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Fußball regional Fahed Dermech: War immer ein Kämpfer
Sport Fußball regional Fahed Dermech: War immer ein Kämpfer
18:37 31.07.2017
Von Jürgen Poestges
Celle Stadt

Aber seine Fußballer-Karriere ist inzwischen Schnee von gestern. Es hat sich viel verändert im Leben des heute 50-jährigen Tunesiers. Private und geschäftliche Rückschläge musste er hinnehmen. Eine Scheidung, dann starben innerhalb kürzester Zeit zunächst seine Schwester und seine Mutter in Tunesien. Vier Jahre hielt er sich in seinem Heimatland auf, für das er im übrigen auch 18 Mal das Nationaltrikot überstreifte. Irgendwann erkannte er, dass er zurück nach Deutschland wollte. „Es zog mich nach Hannover, schon allein, um in der Nähe meiner beiden Töchter zu sein, die in Celle leben.“ Dass er dann wieder in Celle landete, ist letztlich Selam Hagos zu verdanken, den er aus seiner Celler Fußball-Vergangenheit kennt.

„Ich war schon immer ein Kämpfer, auf und neben dem Fußballplatz. Ich will jetzt hier einen Neuanfang wagen“, sagt Dermech. Er beginnt jetzt eine zweijährige Umschulung zum Einzelhandelskaufmann. „Den Beruf habe ich in Tunesien gelernt und dort auch meinen Abschluss gemacht. Aber in Deutschland wird er so nicht anerkannt.“ Deswegen drückt der Ex-Profi jetzt noch einmal die Schulbank. „Meine letzte Prüfung habe ich vor 30 Jahren gemacht“, sagt er lachend. „Mal schauen, wie ich das jetzt hinbekomme.“

Und auch der Fußball spielt wieder eine Rolle in seinem Leben. Ohnehin ist er in der Traditionsmannschaft von Hannover 96 im Einsatz, unter anderem mit Altin Lala. Außerdem betreut er seit einem halben Jahr gemeinsam mit Jonas Sieme die U15 des VfL Westercelle in der Landesliga. „Ich möchte das Team begleiten, die Jungs sind mir jetzt schon ans Herz gewachsen.“ Begeistert ist er von Trainer Sieme. „Sein Konzept hat Hand und Fuß. Von ihm kann ich noch einiges lernen.“

Wenn sich seine private Situation stabilisiert hat, kann sich Dermech durchaus vorstellen, als Cheftrainer eine Mannschaft zu betreuen. „Ich habe die B-Lizenz, die ich auffrischen möchte. Und wenn sich dann die Chance bietet – warum nicht?“

Beim VfL Westercelle ist man stolz, so einen bekannten Namen in den Reihen zu haben. „Wir haben einfach einmal locker angefragt“, erinnert sich Jugendleiter Marc Siegesmund. „Von Anfang an stimmte die Chemie. Fahed ist ein toller Typ, der mit seiner Erfahrung den Jungs sicherlich einiges beibringen kann.“

Zu den ehemaligen Kollegen vom TuS Celle FC hat er allerdings nur lockeren Kontakt. „Ich habe Sven Teichmann und Frank Weber einmal getroffen. Das war schön, die Jungs von früher noch mal zu sehen.“