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Fußball regional Erste Friedensrunde im Unterlüßer Fußball-Krieg
Sport Fußball regional Erste Friedensrunde im Unterlüßer Fußball-Krieg
22:50 11.09.2013
Von Heiko Hartung
Unterlüß

UNTERLÜSS. Nachdem der Fußball-Kreisligist TuS am Ende der vergangenen Saison den Vertrag mit seinem Trainer Horst-Dieter Pilot nicht verlängert hatte, belebte der 53-Jährige die Fußballabteilung beim FC neu – mit einem Großteil der TuS-Spieler, die ihrem alten Coach zum neuen Klub folgten. Derzeit trägt der FC (4. Kreisklasse) seine Heimspiele in Beckedorf aus, will allerdings so schnell wie möglich ins Unterlüßer Stadion am Hochwald umziehen. Das Problem: Die Anlage ist bis zum Jahr 2035 von der Gemeinde an den „Platzhirschen“ TuS verpachtet – und dessen Verantwortliche denken nicht daran, dem Konkurrenzklub die Mitnutzung zu erlauben. Der Zwist droht die Atmosphäre in dem 3500-Einwohner-Ort zu vergiften.

Bürgermeister Wilks hatte gegenüber der CZ versichert, sich nicht in Interna einzumischen und beide Vereine gleich zu behandeln. „Es gibt für uns kein Gut und Böse“, hatte Wilks seinerzeit gesagt. Doch daran zweifeln die Verantwortlichen des TuS Unterlüß inzwischen. „Wir befürchten, dass das Treffen einseitig zu unseren Ungunsten ablaufen wird“, sagt TuS-Sportwart Wilfried Plumhoff. Wilks hebe in seiner Einladung hervor, dass dieses Gespräch nicht im Sinne einer unparteiischen Moderation ablaufen werde, heißt es in einer Pressenotiz des Vereins. Dort steht weiter: „Das Gespräch wurde von Herrn Wilks vielmehr in den Rang einer dienstlichen Angelegenheit erhoben.“ Dies stehe konträr zur Verlautbarung des Bürgermeisters in der CZ, dass die beiden Vereine die Angelegenheit untereinander lösen müssten.

Der Bürgermeister unterstrich gestern noch einmal, an einer Beilegung des Konflikts interessiert zu sein, mit der beide Seiten leben können. Wilks fügt aber an: „Der FC hat bei der Gemeinde einen Antrag zur Nutzung des Hochwald-Sportplatzes stellt. Das kann man nicht einfach von vornherein abbügeln – zumal die Gemeinde die Bewirtschaftung der Anlage nicht unerheblich bezuschusst.“ In diesem Punkt bleiben die TuS-Macher aber hart: Mit Verweis auf den Pachtvertrag werde man „einer zusätzlichen Nutzung durch einen Verein mit konkurrenzierendem Sportangebot nicht zustimmen“.

Daneben wehren sich die TuS-Verantwortlichen gegen die Rolle des Buhmanns in der Affäre. Man sei frühzeitig an einer Lösung interessiert gewesen und habe bereits gegen Ende der Spielsaison dem FC ein Gesprächsangebot unterbreitet. „Dieses wurde vom 1. Vorsitzenden des FC im Beisein eines Ratsmitglieds der Gemeinde Unterlüß rüde zurückgewiesen“, heißt es aus Vorstandskreisen. Der angesprochene FC-Chef Andreas Rahlfs sagt, er glaube nicht an eine kurzfristige Einigung, „zumindest nicht beim ersten Treffen“.

Auch Bürgermeister Wilks ist skeptisch: „Wir werden am Donnerstag keine unterschriftsreife Lösung präsentieren können. Es geht zunächst darum, eine Diskussionsgrundlage zu schaffen und Kompromissansätze zu finden.“

Es scheint, als ob im „Unterlüßer Fußball-Krieg“ noch einige Schlachten geschlagen werden, bis endlich wieder Frieden einkehrt.