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Fußball regional Letztes Spiel für TuS Celle FC: Eike Mach beendet Karriere
Sport Fußball regional Letztes Spiel für TuS Celle FC: Eike Mach beendet Karriere
16:47 25.05.2014
Von Heiko Hartung
Mund abputzen und weiter machen: So kennen die - Fans des TuS Celle FC ihren Torwart Eike Mach. Das Foto links zeigt einen Ausschnitt des Mannschaftsfotos von Machs erster Saison bei den TuS-Herren im Jahr 1986 (Mitte, zwischen Lindhorst und Kruschewski). Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Ist es diesmal wirklich das letzte Mal? Wenn Eike Mach ankündigt, sein letztes Spiel für den TuS Celle FC zu bestreiten, dann sind leise Zweifel angebracht. Denn der jüngste Rücktritt vom Rücktritt ist bei der Torwart-Legende kaum ein Jahr her. Schon nach der vergangenen Saison wollte das TuS-Urgestein die Handschuhe an den Nagel hängen – und kam in dieser Spielzeit doch noch einmal auf sieben Oberliga-Partien.

Doch an diesem Sonnabend zum Abschluss im vorverlegten Heimspiel (Anpfiff: 16 Uhr) gegen die SpVgg Drochtersen/Assel soll es definitiv der letzte Einsatz „im Kasten“ für den 45-Jährigen sein, der offiziell die Nummer zwei der Celler hinter Tjark Klindworth ist. „Ja, ich gebe mein Abschiedsspiel in der Oberliga. Das ist seit langem mit dem Trainer besprochen“, bestätigt Mach.

In die Partie gehe er „mit gemischten Gefühlen“. Einerseits habe er „ein Scheiß-Gefühl, weil unser Abstieg längst feststeht“. Auf der anderen Seite freue er sich, einen offiziellen Schlussstrich unter seine lange Torhüter-Karriere ziehen zu können. Und zwar an dem Ort, der seit Jahrzehnten sein zweites Zuhause ist: zwischen den Pfosten des Günther-Volker-Stadions.

Als C-Jugendlicher aus Altencelle zum TuS gekommen, absolvierte Mach mit 17 Jahren sein erstes Spiel für die 1. Herren der Blaugelben am 10. August 1986 in der Landesliga Ost. Spielertrainer war damals Uwe Hicksch. „Ich war noch im ersten A-Jugend-Jahr und brauchte eine Sondergenehmigung“, erinnert sich Mach. Schnell etablierte sich der blonde Jüngling im Team und erlebte bis Anfang der 90er Jahre unter Trainer Jürgen Rynio zwei Aufstiege bis in die Oberliga Nord – damals die dritthöchste Liga.

Nach einigen „Wanderjahren“, in denen Mach für Göttingen 05, Kickers Emden und den SV Wilhelmshaven spielte, kehrte er 2001 nach einem Kurzauftritt beim TSV Wietze zu seiner „alten Liebe“ zurück – gerade rechtzeitig zu einer wahren Chaos-Saison, in der die Celler fünf Trainer – von Uli Stein bis Rainer Lamaack – verschlissen. Eine Anekdote blieb von damals hängen: In Schüttorf wurde Mach ausgewechselt und zeigte seinem Trainer Uwe Ronge daraufhin einen Vogel.

Nach der Spielzeit machte Mach auch gleich wieder den Abflug zu den Sportfreunden Ricklingen, kehrte aber schon ein Jahr später wieder. Seit über zehn Jahren ist Mach dem TuS seitdem treu geblieben. Die beiden jüngsten Aufstiege vor drei und zwei Jahren bezeichnet Mach als „Höhepunkte, die mir genauso viel wert sind, wie die goldenen Zeiten unter Jürgen Rynio und Manager Franz Gerber“.

Wenn heute beim Verlesen der Aufstellung der Name Eike Mach durchs Stadionrund hallt, wird es das 491. Meisterschaftsspiel (inklusive Relegationspartien) sein, in dem Mach für den TuS Celle das Tor hütet. „Ich glaube, damit dürfte ich alleiniger Rekordspieler sein“, merkt Mach mit einem Grinsen an. Sogar ein Tor soll er mal geschossen haben. Irgendwann zwischen 1986 und 1991 – an Genaueres kann sich niemand mehr erinnern.

„Der Verein weiß, was er Eike Mach zu verdanken hat“, sagt der Sportliche Leiter Jörg Klindworth. „Er hat mit seiner Art und seinem fußballerischen Können etliche Celler Spielergenerationen geprägt.“ Und weil man ihn nicht missen mag an der Nienburger Straße, soll Mach in Zukunft Torwarttrainer der 1. Herren und der U19 werden und sich bei Bedarf noch weiterer junger Torwart-Talente des Klubs annehmen. „Der Vertrag ist zwar noch nicht unterschrieben, aber über die Modalitäten sind wir uns einig“, so Mach.

Und auf die erneute Nachfrage, ob nun wirklich, endgültig und unumkehrbar Schluss sei für den „Mann mit den Handschuhen“, muss Mach doch wieder grinsen. „Ich bin fit. Wenn nächste Saison die ersten beiden Torhüter mal ausfallen sollten, kann man mich als Notnagel bestimmt ins Tor stellen“