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Fußball regional Firat mit Disziplin-Problem
Sport Fußball regional Firat mit Disziplin-Problem
17:19 07.06.2012
Bergen Stadt

Das „Fair-Play“ haben sie in dieser Saison nicht wörtlich genommen – zumindest nicht in der Hinrunde. Der FC Firat Bergen ist das unfairste Team aller Fußball-Bezirksligen in Niedersachsen. Mit 21 Roten Karten, 82 Verwarnungen und vier Unsportlichkeiten belegen die Berger zum Saisonende mit unrühmlichen 195 Punkten den letzten Rang in der Fairness-Tabelle – genau wie in der Liga. Allerdings hätte sich Firat dort über so viele Zähler sicherlich mehr gefreut: Zwei Pünktchen aus 30 Spielen bedeuteten den klaren Abstieg aus der Bezirksliga.

„Wir haben uns jahrelang einen guten Ruf als faires Team aufgebaut“, sagt Firats Trainer und Vorsitzende Behcet Sacik. „Den wollte ich mir von einigen Spielern nicht kaputt machen lassen.“ Dementsprechend sortierte der Nachfolger von Michael Krienke auf der FC-Trainerbank die Unruheherde zur Rückrunde aus. „Damit ging uns aber auch spielerische Qualität verloren“, so Sacik, der darauf allerdings keine Rücksicht nahm. Zwar gelang es den Bergern, in einigen Partien gut mitzuspielen, doch zu einem Punkterfolg reichte es nach der „Säuberung“ nicht mehr.

Alle Zähler sammelte der FC ausschließlich vor der Winterpause. „Wir haben die Saison mit einem 3:3 in Jesteburg eigentlich gut angefangen und in den folgenden Spielen teilweise auch mal geführt“, erinnert sich Sacik. Doch dann folgten die Disziplinlosigkeiten der Berger. Firat provozierte farbige Kartons am Fließband. Hinzu kam ein Punktabzug von drei Zählern wegen eines Formfehlers in den ersten Spieltagen.

Als hätte der Vorjahres-Zehnte nicht schon genug Probleme mit seinem Kader gehabt: Acht Spieler, von denen in der Vorsaison einige zu den Leistungsträgern zählten, darunter Torjäger Fadil Yavsan, verließen den Verein und wurden nicht adäquat ersetzt. Vor allem der Abgang Yavsans schmerzte: Mit 24 Treffern war er in der vorherigen Spielzeit Firats Toptorjäger. Das ist nur einer weniger, als alle Berger in dieser Saison zusammen erzielt haben. Bei seinem neuen Verein MTV Soltau brachte er es in dieser Saison sogar auf 33 Tore. „Es war nicht der einzelne Spieler, es war das gesamte Paket, was uns fehlte. So wie zum Beispiel Führungsspieler“, sagt Sacik. Er musste aufgrund des Personalmangels auch oft selbst mitspielen.

Nach dem ersten Sieg kurz vor der Winterpause bei der TSV Auetal keimte kurz „Hoffnung“ auf eine Trendwende im Abstiegskampf auf. Doch nach einigen weiteren deftigen Niederlagen verschwand sie wieder. Nur nicht beim Trainer des FC. „Ich habe immer an die Jungs geglaubt“, so Sacik, der sein Team lobte: „Sie haben sich Woche für Woche abschießen lassen und trotzdem immer weitergespielt. Das verdient Anerkennung.“

Abschießen lassen sollen sie sich in der Kreisliga aber nicht mehr. Sacik, der seinen Trainerposten aufgeben wird, plant schon für die kommende Spielzeit. „Jetzt wollen wir uns ganz ruhig was aufbauen und oben gut mitspielen.“

Von Andre Batistic