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Fußball regional Große Liebe 1.FC Köln: In Eicklingen wohnt der gehäkelte Geißbock
Sport Fußball regional Große Liebe 1.FC Köln: In Eicklingen wohnt der gehäkelte Geißbock
17:32 09.05.2014
Marita und Rolf Heimberg aus Eicklingen sind glühende Fans des 1. FC Köln Quelle: Stephanie Sinagowitz
Eicklingen

Silvester 2013. Gleich beginnt das neue Jahr 2014. Es regnet in Strömen, aber Marita Heimberg hält tapfer ihre Wunderkerze fest. „Für den FC“, sagt sie und lehnt sich an ihren Mann Rolf. Die beiden stehen vor dem Kölner Dom und feiern den Jahreswechsel in der Stadt „ihres“ Vereins. „Es hat ja geholfen“, freut sich die Eicklingerin Marita. Der 1. FC Köln ist wieder in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen.Marita Heimberg ist mit Leib und Seele Fan des Klubs vom Rhein. Alles im und am Haus der Heimbergs leuchtet in den Vereinsfarben: Rot und Weiß. Die Teelichter sind mit Logo versehen, von der Uhr lacht „Hennes“ der Geißbock, das Vereinsmaskottchen des FC. Der Kachelofen im Wohnzimmer: rot-weiß mit Geißbock-Fliesen. Das renovierte Bad: rot-weiß mit Geißbock-Prägung auf den Handtüchern und Kölner Skyline über dem Fenster. Die Kaffeedosen in der Küche: rot-weiß und auch die Sattellitenschüssel auf dem Dach – wo man hinsieht, entdeckt man die Farben des FC. Sogar auf den gehäkelten Gardinen springt einem „Hennes“ auf dem Fußball entgegen. „Das Muster habe ich mir vom Schal Masche für Masche abgezählt und nachgehäkelt“, sagt Marita Heimberg stolz.Angefangen hat alles während ihrer Lehre zur Sportartikelverkäuferin, erzählt die Marita. Ein Freund habe sie damals – Anfang der 70er Jahre – mit zum Fußball genommen. „Mein erster Stadionbesuch und ich war hin und weg von der Atmosphäre“, sagt sie. Damals sei sie auch gleich einem ihrer späteren Kölner Lieblingsspieler Wolfgang Overath für ein Autogramm hinterhergesprintet. „Leider war er schneller“, sagt die 60-Jährige schmunzelnd.Doch für persönliche Kontakte mit den Spielern gab es noch mehr als eine Gelegenheit. „Wir sind in die Trainingslager nach Portugal oder in die Türkei mitgereist“, berichtet sie. Da konnten sie Fotos mit allen Spielern machen, Autogramme sammeln und natürlich den einen oder anderen Plausch halten. „Mein absoluter Lieblingsspieler ist Matthias Scherz“, so Marita. „Mit ihm habe ich sogar schon über Niedersächsische Hochzeitssuppe philosophiert.“ Scherz stammt ursprünglich aus Norddeutschland und kenne sich daher mit dem Thema aus.Und wie kommt ihr Mann mit ihrer „großen Liebe“ klar. Sie hat ihn einfach angesteckt mit ihrer Begeisterung. „Ich bin selbst zum Köln-Fan geworden“, sagt Rolf Heimberg (61). Neben den beiden Kindern hat er Marita „das Geschenk ihres Lebens gemacht“, wie sie sagt: „Die FC-Clubkarte“, mit der sie seit dem immer einen festen Platz in der Südkurve des Kölner Stadions sicher haben.Ihre Begeisterung für den 1. FC Köln haben die Heimbergs auch schon körperlich gezeigt. Mit dem Fahrrad ging es bereits einmal von Eicklingen nach Köln – immerhin mehr als 300 Kilometer, eine Strecke. „Das machen wir zum Start der neuen Saison im August wieder“, sagt Marita. Zwei Wochen vorher müssen sie sich da schon auf den Weg machen, um rechtzeitig zum ersten Bundesliga-Heimspiel im Stadion zu sein – natürlich in FC-Trikots und mit rot-weiß geschmückten Fahrrädern. Geißbockfahnen inklusive.

Von Stephanie Sinagowitz