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Fußball regional MTV Eintracht Celle erkämpft sich in Unterzahl ein 1:1 gegen Heeslingen
Sport Fußball regional MTV Eintracht Celle erkämpft sich in Unterzahl ein 1:1 gegen Heeslingen
19:55 17.09.2017
Von Christoph Zimmer
Ball und Gegner fest im Blick: Björn Lohmann sorgte im defensiven Mittelfeld von Eintracht Celle (hier im Duell mit Heeslingens Gustav Balzer) für Ordnung. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Hilger Wirtz fiel die Einordnung des Unentschiedens etwas leichter. „Wir haben uns den Punkt absolut verdient. Für den Kopf ist der eine Zähler sehr wichtig“, sagte der Trainer des Oberligisten bei der anschließenden Pressekonferenz im Klubheim an der Nienburger Straße. Nach der bitteren Niederlage am vergangenen Wochenende in Wunstorf, als seine Mannschaft eine Führung in der Schlussphase aus der Hand gab und die Partie verlor, „war es wichtig, dass wir nicht wieder als Verlierer vom Platz gegangen sind“.

Das wäre auch höchst unverdient gewesen. In der ersten Halbzeit hatte Heeslingen zwar mehr vom Spiel, aber Celle ließ den Gästen wenig Raum und kaum Torchancen zu. Nach der Pause erhöhten die Gastgeber den Druck. Valentin von Behr und Marvin Janke verpassten zunächst die Führung (52.). Wenig später machte es Runge besser. Nach einer Flanke von Yannik Ehlers von der linken Seite verlängerte Janke den Ball mit dem Kopf auf den Stürmer, von dessen Bein der Ball abprallte und am genauso überraschten Arne Exner im Tor der Gäste vorbei ins Netz kullerte (55.). „Eine super Vorarbeit. Aber am Ende war da auch Glück dabei“, sagte Runge. So verdient wie die Führung zu diesem Zeitpunkt war, so überraschend war auch der Ausgleich. Nach einer Ecke von Sebastian Sautner, die die ansonsten vielbeinige Abwehr der Celler um den erneut starken Malte Marquardt in der Innenverteidigung nicht entscheidend klären konnte, erzielte Oliver Warnke aus der Drehung das 1:1 (60.).

In der Schlussphase drohte das Spiel eine andere Wendung zu nehmen, nachdem Stech wegen eines Zupfers am Trikot von Kevin Rehling mit Gelbrot vom Platz musste. „Vielleicht hätte er in dieser Situation wegbleiben sollen“, sagte Wirtz und nahm seinen Spieler in Schutz. „Er ist noch sehr jung. Das kann passieren. Ich mache ihm da keinen Vorwurf.“ Den musste sich seine Mannschaft nach der starken Schlussphase in Unterzahl auch nicht machen lassen. Mit einem Spieler weniger ließ Celle hinten wenig zu. Und vorne setzten die Gastgeber immer wieder gefährliche Nadelstiche, auch wenn sie in den entscheidenden Momenten am falschen Ort waren. „Wir wussten, dass wir uns gegen diesen Gegner richtig strecken mussten. Das haben wir eindrucksvoll getan“, sagte Wirtz. „Wichtig ist, dass wir den Anschluss an die Plätze vor uns gehalten haben“, sagte Runge, der nach dem Platzverweis im defensiven Mittelfeld die Räume verdichtete.

Nach dem Spiel konnte auch Pascal Kubiak wieder lächeln. In der ersten Halbzeit hatte er sich bei einem Sprint verletzt und musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Es wäre bereits der dritte in eineinhalb Jahren in dem rechten hinteren Oberschenkel für ihn. „Es hat plötzlich laut geknallt“, sagte der Mittelfeldspieler, der bis dahin zu den auffälligsten Akteuren seiner Mannschaft gehörte. Kubiak rechnet mit einer Pause von rund vier Wochen. „Natürlich ist es extrem bitter, dass ich bei der ohnehin angespannten Personalsituation ausfalle.“ Andererseits hat die Mannschaft gegen Heeslingen bewiesen, dass sie auch die urlaubsbedingten Abwesenheiten von Tim Struwe und Adrian Zöfelt sehr gut kompensieren kann.