Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Fußball-Regionalliga der Frauen: Wohlfühloase Fortuna Celle startet durch
Sport Fußball regional Fußball-Regionalliga der Frauen: Wohlfühloase Fortuna Celle startet durch
16:58 20.12.2013
Von Heiko Hartung
Mit insgesamt 17 Toren das torgefährlichste - Duo der Liga: Die „Fortunen-Bomber“ - Jana Völker (rechts) und Lisa Zimmermann. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Wer heute auf dem Weihnachtsmarkt in Hildesheim einen Haufen fröhlicher junger Frauen am Glühweinstand entdeckt, könnte auf die Fußballerinnen des ESV Fortuna Celle getroffen sein. „Wir haben uns überlegt, wo wir unsere Weihnachtsfeier machen wollen und irgendjemand hatte die Idee mit Hildesheim“, erzählt Sarah Konrad. DVD-Abend, Diskobesuch, gemeinsames Kochen oder eben ein Weihnachtsmarkt-Bummel – „wir unternehmen privat viel zusammen und haben einfach jede Menge Spaß“, sagt die 24-jährige Mannschaftskapitänin des Drittliga-Aufsteigers.

Und das merkt man auch auf dem Fußballplatz, wo der amtierende Niedersachsenmeister nach Auftaktniederlagen gegen zwei starke Gegner immer besser auf Touren gekommen ist. „Kein Neid, keine Missgunst – meine Mädchen sind eine Einheit“, unterstreicht auch ESV-Trainer Klaus Much den großen Teamgeist. Der hat die Fortuna-Elf bis auf Platz vier der Regionalliga geführt, punktgleich mit dem Tabellendritten Ahlerstedt/Ottendorf. Fünf Siege, drei Niederlagen und zwei Remis – diese Hinrunden-Bilanz kann sich für einen Neuling sehen lassen.

„Ich weiß um die Qualität meiner Mannschaft und war sicher, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben würden“, sagt Much. Das einstige Saisonziel Klassenerhalt kann mit 16 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone schon jetzt als erfüllt gelten.

Maßgeblich beteiligt am Erfolg ist das Sturm-Duo Jana Völker und Lisa Zimmermann. Die 23-jährige Völker und die ein Jahr ältere Zimmermann haben zusammen 17 der 20 Celler Tore geschossen. „Um die beiden beneiden uns viele Vereine“, sagt Much. Aus seiner Sicht hat Völker auch den größten Entwicklungsschritt in der neuen Liga gemacht, die in Sachen Schnelligkeit und Zweikampfhärte nicht mit der Oberliga zu vergleichen ist. „Nicht nur weil sie mit elf Treffern die erfolgreichste Torjägerin der Liga ist, sondern weil sie mit ihrem Einsatz das Team mitreißt“, sagt Much.

Den Erfolg auf die beiden Sturmspitzen zu reduzieren, greift allerdings viel zu kurz. „In allen Mannschaftsteilen haben wir uns erstaunlich schnell stabilisiert“, stellt Much fest. Ein Grund dafür ist die gelungene Integration der Neuzugänge. Im Tor ist Sina Lautenbach (kam aus Ahlten) ein sicherer Rückhalt und auch die junge Anika Holz (Südwinsen) hat im Pokal gezeigt, dass als zweite Torhüterin auf sie Verlass ist. Ebenfalls aus Ahlten kam Maike Dralle, die im zentralen Mittelfeld inzwischen eine feste Größe ist. Und auch die Ex-Wolfsburgerin Vivian Wejner, die angeschlagen in die Saison ging, kam zum Ende der Hinrunde in der Offensive auf Touren. „Sie hat großes Potenzial“, urteilt Much.

Wo viel Licht, da ist immer auch ein wenig Schatten: Franziska Tux, die erst vor der Saison vom VfL Wolfsburg kam und kaum spielte, kehrt Fortuna wieder den Rücken. Auch Ersatz-Stürmerin Janina Leitenberger verlässt den Verein in der Winterpause.

Dafür kann Much einige Rückkehrerinnen begrüßen: Innenverteidigerin Inga Domrich, die sich im Aufstiegsendspiel im Sommer das Kreuzband riss, arbeitet an ihrem Comeback. Nancy Boldt hat ihr Pfeiffersches Drüsenfieber auskuriert und Nadine Weißleder kehrt aus der Babypause zurück. Dass diese Veränderung im Kader die Balance stören könnte, glaubt Sarah Konrad nicht: „Wir ziehen alle an einem Strang. Und ein bisschen Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt die Kapitänin. Und so kann das neue Saisonziel unbeschwert in Angriff genommen werden: „Wir wollen uns oben festsetzen“, sagt Much. Das würde die Stimmung in der Wohlfühloase Fortuna sicherlich noch weiter steigen lassen.