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Fußball regional Heidjer besiegen Leichtmatrosen: Besuch des Golfclubs St. Pauli in Celle
Sport Fußball regional Heidjer besiegen Leichtmatrosen: Besuch des Golfclubs St. Pauli in Celle
15:56 26.05.2015
Von Carsten Richter
Heidjer gegen Leichtmatrosen: Golfclub Celle im Duell mit Golfclub St. Pauli Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Garßen

Die Sonne scheint über dem Golfplatz in Garßen, der Duft nach Bratwurst liegt in der Luft. „Reeperbahn-Lümmel“ heißen die Würste, die auf dem Grill am Abschlag von Bahn 14 vor sich hin brutzeln. Im Hintergrund ist ein alter Wohnwagen abgestellt worden. Immer mal wieder kommt ein Spieler zur Zapfanlage und füllt sich ein kühles Bier ab, es werden Matjes-Happen verteilt. Dazu laute Musik. „Ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen“, gibt Udo Lindenberg durch die Lautsprecher zum Besten. Zum Gesang des Panik-Rockers hat Andreas „AC“ Clausen voll aufgedreht. Der Alsterradio-Moderator aus Hamburg weiß schließlich, wie man Stimmung macht. Sieht alles ganz nach einer fröhlichen Grillparty im Grünen aus. Wären da nicht die vielen Trolleys und Caddys.

Der Golfclub St. Pauli war am Pfingstsonntag zu Gast beim Celler Golfclub Herzogstadt. Und was Lindenberg singt, passt gut zur Auffassung der Hamburger, deren Klubhaus ein umgebauter Truck mit 14-Meter-Auflieger ist. Sie machen eben ihr eigenes Ding. „Das ist hier eine ganz lockere Sache“, sagt Clausen, der zum Vorstand der Paulianer gehört. „Ein richtiger Wettkampf geht mit ein paar Bierchen ja auch gar nicht“, ergänzt er lachend.

Auch auf Seiten der Gastgeber war die Laune bestens. „Wer wird deutscher Meister? Ha, Ha, HaEsVau“, sang der Celler Spielführer und Organisator Henning Thiel – und sorgte mit dieser launigen Anspielung auf die Fußball-Bundesliga und die Erzfeinde der Paulianer schon bei der Begrüßung am Vormittag für Stimmung bei den Spielern. „116 Starter waren dabei“, sagte der 66-Jährige, „das ist neuer Rekord“.

Ein bisschen gegolft wurde dann aber doch noch. Und dabei haben die Rotlicht-Spieler gezeigt, dass sie auch das können. 2000 Mitglieder umfasst der Verein aus der Hansestadt und übertrifft den etwa 630 Golfer starken Celler Golfclub Herzogstadt bei weitem. Dennoch zahlte sich der Heimvorteil letztlich aus – Celle gewann mit 17:13. Die heimischen Spieler kennen ihre Bahnen eben. So wie Eberhard Latussek aus Oppershausen. Der 71-Jährige spielt seit 2004 auf dem Platz in Garßen. „Man darf sich nicht zu viel ärgern“, meint der Spieler mit einem Handicap von 15,5. „Und es kommt auf den Schwung an“, sagt Latussek. Drei bis vier Mal pro Woche übt er. Er kennt seine Stärken und Schwächen. „Bei jüngeren Spielern landet der Ball auch oft im Wald. Das ist dann meine Chance“, so der Rentner, der zusammen mit seiner Frau Marita auf die 18-Loch-Runde ging.

„Leger, locker, bunt – wenn St. Pauli zu Besuch kommt, herrscht eine andere Golf-Etikette. Trotzdem ist das ganz großer Sport hier“, so Organisator Thiel.

„Golfen ist ein wunderbarer Ausgleich zum Beruf“, sagt Hartwig Schwabe. Der 46-Jährige und seine Frau gehören zu den Paulianern. Wie viele Mitglieder des Clubs ohne eigenen Golfplatz kommen auch die beiden nicht aus dem Hamburger Kiez-Stadtteil. Ihr Heimatclub ist in Soltau. Die „Golfer von der Sündigen Meile“ werden oft von anderen Clubs zu Wettkämpfen eingeladen. „Dabei lernt man viele Leute kennen und kann miteinander fachsimpeln – das macht für uns den Reiz aus“, sagt Anne Schwabe (42) und lobt. „Die Celler sind total nett und das ist ein toller Platz hier.“

Gegen 18 Uhr gab Celles Spielführer Thiel das Ergebnis bekannt. Zu Ende war die feucht-fröhliche Veranstaltung da aber noch lange nicht.