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Fußball regional Foul, Beleidigung, Bedrohung: Spiel des SV Dicle abgebrochen
Sport Fußball regional Foul, Beleidigung, Bedrohung: Spiel des SV Dicle abgebrochen
19:11 18.04.2016
Celle Stadt

Was war passiert? Beim Stand von 2:2 in der 54. Minute in dem Topspiel um die Meisterschaft kassierte ein Dicle-Spieler wegen Meckerns die Gelbe Karte. Danach beleidigte er den Schiedsrichter Siegfried Borken und flog mit Rot vom Platz – so die Darstellung von Michael Frede, Vorsitzender der Celler Schiedsrichter-Vereinigung: „Der Spieler ist auf ihn zugegangen, hat ihn bedroht, woraufhin das Spiel folgerichtig abgebrochen wurde.“ Kommt das Sportgericht zu der gleichen Einschätzung – was wahrscheinlich ist – wird das Spiel für die Gäste gewertet.

Hermannsburgs Trainer Guido Kleinholz hat von Anpfiff an eine gereizte Grundstimmung wahrgenommen, die sich aber durch die Halbzeitpause etwas gelegt hatte. Da führte Dicle noch mit 2:1. Als dann der Ausgleich fiel (49.) wurde „die Stimmung so richtig grantig“, so Kleinholz: „Nach der Roten Karte sah es so aus, als ob der Dicle-Spieler dem Schiri eine Kopfnuss geben wollte.“

Daraufhin bildete sich eine Spielertraube um den Unparteiischen, die lange auf ihn einredete – ohne dass es laut Kleinholz, der seine Spieler sofort vom Platz holte, zu Handgreiflichkeiten kam, was auch Frede bestätigt. Dennoch hält der Hermannsburger die Entscheidung für richtig: „Der Schiri hat zu Recht die Notbremse gezogen, irgendwann wäre es vielleicht eskaliert.“

Davut Ekinci, Vorsitzender des SV Dicle, sieht das Ganze anders. „Die beiden Karten sind in Ordnung, wenn der Schiedsrichter das so sieht. Alles was danach passiert ist, war völlig überzogen.“ Seiner Ansicht nach wollte der Referee die Partie nach einer kurzen Pause wieder anpfeifen. Doch die Fortsetzung scheiterte an den Hermannsburgern, die nicht weiterspielen wollten, so Ekinci: „Hätte er sich bedroht gefühlt, wäre er nicht danach auf dem Platz geblieben und hätte bei uns was getrunken.“

Dem widerspricht Schiedsrichter-Obmann Frede: „Es war eine konfuse Extremsituation, in der noch lange diskutiert wurde und in der eine Spielfortsetzung kurz im Raum stand. Das war aber nie eine realistische Option, letztlich ist es beim Abbruch geblieben. Auf solch eine Diskussion hätte sich der Kollege nicht einlassen dürfen. Die Hermannsburger, die zu Recht schon in der Kabine waren, trifft keine Schuld.“

Von Kai Knoche