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Fußball regional Integrationsprojekt Fußballkunstrasen in Wietze
Sport Fußball regional Integrationsprojekt Fußballkunstrasen in Wietze
19:09 29.11.2010
Nicht mehr lange, dann kann auf dem ersten Kunstrasen-Fußballplatz im Kreis Celle trainiert und gespielt werden. - Wietzes Kicker können es kaum erwarten. Quelle: Gert Neumann
Wietze

Noch kann auf dem neuen Schmuckstück des TSV Wietze, aber auch der Allgemeinheit, nicht gespielt werden. Das wird auch noch eine zeitlang so bleiben, denn einem Kunstrasen wird regelmäßig vor dem ersten Betreten eine belastungsfreie Schonfrist verordnet. Damit diese auch eingehalten wird, mahnt ein handgeschriebenes Schild „Betreten verboten“ den voreiligen Gast.

Im Vorfeld des Wietzer Vorzeigeprojektes ist einiges gelaufen, wie es nicht hätte laufen dürfen – was nach dem heutigen Stand der Dinge mehr der Euphorie mit Blick auf das Kommende, denn auf das Notwendige geschuldet ist. Notwendig ist vor jedem Bauvorhaben – egal ob Haus, Garage, gartenumgreifendes Mauerwerk oder eben ein Kunstrasenplatz – ein Bauantrag. Dies natürlich vor Baubeginn. Was inzwischen auch geschehen ist, allerdings halt erst inzwischen...

So kann das „Abenteuer Kunstrasenplatz“ den TSV Wietze teuer zu stehen kommen. Der Fördergeldantrag an den Landkreis beziffert das Gesamtvolumen mit knapp 100000 Euro. Die Gemeinde Wietze, der Kreissportbund und die Regionalstiftung sollen bereits je 19500 Euro bewilligt haben – so besagt es der Antrag an den Landkreis Celle. Knapp 20400 Euro will der Verein durch Eigenkapital und Eigenleistung beisteuern. Die verbleibenden knapp 19500 Euro werden als Zuschuss vom Landkreis erbeten.

Dass dieses Fördergeld ausbleiben könnte, daran wagt bei den TSV-Verantwortlichen niemand zu denken. Schließlich hat der Antrag des Vereins die Hürde Sportausschuss schon genommen, zudem wurde dem Landkreis Celle eine Teilzahlung der Summe vorgeschlagen. Demnach werden 10000 Euro im kommenden Jahr und weitere 9500 Euro im Jahr 2012 erhofft. Ob und wie unterstützende Fördermittel fließen, das hängt nun allein von der Politik ab. Denn noch fehlt das „Ja und Amen“ von Kreisausschuss und Kreistag. Bleibt deren Wohlwollen aus, dann hat der Vorstand des TSV Wietze ein finanzielles Problem.

Auch wenn nicht alle Hürden auf gradem Wege vom Verein angegangen wurden, sollte es doch zu einem glücklichen Ende reichen, denn der Idee des Kunstrasenbaus liegen hehre Gedanken zu Grunde, integrationsfördernde zudem und von der Gemeinde Wietze ausgehend. Die soll den Bau eines Bolzplatzes alter Bauart angedacht haben, um so auch Kinder mit Migrationshintergrund zu erreichen. Getreu dem Motto „Schön, dass ihr einen Bolzplatz bauen wollt. Toll, dass dies in unserer Kinder Nähe geschehen kann, aber bitte keinen Lärm vor unserer Haustür“ war es allerdings schweirig, einen geeigneten Platz nicht zu finden. Da kam der Gemeinde das Angebot des TSV wie gerufen, dies im „Sportpark Wietze“ zu tun. Und so war man bei der Gemeinde auch offen für die Idee eines von Verein und Allgemeinheit gemeinsam zu nutzenden Areals und dem Bau eines ganzjährig bespielbaren Kunstrasens.

Von Gert Neumann