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Fußball regional Kahle: Eines der wichtigeren Spiele
Sport Fußball regional Kahle: Eines der wichtigeren Spiele
15:49 28.12.2011
Von Jürgen Poestges
Celle Stadt

Beim Gegner brennt der Baum - aber lichterloh. Bei den „Miezen“ von DJK/MJC Trier, dem Tabellenletzten der Handball-Bundesliga Frauen, hat Trainer Thomas Happel hingeschmissen. Grund dafür sind ausstehende Gehaltszahlungen. Von einem Etat-Loch von rund 150.000 Euro ist dazu in Trier die Rede. Und das ein paar Tage, bevor mit dem SVG Celle der Vorletzte kommt. Am Freitag um 19.30 Uhr ist Anpfiff.

„Wenn man auf die Tabelle schaut, besteht bei uns kein Anlass dafür, auf den Gegner zu schauen“, meint SVG-Trainer Martin Kahle. „Ohnehin kann ist schwer zu sagen, was das für Auswirkungen hat.“ Es könne der „Jetzt-erst-recht“-Effekt eintreten. Genauso gut könne sich die Mannschaft aber auch hängenlassen. „Thomas Happel hat die Mannschaft zwei Mal unter schweren Bedingungen zum Klassenerhalt geführt, da besteht also eine enge Verbindung zu den Spielerinnen“, weiß Kahle. „Auf der anderen Seite aber kann ein neuer Trainer auch immer für einen neuen Schub sorgen.“

Letztlich aber müsse man sich bei SVG ohnehin um sich selber kümmern. Die Vorbereitung auf die Partie in Trier war intensiv. „Alle Spielerinnen sich hochkonzentriert und motiviert. Wobei allerdings der Humor nicht auf der Strecke bleiben darf.“ Soll heißen: Die Stimmung ist gut trotz der sechs-wöchigen Punktspiel-Pause. „Es hilft ja nichts. Trier hat zwar den Vorteil des Heimspiels, aber die hatten ja die gleiche Pause wie wir.“

Man werde auf jeden Fall seine Chancen bekommen gegen Trier. „Und dann müssen wir präsent sein.“ Seine Spielerinnen wissen, um was es geht. Wobei der SVG-Coach diese Partie noch nicht als Schicksalsspiel deklarieren will. „Es ist eines von ein paar ganz wichtigen Spielen - für beide Mannschaften im übrigen.“

Allerdings begeht man bei SVG nicht den Fehler, nur auf die 0 Punkte zu schauen. Kahle: „Trier hatte erst zwei Heimspiele. Das eine war gegen den Deutschen Meister aus Erfurt, da haben sie zur Halbzeit sogar geführt. Und das Zweite gegen Leipzig haben sie lediglich mit sechs Treffern unterschied verloren. Wir treffen also durchaus auf einen Gegner, der sich zu Hause gut zu verkaufen weiß.“

Bis auf die langzeitverletzte Mannschaftsführerin Jolanda Robben hat Kahle für dieses wichtige Spiel alle Frauen an Bord. „Die ein oder andere hat noch ein kleines Wehwehchen, aber es ist nichts schwerwiegendes dabei. Ich denke, bis Freitag haben wir sie alle fit.“

Seit dem 2. Weihnachtstag steht das Team wieder im Training. Heute Nachmittag wird noch ein Einheit Taktik-Training absolviert, dann geht die Fahrt los. In Dortmund wird übernachtet, dann fährt der Tross am Mittag Richtung Trier. „Ich hoffe, das wird die Mädels noch ein bisschen mehr zusammenschweißen, wenn wir den Abend vor dem Spiel noch zusammen verbringen“, so Kahle. Und dann hofft er, dass seine Spielerinnen es besser machen als bei der 19:23-Heim-Niederlage gegen Göppingen, wo sie nicht an ihre Normalform herangekommen waren.

Nachgefragt...bei Wencke Meomartino

Die 21-jährige Rückraumspielerin des SVG Celle gehört in dieser Saison noch zu en konstantesten Akteurinnen. Sie fiebert nach der langen Pause dem Spiel in Trier entgegen.

Wencke Meomartino, beim Gegner in Trier hat der Trainer hingeschmissen, die Stimmung ist da alles andere als gut. Wie beeinflusst Sie da sin der Vorbereitung?

Ganz ehrlich: gar nicht. Wir wissen alle, worum es geht. Wir müssen uns auf uns selber konzentrieren, brauchen dringend endlich den ersten Sieg. Da darf es keine Rolle spielen, in welcher Situation der Gegner steckt.

Wie ist denn die Stimmung in der Mannschaft?

Eigentlich ist sie sehr gut. Wir sind ja jetzt seit Montag wieder im Training, und ich habe den Eindruck, dass jeder sehr konzentriert und motiviert bei der Sache ist. Und wir hoffen natürlich, dass wir das da in Trier hinbekommen werden. Es ist höchste Zeit, das wir endlich die ersten Punkte sammeln und endlich mal gewinnen.

Das letzte Punktspiel liegt nun bereits sechs Wochen zurück. Wie stecken sie eine so lange Pause weg?

Das ist schon ganz schön ätzend, wenn es immer nur ins Training geht. Wir haben ja das Turnier in Blomberg gespielt und zur Auflockerung auch das Hallenfußball-Turnier. Aber wir sind schon alle heißt darauf, dass es nun endlich wieder losgeht.