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Fußball regional Eritreer spielen Faustball in Hermannsburg
Sport Fußball regional Eritreer spielen Faustball in Hermannsburg
15:40 30.03.2018
Semerab lässt beim Faustball keinen Einsatz vermissen. Quelle: David Borghoff
Hermannsburg

Die Angabe kommt scharf: Der Ball nimmt rasant an Geschwindigkeit auf, rotiert in der Luft, eng platziert drischt er auf dem Boden auf. Semerab sprinten hervor, setzt zum Hechtsprung an und bevor der Ball ein zweites Mal auf den Boden schlägt, katapultiert der junge Eritreer den Ball mit seinem Unterarm in die Luft. „Jetzt mit Schmackes rüber“, schallt es durch die Hermannsburger Örtzehalle. Die Hand geballt, katapultiert sich Efrem in die Luft, holt Schwung und faustet den Ball mit all seiner Kraft über die zwei Meter hohe Leine. „Tammi, das ist deiner.“ Ein dumpfer Prall und schon der junge eritreische Abwehrspieler den Ball mit der Innenseite seines Unterarms pariert und den vermeintlich sicheren Punkt vereitelt.

„Faustball? Nein, das kannten wir nicht“, sagt der 21-jährige Semereb. Volleyball ja – und natürlich Fußball. „Das wird auf der ganzen Welt gespielt“, versichert Efrem. Doch Stephan Meyer, Faustball-Abteilungsleiter des TuS Hermannsburg, sie zum Training eingeladen, hatten die drei ihre Herzen für die urdeutsche Randsportart verloren. Auch wenn der 380 Gramm schwere Faustball, der bei einem satten Angriffsschlag ein Tempo von bis zu 120 Kilometer pro Stunde aufnehmen kann, anfangs etwas einschüchternd wirkte. „Mein Arm war ganz dick“, sagt Semerab. Da habe er sich gedacht „lieber nicht“. Doch trotzdem ließ sich das Trio nicht einschüchtern. „Hier spielen tolle Typen“, sagt Tammi. Der Zusammenhalt im Hermannsburger Faustball-Team stimme einfach.

Radfahren ist seit den Zeiten als italienische Kolonie Eritreas Nationalsport – nicht zuletzt hatte die Begeisterung ihren Höhepunkt als Daniel Teklehaimanot sich einen Namen als der „Bergkönig aus Eritrea“ bei der Tour de France machte. Während sich der Radsportler im Sommer 2015 bei der sechsten Etappe der Frankreichrundfahrt das begehrte Trikot mit den roten Punkten erkämpfte, erreichten Semerab, Tammi und Efrem Deutschland. Drei Jahre ist es nun her, dass die drei jungen Männer ihr Heimatland verlassen haben und über das Lager Friedland nach Hermannsburg gekommen sind. Den Rückschlagsport spielen sie im TuS nunmehr seit knapp zweieinhalb Jahren. „Wir sind noch Lehrlinge des Faustballs“, meint Semerab. Doch Übungsleiter Meyer lobt ihre Entwicklung: „Sie werden immer besser.“ Als Vorstandsmitglied des Sportvereins hat er die die Integrationsbemühungen von Anfang an begleitet. Von Laufgruppen angefangen, über Fußball bis hin zum Faustball sind die jungen Männer beim TuS angekommen. Ein wichtiges Fundament ist dafür das Beitragssponsoring durch Spendengelder, denn die drei Eritreer müssen – wie auch andere finanziell Benachteiligte – keinen Vereinsbeitrag zahlen.

Auf dem Spielfeld lebt das TuS-Team von seinen unterschiedlichen Mentalitäten. „Natürlich gibt es auch mal klare Ansagen auf dem Feld“, sagt Meyer. Die etwas ruppigere Art, sei für die „freundlichen und schüchternen“ Eritreer zuerst ungewohnt gewesen. Doch Tammi sieht da mittlerweile kein Problem: „Es ist wichtig, dass wir miteinander reden.“ Denn nur so könne man gewinnen. „Im Spiel muss es schnell gehen, da bleibt keine Zeit für lange Erklärungen.“ Doch manchmal braucht es auch nicht große Worte: Am Ende der Übung klatschen sich alle TuS-Spieler ab. Und beim nächsten Training werden Semerab, Efrem und Tammi wieder Bälle schmettern und weiter üben, denn aus den Faustball-Lehrlingen sollen bald Meister werden.

Halbfinal-Zeit im Fußball-Kreispokal. In zwei Duellen wird entschieden, wer am 18. Mai um den „Pott“ spielen darf. Mit dem MTV Eintracht Celle II ist noch ein Vertreter der 1. Fußball-Kreisklasse im Rennen. Die Oberliga-Reserve hat mit dem souveränen Spitzenreiter der Kreisliga allerdings auch den „härtesten Brocken“ zugelost bekommen. In der zweiten Partie erwartet der TSV Wietze den TuS Bröckel im heimischen Waldstadion.

30.03.2018

Na klar. Feiern würden die Landesliga-Fußballer des VfL Westercelle am Osterwochenende schon gern ein bisschen. Am besten mit ein paar Ostereiern in Form von sechs Pluspunkten. Doch die Suche danach dürfte nicht so einfach werden. Am Samstag (16 Uhr) geht es für den VfL zum SV Ahlerstedt/Otterndorf, gegen den man im Hinspiel böse mit 0:4 unter die Räder kam. Am Montag legt der erstarkte Oberliga-Absteiger SV Blau-Weiß Bornreihe (15 Uhr) seine Karten beim Landesliga-Aufsteiger auf den Tisch.

Uwe Meier 30.03.2018

Passender könnte die Konstellation für ein Osterwochenende kaum sein. Fußball-Oberligist MTV Eintracht Celle kann mit einem „Sixpack“ in den beiden Heimspielen am Samstag gegen SV Atlas Delmenhorst und am Montag gegen TuS Sulingen (beide Partien jeweils um 16 Uhr in der Immobilien-Wilharm-Arena) nämlich seine sportliche Auferstehung feiern und den Kampf um den Klassenerhalt wieder offen gestalten. „Wir wissen natürlich um die Bedeutung dieser beiden Spiele. Für uns ist das die große Chance, nochmal Anschluss zu finden. Dementsprechend groß ist unsere Motivation, wir werden nochmal alles versuchen“, erklärt Trainer Hilger Wirtz vor dem Oster-Doppelpack mit richtungsweisendem Charakter.

Oliver Schreiber 30.03.2018