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Fußball regional Harter Rückschlag für VfL Westercelle
Sport Fußball regional Harter Rückschlag für VfL Westercelle
20:31 13.05.2018
Von Heiko Hartung
VfL-Nachwuchsspieler Tom Schaper (rechts) wurde früh eingewechselt, hatte einige gute Vorwärtsaktionen, war aber wie alle Westerceller - meistens einen Schritt zu spät beim Gegner. Das nutzten die erfahrenen Ottersberger, wie Enes Acarbay (am Ball) aus. Quelle: David Borghoff
Westercelle

Westercelle begann sehr nervös mit haarsträubenden Fehlpässen im Spielaufbau. Doch die erste gelungene Angriffsaktion brachte gleich die Führung. 30 Meter vor dem Ottersberger Tor behauptete Alexander Laube mit ein wenig Glück den Ball, ging siegreich aus einem Laufduell hervor und schob ins lange Eck zum 1:0 (8. Minute) ein. Doch auch die Führung brachte keine Beruhigung ins VfL-Spiel, alle Aktionen wirkten überhastet. „Unsere Spieler waren mental müde und immer einen Schritt zu spät dran. Auch die Galligkeit hat gefehlt“, meinte Güllert.

Die spielerisch limitierten Ottersberger verlegten sich fast ausschließlich auf lange Balle nach vorne. Nach einem Freistoß kam so ein langes Ding auf den hinteren Pfosten des VfL-Tores. Keeper Jannick Heuer, gegen Treubund noch mit starken Paraden und sicherem Stellungsspiel einer der Matchwinner, kam unnötigerweise aus seinem Kasten heraus, verpasste aber den Ball. Ottersbergs Jannik Tölle bedankte sich und hielt den Fuß hin – 1:1 (21.). Kurz danach musste VfL-Mittelstürmer Kai Broschinski mit einer Oberschenkelzerrung raus (23.), für ihn kam A-Junior Tom Schaper in die Partie.

Laube war nun Westercelles einzige Spitze – und hätte in der zerfahrenen und unansehnlichen Partie kurz nach dem Ausgleich zurückschlagen können. Aber die Eingabe von Philip Boie setzte Laube aus kurzer Distanz nur an die Latte (28.).

Zu zögerlich in den Zweikämpfen, viel zu oft durch die Mitte statt über die Flügel und weiterhin mit einer unterirdischen Passquote – die zweite Hälfte begann für die Gastgeber, wie die erste geendet hatte. Auch von Führungsspielern wie Kapitän Daniel Weiß oder Maurice Thies kam zu wenig. Beide wirkten nach den vielen Spielen in kurzer Folge ausgelaugt. Die hohen Temperaturen machten es nicht einfacher. Ottersbergs Repertoire war ebenfalls beschränkt, die Gäste aus den Weiten des östlichen Bremer Umlands zeigten aber deutlich mehr Leidenschaft bei der Balleroberung. Und profitierten von einem weiteren Westerceller Torwartfehler: Nach einer weiten Flanke kam Heuer erneut nicht konsequent heraus. Statt den Ball kompromisslos wegzufausten, kam Ottersbergs Jan Schröder irgendwie mit dem Kopf an den Ball, der in hohem Bogen zum 1:2 (69.) ins VfL-Tor segelte.

Güllert und sein Trainerkollege Heiko Vollmer stellten auf Dreierkette um, schickten Innenverteidiger Louis Wilke ins Mittelfeld und Spielmacher Weiß in den Sturm. Doch obwohl noch gut 20 Minuten zu spielen waren, hatte Güllert „nie das Gefühl, dass wir das Ding noch drehen könnten“.

Der verletzt ausgewechselte Broschinski hatte eine Erklärung für die Niederlage. „Wir können einfach nicht das Spiel machen. Tief stehen und kontern – das ist unser Ding. Deshalb sehen wir gegen spielstarke Teams meistens besser aus“, sagte der Stürmer nach Schlusspfiff. Das allerdings lässt Übles ahnen: Denn am Mittwoch, 19 Uhr, kommt mit dem Drittletzten Etelsen die nächste Elf mit eher kämpferischen und läuferischen Stärken in den Sportpark Westercelle. Und auch Schlusslicht Cuxhaven wird am kommenden Sonntag wohl nicht mit Hochgeschwindigkeits-Kombinationen glänzen. Trotzdem ist Westercelle in beiden Partien zum Siegen verdammt. Güllert: „Wenn wir nicht beide Partien gewinnen, sieht es mit dem Klassenerhalt düster aus.“

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