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Fußball regional Geschäftsführer des MTVE Celle geht in den Ruhestand
Sport Fußball regional Geschäftsführer des MTVE Celle geht in den Ruhestand
17:08 22.12.2016
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Wer rastet, der rostet. Das denkt sich auch Rolf-Peter Nieber. Wenn er zum Jahresende sein Amt als Geschäftsführer bei Celles größtem Sportverein MTV Eintracht Celle nach 35 Jahren aufgibt, wird er sich nicht zur Ruhe setzen. Angst vor dem Rentnerdasein hat er nicht. Warum auch? „Ich denke nicht, dass mir langweilig werden wird“, sagt der 63-jährige, der inzwischen ein fünf Semester umfassendes Seniorenstudium mit dem Schwerpunkt Politik und Geschichte in Hannover aufgenommen hat. „Das habe ich schon zum Wintersemester begonnen. Ab Januar wird das jetzt forciert.“ Neben seinen vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die er weiterhin im Sport ausüben will, wird offenbar tatsächlich keine Langeweile aufkommen.

Über Jahrzehnte hinweg war Rolf-Peter Nieber beim heutigen MTV Eintracht Celle und früherem MTV Celle in vielerlei Funktionen tätig. Zuletzt 35 Jahre lang als Geschäftsführer. Am 31. Dezember geht der Vollblutfunktionär in den Ruhestand. Kürzlich wurde der 63-Jährige bei Celles größtem Sportverein offiziell verabschiedet. Weggefährten, Freunde, Personen aus Politik und Sport – es gab kaum jemanden, der auf der Gästeliste fehlte. „Das war eine richtig nette Veranstaltung“, sagte Nieber über seine Verabschiedung, bei der er neben vieler lobender Worte auch noch eine besondere Ehrung erfuhr. „Es ist wohl die Letzte, die ihm noch gefehlt hatte“, meinte KSB-Vorsitzender Hartmut Ostermann, als er Nieber im Namen von LSB-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach die Goldene Ehrennadel des Landessportbundes überreichte. „Es ist doch ganz schön, wenn sein eigenes Wirken woanders nicht ganz unbemerkt geblieben ist“, kommentiert Nieber die Auszeichnung.

Die Liste der Dinge ist lang, die beim MTV Eintracht durch Niebers Mitwirken entstanden sind und mitorganisiert wurden. Er selbst muss zugeben: „Es gab einfach zu viele, als dass ich mich noch an alle erinnere“, so Nieber, der seit 1965 Vereinsmitglied ist und schon vor der Übernahme der Geschäftsführung ehramtlich tätig war. „Ich war schon immer mit dem Verein eng verbunden“, sagt er.

Auf eine Sache ist er allerdings besonders stolz: die „Übernahme“ des Saarfelds durch den MTV im Jahr 1996. „Das waren damals schwere Verhandlungen mit der Stadt“, erinnert er sich. An deren Ende übernahm der Verein die Pflege und die „Hoheit“ auf der Sportanlage am Herzog-Ernst-Ring. Das habe letztlich auch den städtischen Sportetat entlastet. Die Idee war offenbar so gut, dass inzwischen viele andere Vereine nachgezogen sind. Auch erinnert er sich gern an die sportlichen Hochzeiten des MTV Celle Ende der 80er Jahre. Dazu gehörten die Erfolge der Volleyballer, Handballer, Rollhockeyer oder Leichtathleten sowie viele „internationale Geschichten“, die er mit abgewickelt hat. Fest in seinem Gedächtnis verankert ist auch ein trauriges Ereignis, als es bei einer Auswärtsfahrt der Faustballer nach einem Autounfall zwei Tote und drei Schwerverletzte zu beklagen gab.

Es sind nur einige Geschichten aus dem Leben eines Mannes, dessen Liebe zum Sport mit dem Erreichen des Rentenalters noch lange nicht beendet ist. Letztlich sei der jetzige Schritt für ihn schon „ein Einschnitt“. Aber immerhin ist er so ganz nebenbei noch als Trainer der 3. Fußballmannschaft des MTVE tätig, sitzt im Prüfungsausschuss für angehende Sport- und Fitnesskaufleute und ist Mitglied des Bezirkssportgerichts der Fußballer. Wie er neben seinem Studium für all diese Dinge noch Zeit finden will? Seine Sache.