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Fußball regional Hansdampf in allen Gassen
Sport Fußball regional Hansdampf in allen Gassen
12:58 17.02.2012
Von Oliver Schreiber
Die gute Seele des SV Nienhagen: Hans Klinkhammer inmitten seiner U-10-Junioren, die er als Co-Trainer betreut. Rechts neben ihm Quelle: Peter M¸ller
Nienhagen

„Es hat sich niemand gefunden, da habe ich es halt gemacht.“ Dieser Satz taucht häufiger auf, wenn Hans Klinkhammer über seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Fußball-Abteilung des SV Nienhagen spricht. Bei der jüngsten Spartenversammlung wurde ein Jugendleiter gesucht. Und zunächst nicht gefunden. Bis Klinkhammer die Hand hob: „Dann mache ich es halt.“ Typisch für ihn.

So ganz „nebenbei“ ist er auch noch 2. Vorsitzender, koordiniert den Spiel- und Trainingsbetrieb, verwaltet die vier Vereinsbusse und fungiert als Co-Trainer der U-10-Junioren – ein Hansdampf in allen Gassen. „Natürlich ist das alles sehr zeitintensiv, aber es macht mir ja auch Spaß. Ohne die Unterstützung der Familie wäre das aber nicht möglich. Ich habe zum Glück eine sehr verständnisvolle Ehefrau“, schmunzelt Klinkhammer. Mit seiner Gattin Edith feierte am 2. Februar Goldene Hochzeit.

Die Feierlichkeiten im Hause Klinkhammer gehen weiter. Am 27. Februar wird er 75 Jahre alt, bei der Jahreshauptversammlung am 9. März wird er für 40-jährige Mitgliedschaft im SVN ausgezeichnet.

Sein erster Verein war allerdings TuS Celle. Ab 1947 durchlief er alle Jugend- und Herren-Mannschaften. Seine beste Zeit als aktiver Fußballer hatte er zwischen 1956 und 1960, als er sogar einige Male in der ersten Mannschaft, die damals in der Amateuroberliga spielte, auflief. „In dieser Zeit war ich bei der Bundeswehr und topfit“, erinnert sich der gebürtige Celler. Zu seinen Trainern und Mitspielern gehörten unter anderem Größen wie Otto Schade, Günter „Toto“ Meyer, Hein Bauer oder Hans-Günther Zeiß.

1966 zog der gelernte Einzelhandelskaufmann mit Ehefrau Edith und Tochter Dagmar nach Nienhagen, kickte zunächst noch für TuS in der Altherren-Mannschaften. 1972 schloss er sich dem SV Nienhagen an. Für den Klub einer der wichtigsten Eintritte in seiner Geschichte, denn Klinkhammer „diente“ dem SVN fortan in diversen Funktionen.

Das Wochenende gehörte ganz dem Fußball. Sonnabends war er im Altherren-Team aktiv, sonntags in der zweiten Mannschaft am Ball, mit der er als Spielertrainer 1978 den Aufstieg in die 2. Kreisklasse schaffte. Klinkhammer vollbrachte das Kunststück, in allen Alterklassen im Jugend- und Herrenbereich mindestens einmal Trainer zu sein, 1983/84 war er Coach der ersten Mannschaft (damals Kreisliga).

Seine Spielerkarriere endete 1992 jäh, als er einen Herzinfarkt erlitt. „Das war schon ein ein heftiger Einschnitt in meinem Leben“, sagt Klinkhammer, der sich der Herzsportgruppe in Wathlingen anschloss. Seinem Engagement für den SVN tat das keinen Abbruch. Ab 1996 stieg der vierfache Opa als Trainer im Jugendbereich ein, formte viele Talente und feierte mit ihnen diverse Aufstiege. Als Abteilungsleiter oder auch Jugendleiter war er auch für den administrativen Bereich der Fußballer verantwortlich. 2000 bis 2006 fungierte er als Co-Trainer der zweiten Mannschaft, die mittlerweile in der Kreisliga für Furore sorgt.

Im vergangenen Jahr musste er sich einer komplizierten Herz-OP unterziehen. Bereits in der Reha übte er aber schon wieder seine ehrenamtlichen Tätigkeiten aus. Für die U-10-Junioren wurde ein Co-Trainer gesucht. „Es hat sich niemand gefunden, da habe ich es halt gemacht“, spricht Klinkhammer den für ihn typischen Satz aus. Im Sommer will er aber „kürzertreten und kein Traineramt mehr annehmen“, verkündet Klinkhammer. Zumindest so lange, bis ein Trainer gesucht wird und sich niemand findet...