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Fußball regional Fortunen verlieren in letzter Sekunde
Sport Fußball regional Fortunen verlieren in letzter Sekunde
19:23 03.06.2012
Frauen-Fuflball: Niedersachsenpokal-Finale: ESV Fortuna Celle (schwarz)- VfL Wolfsburg II Quelle: Peter M¸ller
Barsinghausen

Das war Werbung für den Frauenfußball. Im Finale des Niedersachsen-Pokals der Fußball-Damen gestern in Barsinghausen zeigten der ESV Fortuna Celle und Oberliga-Meister VfL Wolfsburg II ein Spiel, das die über 1000 Zuschauer im August-Wenzel-Stadion über die gesamten 90 Minuten von den Sitzen riss. Leidenschaft, Kampf, Einsatzwillen – zum Saisonabschluss gaben beide Mannschaften nochmal Vollgas. Aktiver und mehr mit Spielanteilen ausgestattet war der VfL, der sich mit einem 2:1-Sieg den Titel sicherte. Allerdings auf äußerst unglückliche Art und Weise aus Sicht der Fortunen: Erst in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit fiel das entscheidende Gegentor.

Die Spieler und Verantwortlichen des ESV nahmen die schmerzhafte Niederlage sportlich und feierten nach Schlusspfiff mit den mitgereisten Fans: „Es war ein tolles Spiel. Wolfsburg hat nicht unverdient gewonnen“, zollte Trainer Klaus Much den Gegnerinnen Respekt. Ein Trostpflaster bleibt den Fortunen allerdings. Da die Wölfinnen im DFB-Pokal als Reserveteam der Bundesligamannschaft nicht antreten dürfen, übernehmen die Cellerinnen ihren Startplatz. „Die Pokalteilnahme ist natürlich der Hammer“, freute sich Isabell Wassmann, die die Fortunen zunächst mit 1:0 in Führung gebracht hatte.

Danach sah es in der ersten Halbzeit aber überhaupt nicht aus. Im über die gesamte Spieldauer andauernden strömenden Regen von Barsinghausen hatte die Fortuna durch Jana Völker (2. Spielminute) zwar die erste Chance, musste sich aber danach hauptsächlich mit den heranstürmenden Wolfsburgerinnen auseinandersetzen. Dem Druck hielt die hervorragend stehende Abwehr um Inga Domrich und Désirée Gehring aber tadellos stand. Wurde es gefährlich, war Torhüterin Ina Wolf mit guten Paraden zur Stelle. „Wir haben gut dagegengehalten“, so Wassmann.

Vereinzelt setzte die Fortuna Nadelstiche. So auch in den zweiten 45 Minuten. Nachdem die Wölfinnen ihre zahlreichen Standardsituationen wie Freistöße oder Ecken nicht nutzen konnten, waren die Cellerinnen ab Mitte der Halbzeit am Ruder. Wassmann schaltete als schnellste nach einer Ecke und sorgte unter großem Jubel für das 1:0 (68.). Doch die Freude währte nicht lange: Stellungsfehler in der Abwehr verursachten das 1:1 durch Eve Chandraratne nach einem scharf getretenen Freistoß (70.). „Ich habe vorher schon gesagt, dass kleinste Fehler das Spiel entscheiden werden. So war es dann letztlich auch“, sagte Much. In einer hitziger gewordenen Partie standen in der 90. Minute alle Zeichen auf Elfmeterschießen, ehe der VfL durch einen individuellen Fehler in der Fortunen Abwehr doch noch den Siegtreffer erzielte (90.+3). Melissa Thiem traf mit ihrem Schuss mitten ins Herz der Fortunen.

Der Schock wich nach dem Schlusspfiff wich allerdings schnell der Freude über das gute Spiel und die gesamte Spielzeit: „In der nächsten Saison werden wir richtig angreifen“, kündigte Much nach der Partie an. Dann klappt es vielleicht auch mit dem Pokal, von dessen Gewinn sie nur einen Wimpernschlag entfernt waren.

Tore: 1:0 Wassmann (68.), 1:1 Chararatne (70.), 1:2 Thiem (90.+3)

ESV Fortuna Celle: Wolf – Knorr, Gehring, Domrich, Schultz (64. Staade), Konrad, Wittrin, Wassmann, Kantert, Zimmermann (82. Leitenberger), Völker.

Von Andre Batistic