Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Fehlstart mit Lichtblicken für MTV Eintracht Celle
Sport Fußball regional Fehlstart mit Lichtblicken für MTV Eintracht Celle
10:48 14.08.2017
Von Oliver Schreiber
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Das Lob tat gut. „Eintracht wird die Oberliga bereichern. Das ist eine spielstarke Mannschaft, die offensiv denkt und nicht nur zerstören will. Was wir heute gesehen haben, war Werbung für den Amateurfußball“, meinte Murat Salar, Trainer des SV Arminia Hannover, bei der Pressekonferenz nach dem für ihn überaus gelungenen Saisonauftakt. Seinem Pendant beim MTV Eintracht Celle, Hilger Wirtz, rang er damit ein Lächeln ab, obwohl der noch dabei war, die 2:5-Niederlage zu verdauen. „2:5 hört sich natürlich bitter an. Arminia hat eine sehr hohe Qualität und war in der zweiten Halbzeit gnadenlos effektiv. Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. Zumal wir die Chance hatten, dem Spiel kurz vor der Pause eine Wende zu geben“, erklärte Wirtz.

Die Viertelstunde vor dem Seitenwechsel war in der Knackpunkt in einer von einem hohen Tempo geprägten Partie. 30 Minuten lang hatten die Gäste aus Hannover vor 528 Fans in der Immobilien-Wilharm-Arena die Celler mit aggressivem Pressing an die Wand gespielt. Eintracht bekam überhaupt keinen Zugriff auf die Partie, es gelang ihr nicht, sich zu befreien, der Ball musste meist unter großem Stress gespielt werden und landete regelmäßig beim Gegner. „In der ersten halben Stunde waren wir nur Zuschauer“, bemängelte Wirtz.

Folgerichtig führte Arminia mit 2:0. Zeki Dösemeci durfte nach scharfer Freistoß-Hereingabe von Gürkan Öney fast unbehindert aus kurzer Distanz einnetzen (23.). Nur zwei Minuten später vollendete Dag Rüdiger eine Traumkombination über den überragenden Rechtsverteidiger Ousmane Soumah und Königstransfer Maurice Maletzki (kam vom Regionalligisten VfB Lübeck) zum 0:2. Dieser Doppelschlag hinterließ Wirkung, nur kurze Zeit später hätte Maletzki sogar auf 0:3 stellen können.

Ein Debakel zeichnete sich ab – doch urplötzlich nahm der MTVE das Herz in beide Hände und wurde mutiger. Die Arminen mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. In der 30. Minute vergab Neuzugang Marvin Janke die große Chance zum Ausgleich. Nach Vorlage des starken Christoph Gaete von Wersebe drosch der 19-Jährige den Ball aus sechs Metern über das leere Tor. Doch Eintracht ließ nicht locker. Eine perfekte Flanke von Gaete von Wersebe legte Pascal Kubiak am langen Pfosten zurück auf Kapitän Björn Lohmann, der aus acht Metern einschoss (39.).

Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff des souverän leitenden Schiedsrichters Niklas Miczewski scheiterte Neuzugang Christopher Nachtwey mit einem Handelfmeter an Arminia-Torwart Sascha Algermissen. Der 30-jährige Routinier, der im defensiven Mittelfeld immer wieder darum bemüht war, Ordnung ins Spiel zu bringen, war dementsprechend zerknirscht. „Wenn ich den reinmache, läuft das Spiel in der zweiten Halbzeit ganz anders. Aber der Keeper hat den auch gut gehalten. Wir hatten am Anfang zu viel Respekt. Hier war mehr drin für uns“, meinte Nachtwey. „Wenn wir hier zur Halbzeit plötzlich 2:3 hinten liegen, können wir uns nicht beschweren“, bestätigte Arminen-Coach Salar.

In den zweiten 45 Minuten entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass Arminia Fehler der Celler rigoros bestrafte und seine Tormöglichkeiten konsequent nutzte. Nach dem 1:3 durch Maletzki (59.) hatte Gaete von Wersebe postwendend den Anschlusstreffer auf dem Fuß, aber Hannovers Dösemeci rettete auf der Torlinie. Selbst nach dem 1:4 durch Adris Jankir, der auch den fünften Arminen-Treffer in der Nachspielzeit erzielte, steckte Eintracht nicht auf. Die Belohnung war das 2:4 durch den kurz zuvor eingewechselten Ole Eckhart nach Vorarbeit von Nachtwey. „Die Jungs haben hier die Mentalität gezeigt, die uns in diese Liga gebracht hat. Das war typisch Eintracht. Ich habe viele gute Momente gesehen, wir haben hier nicht enttäuscht. Darauf können wir aufbauen“, meinte Wirtz nach diesem Fehlstart mit Lichtblicken.