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Fußball regional In „Randsportart“ zum Gold
Sport Fußball regional In „Randsportart“ zum Gold
15:18 25.08.2010
Von Christopher Menge
Tobias Wöhlk bei der Weltmeisterschaft Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Celle Stadt

Es ist die Geschwindigkeit, die er liebt. Wenn Tobias Wöhlk mit seinem Motorboot über das Wasser rast, ist er voll in seinem Element. Boot und Fahrer verschmelzen im Einklang. Ohne Probleme umkurvt er die Bojen, durchfährt rückwärts das letzte Tor und startet auf seine Speedrunde. Kurz nach der Zieleinfahrt steht fest. Wöhlk war der Schnellste – er ist Weltmeister im Motorbootslalom.

Acht Nationen gingen in Liverpool bei den Weltmeisterschaften im Motorbootslalom an den Start. Neben den Gastgebern und dem deutschen Team hofften Russland, Polen, Tschechien, Slowakei, Portugal sowie der Topfavorit aus Malaysia auf Edelmetall. „In Malaysia ist Motorbootslalom Schulsport“, berichtet Wöhlk von den ungleichen Voraussetzungen unter den Nationen.

Aber das ließ Wöhlk genauso unbeeindruckt wie die Tatsache, dass in England mit Yamaha-Booten und nicht mit den in Deutschland üblichen Suzuki-Booten gefahren wurde. „Das war schon eine große Umstellung“, gibt Wöhlk zu, „die Boote liegen ganz anders im Wasser.“ Der Hohner meisterte die Umstellung aber am besten und kam mit unglaublichen vier Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Mit 16 Jahren war Wöhlk der jüngste Fahrer im Feld der Klasse M 5, in der Fahrer von 16 bis 18 Jahren starten dürfen. Über den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften und über den Nationalkader hatte er sich für die WM qualifiziert.

Dort machte er das Rennen seines Lebens. Und das war nicht alles. Auch mit der Mannschaft holte Wöhlk die Goldmedaille. Deutschland setzte sich erstmals nach jeweils vier Läufen pro Fahrer im Manoevering und Parallelslalom vor der Slowakei und Malaysia durch.

Nach seiner Rückkehr wurde Wöhlk, der gerade eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik begonnen hat, von seinem Arbeitskollegen und seiner Mannschaftskameraden der Fußball B-Jugend des TuS Hohne-Spechtshorn herzlich empfangen. „Alle haben sich mit mir gefreut“, erzählt Wöhlk stolz. Er hofft, dass durch seinen Erfolg die „Randsportart Motorbootslalom“ etwas populärer wird und sich die Trainingsmöglichkeiten verbessern.

Zurzeit kann er nur einmal in der Woche zwei Stunden im Celler Hafen und Sonnabend vormittags mit Sondergenehmigung vor der Oldauer Schleuse trainieren.

Neue Ziele hat er sich auch schon gesetzt. Bei den Deutschen Meisterschaften im September will er auch auf nationaler Ebene ganz oben auf dem Treppchen stehen. „Vorrangig ist aber ein Platz unter den ersten Sechs, um in den Nationalkader zu kommen“, sagt Wöhlk. Schließlich will er auch bei den Weltmeisterschaften 2011 für Furore sorgen.