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Fußball regional Fußball-Oberliga: MTV Eintracht Celle erlebt Déjà-vu
Sport Fußball regional Fußball-Oberliga: MTV Eintracht Celle erlebt Déjà-vu
19:56 20.08.2017
Von Oliver Schreiber
ChristopherNachtwey Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Dieses Szenario kam den mitgereisten Anhängern des Fußball-Oberligisten MTV Eintracht Celle bekannt vor. In der 60. Minute legte sich Christopher Nachtwey im Spiel bei Mitaufsteiger SV Atlas Delmenhorst den Ball zurecht, um den Elfmeter (nach Foul an Pascal Kubiak) zum 2:2 verwandeln. Wie bereits in der ersten Partie gegen Arminia Hannover (2:5) hatte der 30-Jährige die große Chance, die Celler nach einem 0:2-Rückstand zurück in die Partie zu bringen. Erneut versuchte der Mittelfeld-Stratege, den Ball flach unten rechts zu versenken – und scheiterte wieder am Torwart, dieses Mal hieß sein „Peiniger“ Florian Urbainski.

„Das war natürlich bitter für uns. Danach haben wir leider auch nichts mehr auf die Reihe bekommen“, kommentierte Trainer Hilger Wirtz diese Schlüsselszene. Am Ende standen die Blau-Weißen nach diesem Déjà-vu wieder mit leeren Händen da – und hatten sich das selbst zuzuschreiben. „Das war insgesamt ein schlechtes Oberliga-Spiel, geprägt von vielen Fehlern auf beiden Seiten. Hier wäre für uns durchaus etwas drin gewesen, aber dafür hätten wir unser komplettes Leistungsvermögen abrufen müssen. Aber davon waren wir ziemlich weit entfernt“, analysierte der Chefcoach schonungslos.

Die Zuschauerkulisse (knapp 900 Fans) war zwar nicht ganz so imposant wie erwartet, hinterließ aber anscheinend doch Eindruck bei der jungen Eintracht-Elf. Bereits nach drei Minuten leistete sich Björn Lohmann einen folgenschweren Fehler 35 Meter vor dem Tor, Nutznießer war letztlich Marco Prießner, der Atlas früh in Führung schoss.

Die Gäste waren geschockt. Nach einer Viertelstunde stellte MTVE-Keeper Andreas Mikroulis die Mauer falsch, Lars Scholz beförderte den Ball mit der rechten Außenseite rechts am Celler Abwehrblock vorbei flach ins Netz. „Da darf die Kugel niemals einschlagen“, zürnte Wirtz.

Immerhin berappelte sich Eintracht wie schon gegen Arminia ziemlich schnell wieder. Lohmann, Pascal Kubiak und Marvin Janke, dem Wirtz als einzigem Akteur Normalform bescheinigte, hatten jeweils die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen. Dies gelang dann Nachtwey zwei Minuten vor der Pause, als er eine Kopfball-Vorlage von Lohmann nach einem Freistoß „mit Auge“ ins Atlas-Gehäuse köpfte.

Doch nach dem Seitenwechsel fehlte dem MTVE zunächst der Schwung, um sich Möglichkeiten zum Ausgleich herauszuspielen. Bis zum Strafstoß, den Nachtwey verschoss. Danach lief dann gar nichts mehr zusammen. Der SVA nutzte einen erneuten Celler Fehler im Spielaufbau, Scholz sorgte mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung (69.).

Wirtz mobilisierte zwar noch einmal alle Offensivkräfte, doch die Angriffsbemühungen waren nicht zwingend genug. „Man hat gesehen, dass Atlas anfällig war. Aber wir waren nicht in der Lage, dies zu nutzen. Wir haben wieder viel Lehrgeld bezahlt. In dieser Form reicht das nicht für die Oberliga. Das muss man ganz deutlich so sagen“, gab Wirtz ehrlich zu. Um gleich anzufügen: „Wir wissen aber auch, dass wir das wesentlich besser können. Aber die frühen Gegentore und der verschossene Elfmeter haben bei uns deutliche Spuren hinterlassen.“

Am Tag danach richtete sich der Blick schon wieder in die Zukunft. Co-Trainer Frank Steinkuhl beobachtete den nächsten Gegner TuS Sulingen im Spiel beim MTV Gifhorn, Wirtz selbst nahm den SSV Vorsfelde in der Partie bei Arminia Hannover unter die Lupe. „Wir müssen die Köpfe oben behalten. Es war allen klar, dass es für uns schwer werden wird. Aber wir haben in beiden Spielen auch gesehen, dass wir nicht weit von Punktgewinnen entfernt waren. Wir werden weiter hart arbeiten und dafür auch irgendwann belohnt werden“, sagte Wirtz kämpferisch.