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Fußball regional Gerdes-Wurpts konzentriert sich beim TuS Celle FC aufs Toreschießen
Sport Fußball regional Gerdes-Wurpts konzentriert sich beim TuS Celle FC aufs Toreschießen
21:42 25.06.2017
Elegante Schusstechnik und extreme Treffsicherheit: Mit 31 Toren hat Celles Spielertrainer Andreas Gerdes-Wurpts großen Anteil am vierten Tabellenplatz des TuS FC. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Celle Stadt

„Mit dem Aufstieg werden wir nichts zu tun haben“, war eine Aussage, die Spielertrainer Andreas Gerdes-Wurpts vor allem zu Saisonbeginn wiederholt verlauten ließ. Nun, nach Ablauf der Spielzeit, muss sich der 37-jährige Ex-Regionalliga-Torjäger eingestehen, dass er sein völlig neuformiertes Team anfangs doch unterschätzt hat. Dieses fand überraschend schnell zusammen und zeigte sich sehr lernwillig. Und so mischte der TuS Celle FC bis in die Endphase der Saison kräftig um den Aufstieg mit. „Deshalb bin ich im Nachhinein auch ein bisschen enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben. Die Chance zum Aufstieg war da“, resümiert Gerdes-Wurpts nach seiner ersten Saison in Celle. Trotzdem überwiegt bei ihm die Freude und der Stolz über die gute Entwicklung des Teams, das am Ende mit nur fünf Punkten Rückstand auf Meister VfL Westercelle den guten vierten Tabellenplatz belegte.

„Die Chemie im Team stimmte. Es gab keine Quertreiber und auch keine Cliquenwirtschaft. Wir haben uns immer als Team präsentiert und hatten so viel Spaß und Erfolg“, sagt der in Bremen lebende Andreas Gerdes-Wurpts, der sich nach eigenem Bekunden in Celle sehr wohl fühlt. „Im Training haben alle immer gut mitgezogen. Besonders gefreut hat mich die tolle Entwicklung so junger Spieler wie Dennis Ly, Indy Ebel, Raied Ali oder Alpha Jallow“, so der TuS-FC-Spielertrainer.

„Im Großen und Ganzen haben wir uns gut geschlagen und können mit der Saison zufrieden sein“, meint auch der Sportliche Leiter Thomas Crocoll, der Anfang Februar zu den Blau-Gelben stieß. „Bis zum Ende haben wir auf einem guten Niveau gespielt. Wenn auch der sofortige Wiederaufstieg nicht das primäre Ziel war, so haben wir uns letztlich wohl mit den unnötigen Derby-Niederlagen gegen den TuS Eschede und den SV Nienhagen die Rückkehr in die Landesliga verbaut“, so Crocoll, der dabei auch an die höchst unglücklichen und überflüssigen Punktverluste in den Heimspielen gegen den TSV Auetal und den TSV Winsen/Luhe denkt. Dennoch waren die Celler das zweitbeste Team der Rückrunde.

Ein weiterer Grund dafür, dass es nicht für „ganz oben“ gereicht hat, mag auch die mangelhafte Disziplin der Celler Elf gewesen sein, die in der Bezirksliga Fairness-Tabelle abgeschlagen den letzten Platz belegte. Besonders negativ fiel dabei Marcel Kattenhorn auf. Dieser zeigte zwar herausragende fußballerische Fähigkeiten, hatte aber seine Emotionen zu oft in keiner Weise im Griff. Nach den Vorkommnissen in Westercelle ist Kattenhorn bis 2018 gesperrt und wird den TuS FC verlassen müssen.

Gegangen ist aus beruflichen Gründen auch Celles überragender Torwart Mathis Peters. Kapitän Nils Rogge verabschiedete sich in Richtung MTV Eintracht Celle. „Diese Abgänge sind schwer zu verkraften. Aber unser Weg wird auch in Zukunft sein, mit jungen Spielern aus der Region zu arbeiten. Von der Illusion, dass beim TuS Celle FC immer noch viel Geld fließt, sollte sich allerdings jeder verabschieden“, stellt Crocoll, der ganz auf Nachhaltigkeit setzt, klar.

Er wird in der kommenden Saison an der Spitze des Celler Trainerstabs stehen. Andreas Gerdes-Wurpts, der in der abgelaufenen Saison mit 31 Treffern auf dem zweiten Platz der Bezirksliga-Torjägerliste stand, will sich in Zukunft ganz auf seine Aktivitäten als Spieler konzentrieren. „Ich merke, dass mein Körper noch mitmacht. Deshalb soll in der kommenden Saison für mich zuerst das Toreschießen im Mittelpunkt stehen“, kündigt Gerdes-Wurpts an.

Von Jochen Strehlau