Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional Kalles Heimweh und Heynemanns volle Hosen
Sport Fußball regional Kalles Heimweh und Heynemanns volle Hosen
20:18 25.02.2014
Celle Stadt

An einem Stammtisch fallen für gewöhnlich schon einmal lockere Sprüche, gerne wird auch einmal die ein oder andere nette Anekdote erzählt. Michael Rummenigge machte da keine Ausnahme – beim „1. Celler Fußball-Stammtisch“ im Vereinsheim des MTV Eintracht Celle zog er mit einigen launigen Geschichten die rund 30 Zuhörer in seinen Bann.

Mit am Tisch saßen vom Gastgeber MTVE Christian Schoof als Initiator dieser Veranstaltung sowie Frank Weber, Trainer des Bezirksligisten, und Teammanager Andreas Leihbacher. Auch sie mussten bei der ein oder anderen Geschichte aus dem Leben des ehemaligen Nationalspielers lachen.

Vor allem, als der 50-Jährige von den Anfängen der außergewöhnlichen Karriere seines berühmteren Bruders Karl-Heinz, heute Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, erzählte. Er berichtete über das große Heimweh seines damals 18-jährigen Bruders Kalle nach seinem Wechsel aus Lippstadt in die Weltstadt München zum FC Bayern. „Unsere gesamte Familie hat die Sommerferien in einer Münchener Jugendherberge verbracht, um Kalle zu trösten“, so Michael, der damals zehn Jahre alt war, schmunzelnd.

Moderator Schoof entlockte Rummenigge, der mit seiner Fußballschule 2012 bereits beim MTVE gastierte, aber auch einige Storys aus seiner Karriere, die mit 309 Bundesliga-Spielen für Bayern und Borussia Dortmund (80 Tore) sowie jeweils drei Meistertiteln und Pokalsiegen überaus erfolgreich war. Zum Beispiel über die Angst des Magdeburger Schiedsrichters Bernd Heynemann, als der kurz nach der Wende sein erstes Spiel in der „Hölle Westfalenstadion“ in Dortmund leitete. Rummenigge beruhigte ihn. „Wir stehen das gemeinsam durch“, sagte der damalige BVB-Star schnippisch zum damals noch unerfahrenen Referee, der vor dieser Party angesichts der fanatischen Dortmunder Fans „die Hosen voll“ hatte.

Der gelernte Bankkaufmann ließ seine Karriere in Japan bei den Urawa Red Diamonds ausklingen. Zwei Jahre lang habe er sich dort „nur mit Händen und Füßen“ verständigen können, berichtet der dreifache Familienvater, der auch seinen eigenen Werdegang vom Jugendspieler von Borussia Lippstadt bis zum Star beim großen FC Bayern schilderte und da vor allem die jüngeren Zuhörer hellhörig werden ließ.

Er gab den Jugendtrainern auch gleich Tipps. „Beim Jugendtraining muss der Ball immer im Mittelpunkt stehen. Konditions- oder Krafteinheiten sind nicht zielführend“, so Rummenigge, der seit 2012 auch Bayerns Nationalspieler Jerome Boateng berät. „Wir haben Jerome ein neues Image verpasst“, meint Rummenigge.

Sein eigenes Image muss er nicht verändern. „Ein netter, bodenständiger Typ“, befand MTVE-Torwartlegende Jan-Dirk Beeck – stellvertretend für alle Celler Stammtischbrüder und -schwestern...

Von Jens Tjaden und Oliver Schreiber