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Fußball regional Fortunas Frauen unterliegen Spitzenreiter Kiel
Sport Fußball regional Fortunas Frauen unterliegen Spitzenreiter Kiel
18:01 01.12.2013
Von Christopher Menge
Rein ins Glück. Fortunas Jana Völker (schwarzes Trikot) zieht ab und trifft zum 1:0. Die Führung der Cellerinnen hielt aber nur 50 Minuten, dann schlugen die Gäste zurück und drehten die Partie an der Kampstraße. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Sekunden vor der Halbzeitpause startete Torjägerin Lisa Zimmermann den Turbo, sie legte den Ball an ihrer grätschenden Gegenspielerin vorbei, lief allein auf das Kieler Tor zu, umspielte die Torhüterin der Gäste und schloss mit dem linken Fuß ab – der Ball knallte an den Pfosten. Statt 2:0 führten die Fortunen so nur 1:0 gegen den Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Nord der Frauen Holstein Kiel, als die beiden Mannschaften zur Halbzeitpause in die Kabine gingen. Nach dem Wechsel drehte der Favorit auf und gewann schließlich mit 5:1 an der Kampstraße. „Wenn wir das 2:0 machen, läuft das Spiel anders“, meinte Fortuna-Trainer Klaus Much, „aber der Sieg der Kieler war auf jeden Fall verdient.“

Die Stärke der Gäste mussten auch die Zuschauer anerkennen, auch wenn die Gastgeberinnen den Storchen eine Halbzeit lang Paroli geboten hatten. Zugute kam den Cellerinnen dabei, dass ihnen ein Auftakt nach Maß gelang. Laura Kantert fing im Mittelfeld den Ball ab, Zimmermann bediente mustergültig ihre Sturmpartnerin Jana Völker und die schoss den Ball aus 16 Metern unhaltbar ins linke untere Eck (2.). Die Kielerinnen, die alle Spiele in der Regionalliga gewonnen haben, zeigten sich allerdings nicht lange geschockt und hatten in der 8. Minute ihre erste große Chance. Fortunas Keeperin Sina Lautenbach holte zunächst einen Schuss aus dem rechten Winkel und warf sich dann vor den Nachschuss, ehe Saskia Knoor zur Ecke rettete.

Bei den nächsten beiden Möglichkeiten für den Aufstiegsfavoriten hätte Lautenbach wohl keine Chance gehabt, doch das Aluminium rettete. Zunächst strich ein Freistoß den rechten Pfosten (30.), dann knallte ein Freistoß von der starken Jana Corinna Leugers aus 18 Metern vom rechten Innenpfosten an den linken Pfosten und von dort zurück ins Feld (39.). Als Zimmermann sechs Minuten später allein aufs Kieler Tor lief, war die Celler Führung schon etwas schmeichelhaft. Ärgerlich war die vergebene Chance dennoch, was insbesondere der Plastikstuhl von Much zu spüren bekam – wie gut, dass bald Weihnachten ist.

Kiels Trainer hatte seiner Mannschaft in der Halbzeit nicht viel zu sagen. Stattdessen ließ er sie einige Passstafetten trainieren. Der Ausgleich fiel aber durch einen Freistoß. Lautenbach kam an den Schuss von Sarah Begunk nicht richtig heran, er flog an die Latte, von dort an den Rücken von Lautenbach und ins Tor. Zwei Minuten später hatten die Kielerinnen das Spiel gedreht. Leugers knallte den Ball aus 25 Metern in den Winkel und traf die Fortunen mitten ins Herz. Die Cellerinnen erholten sich nicht mehr. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel Aufwand betrieben“, hatte Much dafür eine Erklärung.

Spätestens nach dem 3:1 durch Leugers per Abstauber, nachdem Lautenbach einen Kopfball nach vorne abgewehrt hatte (68.), war das Spiel entschieden. „Im Enddefekt ist das Ergebnis zu hoch ausgefallen“, sagte Much, dessen Mannschaft beim 1:5 Pech hatte, dass Schiedsrichterin Liane Lindenberg das Fahnenzeichen ihrer Assistentin ignorierte und den Treffer trotz Abseitsstellung gab.

„Ich bin dennoch nicht unzufrieden“, sagte Much, „wir haben eine tolle Hinrunde gespielt und eine Halbzeit mit Kiel mitgehalten.“ Und wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn Zimmermann etwas mehr Glück gehabt hätte.