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Fußball regional Jetzt muss für VfL Westercelle ein Wunder her
Sport Fußball regional Jetzt muss für VfL Westercelle ein Wunder her
18:55 21.05.2018
Von Heiko Hartung
Quelle: Oliver Knoblich
Westercelle

Doch so schnell gibt sich Güllert nicht geschlagen: „So lange es rechnerisch möglich ist, glauben wir dran“, sagte der VfL-Coach gestern nach der Niederlage in Hagen. Die war im Übrigen sehr unglücklich: Zwar lag Westercelle durch den Treffer von Mirko Franke in der 6. Minute schnell zurück. „Da mussten wir uns ein bisschen schütteln“, so Güllert, dessen Elf ohne Kapitän Daniel Weiß (Muskelfaserriss) antrat. Doch die Schwarzgelben setzten die taktischen Vorgaben der Trainer hervorragend um, standen kompakt, verschoben gut und lauerten auf Konter. Das fruchtete: Ein Freißstoß von Philip Boie brachte den Ausgleich (20.), Linksverteidiger Lars Preißner hämmerte eine Verlängerung von Kai Broschinski aus zwölf Metern volley zur Westerceller Führung in die Maschen des Spitzenreiters (24.). „Die Jungs haben das mit viel Leidenschaft und Willen gespielt“, so Güllert.

Auch nach der Pause war Hagen zwar feldüberlegen, hatte aber keine zwingende Torchance. „Wir spielen grandios, führen nicht unverdient. Und dann kam die ominöse 67. Minute“, berichtet Güllert. Einen langen Ball der Hagener fing VfL-Torwart Jannick Heuer mit den Händen – dabei stand er mit einem Bein außerhalb des Strafraums. Güllert: „Den muss er nur locker wegköpfen, dann ist die Situation vorbei.“ Doch der Keeper entschied sich anders. Die Folge: Rote Karte für Heuer wegen absichtlichen Handspiels und direkter Freistoß. Den verwandelte erneut Franke zum Ausgleich (70.). Der für Stürmer Nils Wittenberg ins Spiel gekommene Ersatzkeeper Philipp Reiche musste gleich in seiner ersten Aktion hinter sich greifen.

In Unterzahl stellte der VfL auf Dreierkette um, warf alles nach vorn. Die Räume nutzte Hagen aber eiskalt und drehte die Partie durch einen Doppelpack von Erik Köhler (75., 88.) endgültig. Das 4:2 fiel dabei nach einem Foulelfmeter: Reiche parierte zuerst, war aber beim Nachschuss machtlos. „Wieder verlieren wir durch einen individuellen Fehler. Hier wäre ein Sieg oder zumindest ein Punkt drin gewesen“, war Güllert niedergeschlagen.

Am Samstag hatte es noch anders ausgesehen. Im Heimspiel gegen Schlusslicht Eintracht Cuxhaven gewann Westercelle durch Tore von Weiß (der sich kurz nach seinem Treffer verletzte), Alexander Laube und Broschinski mit 3:0 und schöpfte nach zuvor zwei Niederlagen Hoffnung im Abstiegskampf. Die bekam gestern den wohl entscheidenden Dämpfer.

Das Ende des Abenteuers Fußball-Oberliga nahmen sie mit einem Schuss Selbstironie. „Vielen Dank für eine lehrreiche Saison“ stand auf einem Plakat, das die Spieler des MTV Eintracht Celle ihren Fans nach dem Abpfiff des letzten Saisonspiels gegen SVG Göttingen 07 als Dank für die Unterstützung präsentierten. In der Tat fanden die Celler „Lehrlinge“ oft ihren Meister – und ließen sich dennoch nicht entmutigen. „Natürlich ist ein Abstieg immer bitter, aber wir wussten ja, was da auf uns zukommt. Wir haben immer wieder gezeigt, dass wir mithalten können, aber unterm Strich fehlte uns vor allem auch die Erfahrung, um in dieser starken Liga mit vielen abgezockten Mannschaften stetig zu punkten“, erklärte Trainer Hilger Wirtz nach dem 3:3 gegen Göttingen zum Abschluss.

Oliver Schreiber 21.05.2018

Martin Cordua schlägt Alarm. „Die Stimmungslage im Celler Jugendfußball hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Es herrscht Misstrauen und überzogenes Konkurrenzdenken. Ein egoistischer Verdrängungswettbewerb ist an die Stelle eines sportlich fairen Wettstreits getreten“, mahnt der Fußball-Jugendleiter des ESV Fortuna Celle. Cordua prangert dabei in erster Linie das „aggressive Abwerben“ von Talenten an, die zu einer Konzentration der Jugendspieler bei einigen wenigen Vereinen führe und die Existenz von Jugendmannschaften in kleineren Klubs gefährde. „Daher rege ich einen runden Tisch an, an dem diese Problematik einmal erörtert wird. Es geht hier nicht darum, einzelne Vereine an den Pranger zu stellen. Sondern darum, eine gemeinsame Linie zu finden“, erläutert Cordua, der zugleich auch Kreisauswahltrainer ist.

Oliver Schreiber 18.05.2018

Für die Fußballer des MTV Eintracht Celle geht das Abenteuer in der Oberliga so zu Ende, wie es begonnen hatte: mit einem Heimspiel gegen die SVG Göttingen 07. Das 0:4 am 19. Juli in der ersten Runde des Niedersachsenpokals war das erste Pflichtspiel in dieser Saison für die Mannschaft von Trainer Hilger Wirtz. Mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen das Tabellenschlusslicht (Samstag, 16 Uhr) möchte sich der ebenfalls bereits feststehende Absteiger von seinen treuen Zuschauern verabschieden – und in der Abschlusstabelle noch etwas nach oben klettern.

Christoph Zimmer 18.05.2018