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Fußball regional Lob und klare Regeln sind Schlüssel zum Erfolg
Sport Fußball regional Lob und klare Regeln sind Schlüssel zum Erfolg
10:36 16.09.2013
Das Fußball-Team, das von Silvia Heger- - Gärtner und Marina John betreut wird, - ist stolz auf seine Trikots.   Quelle: Karin Dröse
Nienhagen

Dass die Beinchen geschient sind, sieht man unter den Stutzen nicht sofort. Und weil der kleinste Fußballspieler des Handicap-Teams für Kinder und Jugendliche nicht so schnell laufen kann, bekommt er beim Fußballspiel eine gute Position.

Die Trainerinnen Silvia Heger-Gärtner und Marina John bauen die kleine Schwäche geschickt ein: „Sie sollen lernen, den Ball abzuspielen. Deshalb gilt die Regel, dass man den Ball dreimal einem Mitspieler zuspielen muss, bevor der kleine Stürmer aufs Tor schießen darf.“ Die beiden Frauen im schwarz-gelben Trikot achten darauf, dass sich alle daran halten. Jeder Treffer wird gelobt, genauso wie gute Schüsse, die nicht ins Ziel führen.

Anerkennung gibt es auf dem Fußballplatz häufig, wenn Logopädin Silvia Heger-Schäfer und Fußballtrainerin Marina John die Kinder zum geschickten Umgang mit dem Ball anleiten. Wie bei den Profis müssen Hütchen mit dem Ball umrundet werden. Geschick und Bewegung kommen dann zusammen. Für Kinder mit Behinderung ist das oft eine Herausforderung, der sie sich gerne stellen.

Auch Kinder mit Handicap müssen einige wichtige Fußballregeln lernen und anwenden. Und sie müssen sich in die Gruppe einfinden. Das kann manchmal etwas dauern: „Ein Spieler hat oft vor der Hallentür gewartet, weil es ihm schwer fiel, sich in der Gruppe zurechtzufinden“, erzählt Silvia Heger-Gärtner. Inzwischen hat er es gelernt und ist mit Begeisterung dabei, wenn freitags gekickt wird.

Fußball ist Teamsport, das gilt auch für Väter. Die übernehmen häufig die Position des Torwartes, damit sich der Nachwuchs auf das wirklich Wichtige beim Fußballspiel konzentrieren kann: das Toreschießen. Und wenn das eigene Team einmal mit 3:2 unterliegt, nehmen es Väter und Söhne sportlich: Verlieren gehört dazu.

Für Silvia Heger-Gärtner, die den Handicapsport für Kids ins Leben gerufen hat, ist das Angebot im Fußball, Judo und Schwimmen wichtig. „In normalen Mannschaften haben Kinder mit Einschränkungen kaum eine Chance, und dabei kicken sie genauso gerne wie ihre Altersgenossen ohne Handicap.“ Und: Sport ist ein wichtiger Beitrag dazu, Gleichaltrige im Dorf kennenzulernen, denn ihre Schützlinge besuchen oft unterschiedliche Schulen und haben deshalb kaum Freunde vor Ort. Beim Fußball können sie Freundschaften schließen.

Karin Dröse

Von Droese Karin