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Fußball regional „Kampf bis zum Umfallen“
Sport Fußball regional „Kampf bis zum Umfallen“
12:27 05.11.2010
Von Oliver Schreiber
Bröckel

In den Amtsstuben der Stadt Celle wurden unter der Woche einige Frotzeleien ausgetauscht. Bernd Schäfer, Trainer von Fußball-Bezirksligist TuS Bröckel, und Frank Weber, Coach des MTV Eintracht Celle, sind beide dort tätig und sendeten vor dem direkten Aufeinandertreffen ihrer beiden Teams heute um 14.30 Uhr in Bröckel die ein oder andere „Botschaft“ in Richtung des Kollegen. Natürlich immer mit einem Augenzwinkern. „Wir hoffen auf ein faires Spiel“, erklärten beide unisono.

Im Derby steht für den Gastgeber sicherlich mehr auf dem Spiel als für die Gäste. Das Schlusslicht aus Bröckel muss Punkte sammeln, um den Anschluss an die Nichtabstiegsregion nicht zu verlieren. Der MTVE kann es als Tabellenachter hingegen wesentlich gelassener angehen. „Bröckel steht unter einem größeren Druck als wir. Aber wir wollen natürlich keine Geschenke verteilen und das Spiel gewinnen. Das sind wir allein unseren Fans, die uns nach Bröckel begleiten, schuldig“, erklärt Weber.

Ihren Fans einiges schuldig geblieben sind bisher die Bröckeler – zumindest in Bezug auf die Punktausbeute. Immerhin holte die Schäfer-„Herde“ in der Vorwoche einen 0:2-Rückstand beim VfL Westercelle auf und verbuchte den ersten Zähler nach zuvor sechs Pleiten in Serie. Auch beim letzten Heimspiel gegen den FC Firat Bergen zeigten die Blau-Weißen trotz der 1:2-Niederlage aufsteigende Tendenz. Und: Den letzten Sieg feierte Bröckel auch in einem Kreisduell – 2:1 gegen den SSV Südwinsen.

„Wir haben uns in den letzten Spielen gesteigert und der späte Ausgleich gegen Westercelle war sicherlich wichtig für das Selbstvertrauen. Aber wenn wir gegen Eintracht zumindest einen Punkt holen wollen, müssen wir weniger Fehler vor allem in der Rückwärtsbewegung machen“, meint Schäfer.

Seine Sorgen sind nicht geringer geworden. Mit Christian Jungmichel, der sich in Westercelle erneut einen Mittelfußbruch zuzog, ist ihm ein weiterer Eckpfeiler weggebrochen. Hinter den Einsätzen von Timo Klingenspor, Nico Rühmkorf und Jan Schultz stehen dicke Fragezeichen. Schäfer hat reagiert und versucht, bewährte Kräfte zu reaktivieren.

„Ich habe mit charakterstarken Spielern wie Markus Jungmichel, Sebastian Kasus oder Sebastian Krüger gesprochen, die eigentlich ihre Fußballstiefel aus diversen Gründen an den Nagel gehängt haben. Ich hoffe, sie unterstützen uns, die Resonanz war positiv. Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln“, so Schäfer, der den spielstarken Cellern mit seiner Truppe Leidenschaft und „Kampf bis zum Umfallen“ entgegensetzen will.

Darauf ist Eintracht eingestellt. „Wir kennen die Bröckeler Tugenden und müssen dagegenhalten. Sonst gibt es ein böses Erwachen. Wir haben uns gegen Bröckel meist schwergetan, in der letzten Saison sogar trotz Überzahl 0:1 verloren. Das soll uns nicht wieder passieren. Jeder erwartet einen Sieg von uns – und wir selbst natürlich auch“, sagt Weber, der auf Simon Lukas verzichten muss. Dafür hat Mittelfeld-Stratege Kai Meyer das Training wieder aufgenommen, ein Einsatz kommt aber noch zu früh.

Beide Trainer erwarten ein enges, umkämpftes Spiel. Eines ist sicher: Am Montag wird in den Amtsstuben der Stadt Celle der ein oder andere ironische Kommentar fallen …