. Sie hat sich das Spiel angeschaut und wir haben hinterher noch lange zusammengesessen.“ Da war auch Jörg Klindworth dabei, der Leiter Spielbetrieb beim MTVE. „Wir haben uns auf der Meisterfeier über alte Zeiten unterhalten. Es war schön, mit Karin zu reden. Sie wusste alles und kannte jeden.” Allerdings sei sie da schon ziemlich angeschlagen gewesen. „Sie kam mit einem Rollator,“ sagt Reiche. Sechs Wochen hatte sie mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus gelegen.

„Sie war in Stadt und Land bekannt. Sie war Wirtin, Freundin, Kummertante, Ersatzmutter, Organisatorin und vor allem: Sie war herzensgut “, sagt Klindworth. „Sie hatte immer und für alle ein offenes Ohr und auch so manches Mal ein offenes Portemonnaie.”

Soll heißen: konnte man die Zeche nicht bezahlen, wurde eben ein Deckel gemacht. Sportler, natürlich vorrangig die Einträchtler, waren für Karin Gundlach die liebsten Gäste. Sie hat ganze Generationen von Fußballern, Hockeyern, Leichtathleten, Schwimmern oder Tennisspielern an ihrer Theke bewirtet.

Vor allem die Kleinen waren ihr immer ein besonderes Anliegen. „So auch unser Sohn Tjark, der im Alter von vier Jahren sein erstes Eis am Stiel von Karin bekam. Natürlich umsonst”, sagt Klindworth. „Und der dann mit den Worten verabschiedet wurde: Du spielst mal in der ersten Herren.” Was dann auch geklappt hat.

Norbert Reiche erinnert sich gern an die Feiern im Eintracht-Klubhaus. „Da hat sie immer, wenn die Stimmung auf dem Höhepunkt war, ,La Cucaracha‘ gesungen und die Lampen über der Theke wild hin und her schwingen lassen.”

Karin Gundlach ist am 17. Juli im Alter von 66 Jahren gestorben. In der vergangenen Woche wurde sie bestattet. „Auf Wunsch von Karin soll keine Trauerkleidung getragen werden”, hieß es es in der Traueranzeige der Familie. Da muss Reiche schmunzeln: „So war Karin eben, lebensbejahend und unglaublich positiv.” Und Klindworth ist sich sicher: „Sie schaut uns von da oben zu und irgendwann wird sie den ein oder anderen an ihrer ,Himmelstheke‘ bewirten. Und dann wird auch wieder über alte Zeiten geredet.”