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Fußball regional Freier Fall des TuS Celle FC abgebremst
Sport Fußball regional Freier Fall des TuS Celle FC abgebremst
16:57 02.11.2014
Von Oliver Schreiber
Steven Neumann (links) brachte nach seiner - Einwechselung in Schneverdingen noch einmal - neuen Schwung in das Spiel des TuS Celle FC. Quelle: Alex Sorokin
Schneverdingen

Der freie Fall ist zwar noch nicht gestoppt, aber zumindest abgebremst. Nach zuvor vier Niederlagen in Folge erarbeitete sich Fußball-Landesligist TuS Celle FC wieder ein Erfolgserlebnis und holte beim spielstarken TV Jahn Schneverdingen unter Flutlicht beim 2:2 einen Punkt. Dementsprechend erleichtert war Trainer Hilger Wirtz. „Wir haben unser Ziel erreicht und bei einem Gegner mit sehr hoher Qualität einen Punkt mitgenommen. Unterm Strich war das ein leistungsgerechtes Unentschieden. Darauf können wir aufbauen“, meinte Wirtz.

Der Coach hatte auf den Negativlauf reagiert und Umstellungen vorgenommen. Taktisch agierte TuS statt im 4-2-3-1-System im klassischen 4-4-2 mit zwei defensiven zentralen Mittelfeldspielern. Zudem rückte Matthias Wörner nach seiner abgelaufenen Rotsperre in die Innenverteidigung, der dort bisher gesetzte Sven Pohlmann musste auf der Bank Platz nehmen.

Wirtz' Änderungen trugen Früchte. Die Celler kamen gut in die Partie. „Wir waren sofort präsent. Natürlich hat man aber auch gemerkt, dass uns in der einen oder anderen Aktion noch das Selbstvertrauen gefehlt hat“, so Wirtz.

Ein Novum in dieser Saison bescherte dem Oberliga-Absteiger in der 22. Minute die Führung. Nach einem Foul an Mathias Winkler im Strafraum gab es den ersten Elfmeter in dieser Saison für den TuS FC. Nils Rogge verwandelte, doch der insgesamt souveräne Schiedsrichter Sven Weber, der in dieser fairen Partie ohne Gelbe Karten auskam, ließ den Elfer wiederholen, weil sich einige Spieler zu früh in den Sechzehner bewegt hatten. Rogge behielt auch im zweiten Anlauf die Nerven und vollstreckte zum 1:0.

Doch der TVJ bewies, dass er im Offensivspiel zu den stärksten Teams der Liga gehört – und das als Aufsteiger. In der 39. Minute reagierte TuS-Keeper Tjark Klindworth zunächst glänzend – allerdings auf Kosten einer Ecke. Die verwertete Jascha Goelitzer per Kopfball zum Ausgleich.

Doch die Celler zeigten sich keineswegs geschockt und antworteten postwendend. Torjäger Kirill Weber setzte sich auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler durch und passte in die Mitte. Den Schuss von Winkler wehrte Schneverdingens Torwart Karim Attia zwar noch ab, den Abpraller beförderte Kodo Kadir aber zur erneuten Führung ins Netz.

Nach dem Seitenwechsel erlebte TuS dann ein Déjà-vu. Vier Minuten nach Wiederanpfiff zeigte Schiri Weber erneut auf den Punkt. „Keine Ahnung, ob das ein Foul war, ich stand zu weit weg. Aber es ist schon auffällig, dass bei uns schnell gepfiffen wird. Das war bereits der achte Elfer gegen uns. So viele bekommst du sonst in einer ganzen Saison nicht gegen dich“, erklärte Wirtz. Schneverdingens Hauke Hübscher jedenfalls machte sich wenig Gedanken über die Berechtigung des Penaltys und markierte den Ausgleich.

Danach erhöhten die Hausherren die Schlagzahl und setzten die Wirtz-Elf mächtig unter Druck. Doch die hielt dem stand und befreite sich ab der 70. Minute davon – auch bedingt durch die Einwechselungen von Nils Speckmann sowie Steven Neumann. „Sie haben noch einmal neuen Schwung gebracht“, lobte Wirtz. Die Celler hatten ihrerseits noch Chancen durch den bärenstarken Oguzhan Cay, Kadir und Weber, die jedoch ungenutzt blieben. Doch auch so hatte der TuS FC allen Grund zur Freude. Das nächste Ziel: den freien Fall mit einem Heimsieg gegen den MTV Treubund Lüneburg endgültig stoppen.