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Fußball regional „Jammern“ auf hohem Niveau
Sport Fußball regional „Jammern“ auf hohem Niveau
21:23 30.09.2018
Von Oliver Schreiber
Hoch das Bein: Eintrachts Valentin von Behr (im Vordergrund links) und Winsens Abdul Rauf versuchen, im Anschluss an eine Ecke an den Ball zu kommen. Quelle: David Borghoff
Celle

Die Aussage von Hilger Wirtz unmittelbar nach Spielschluss dokumentierte die Dominanz des MTV Eintracht Celle in der Fußball-Landesliga treffend: „Wenn du mit einer solchen Leistung ein Spiel so hoch gewinnst, ist das schon ein klares Statement“, kommentierte der MTVE-Cheftrainer den 5:0-Erfolg über den TSV Winsen (Luhe). Den Cellern reichte eine im Vergleich zu den eindrucksvollen Auftritten in den Spielen zuvor eher durchschnittliche Darbietung, um den Aufsteiger deutlich in die Schranken zu weisen.

Die Celler behielten mit dem achten Sieg im achten Spiel weiter ihre blütenweiße Weste. Alles deutet auf einen Zweikampf mit dem TuS Harsefeld um Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg hin. „Was wir mit unserem Mini-Kader abliefern, ist schon beeindruckend. Wir hatten aber bisher auch das Glück, dass wir von Verletzungen weitgehend verschont geblieben sind und unsere Startelf fast nie verändern mussten. Ich hoffe, das bleibt so“, meinte Wirtz.

Gegen die defensiv sehr kompakt auftretenden Gäste war Eintracht von Beginn an haushoch überlegen und hatte gefühlte 80 Prozent Ballbesitz. Allerdings taten sich die Hausherren schwer, das Winser Bollwerk mit zwei tief stehenden Viererketten zu überwinden. In der ersten Halbzeit fehlte den Blau-Weißen die Präzision im Abspiel, technische Fehler sorgten zudem dafür, dass sie wenig Tempo erzeugen konnten. „Wir waren nicht so konzentriert und fokussiert wie zuletzt in Drochtersen“, monierte Wirtz.

Nichtsdestotrotz hatte Eintracht die Partie jederzeit im Griff und hätte auch im ersten Durchgang schon früh in Führung gehen können. In der 6. Minute flankte Valentin von Behr nach einem schönen Angriff über die rechte Seite auf Moussa Doumbouya, dessen Kopfball aber von Keeper und Spielertrainer Henrik Titze zur Ecke abgewehrt wurde. Innerhalb kurzer Zeit hatte Adrian Zöfelt gleich zweimal das 1:0 auf dem Fuß. Einmal rettete Titze mit einer Fußabwehr (23.), beim anderen Versuch lief der quirlige Halbstürmer nach einem Traumpass von Hilger von Elmendorff alleine aufs Tor zu, zog aber von der halblinken Position nach außen statt nach innen und nahm sich so selbst einen idealen Schusswinkel – Chance vertan (25.).

Danach wurde das Celler Spiel zunehmend zähflüssiger und hatte kaum Tiefe. Winsen hatte so immer weniger Probleme, das eigene Tor zu verteidigen. Nach dem Seitenwechsel und einer „Kabinenandacht“ des Coaches änderte sich dies grundlegend. Nach einem Zuckerpass von Tim Struwe tauchte Zöfelt erneut alleine vor Titze auf, sein uneigennütziger Querpass auf Doumbouya war aber zu ungenau (47.).

Eine Standardsituation brach schließlich den Bann. Lars Borchert schlich sich nach einer Ecke von von Elmendorff im Rücken seines Gegenspielers frei und nickte den Ball am langen Pfosten zur Celler Führung ein (52.). Nur zwei Minuten später „wackelte“ Doumbouya nach Vorarbeit von Tim Struwe seinen Winser Widersacher an der Strafraumgrenze aus und schlenzte die Kugel aus dem Stand gekonnt aus 17 Metern mit links in den Winkel.

Dieser Doppelschlag zog den Gästen den Stecker. Die Winser brachen ein, wurden zusehends müder – und Eintracht nutzte die sich nun bietenden Räume gnadenlos. Valentin von Behr scheiterte nach einem Sahnepass von Tim Struwe zunächst noch frei vor dem Winser Gehäuse (66.). In der 73. Minute fiel aber dann die endgültige Entscheidung. Nach einem Foul an den alleine auf das Winser Tor zulaufenden von Elmendorff gab es folgerichtig Elfmeter, den Borchert bombensicher verwandelte.

Nach dem schönsten Angriff des Spiels über den eingewechselten Dennis Runge und Doumbouya erhöhte von Elmendorff auf 4:0 (77.), Zöfelt schraubte das Resultat sogar noch auf 5:0 (77.). Praktisch mit dem Abpfiff hätte Kai-Lennart Schmidt per Kopf fast noch das halbe Dutzend voll gemacht. Das wäre allerdings auch etwas zu viel des Guten gewesen. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns erheblich gesteigert. Wir haben sicherlich nicht unser bestes Spiel gezeigt. Aber wenn man das nach einem 5:0-Sieg sagen kann, ist das Jammern auf hohem Niveau“, sagte Wirtz.

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