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Fußball regional MTV Eintracht Celle nutzt Steilvorlage nicht - TuS FC hilft nur noch ein Wunder
Sport Fußball regional MTV Eintracht Celle nutzt Steilvorlage nicht - TuS FC hilft nur noch ein Wunder
10:01 18.04.2016
Von Oliver Schreiber
Celle Stadt

„Wir haben die Steilvorlage nicht genutzt. Die Jungs hatten sich viel vorgenommen, sind dann aber verkrampft. Das war auch Kopfsache, so langsam kommen die Nerven ins Spiel“, meinte MTVE-Coach Frank Weber nach dem 0:1 in der Bezirkshauptstadt. Binnen zwei Minuten gerieten die Celler auf die Verliererstraße. In der 42. Minute foulte Henry Struwe Haris Brkic an der Strafraumgrenze – Schiedsrichter Nikolas Wilckens zeigte auf den Elfmeterpunkt. „98 von 100 Leuten auf dem Sportplatz haben das Foul außerhalb des Sechzehners gesehen. Bitter für uns“, zürnte Weber.

Es wurde sogar noch bitterer. Der Gefoulte verwandelte den Strafstoß selbst. Und eine Minute später flog Malte Marquardt – bestimmt nicht für rüde Attacken bekannt – nach grobem Foulspiel in Höhe der Mittellinie mit Roter Karte vom Platz. „Das war eher unglücklich. Malte will klären und rutscht selbst mit dem linken Bein aus und rauscht so in den Gegner. Das war leider direkt vor der Trainerbank der Lüneburger, die natürlich ordentlich Theater gemacht haben. Diese Emotionen haben den Schiri wohl dazu bewegt, Rot zu zeigen. Für mich war das übertrieben“, schildert Weber die Szene.

Trotz Unterzahl stemmte sich die Celler Eintracht nach dem Seitenwechsel gegen die Niederlage, hatte aber kaum Durchschlagskraft und Glück, dass der SVE seine Konterchancen nicht nutzte und die Partie frühzeitig entschied. „Die Jungs haben alles versucht, aber in der Offensive war das insgesamt zu wenig, wir sind nicht in die gefährlichen Räume gekommen. Und dann verlierst du halt auch nicht unverdient. Diese Niederlage wirft uns nicht um, aber wir müssen daraus unsere Lehren ziehen und lernen, mit dem Druck umzugehen“, erklärte Weber.

Der MTVE klagt nach der Pleite immer noch auf hohem Niveau – nämlich von der Tabellenspitze aus. Ganz anders sieht es beim TuS FC aus. Nach dem 1:4 gegen den Rotenburger SV, dem Heimatclub des neuen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel, müssen die Blau-Gelben wohl vier der letzten fünf Spiele gewinnen, um noch eine realistische Chance zu haben, dem Abstieg zu entgehen. „Keine Frage, wir müssen jetzt schon fast alles gewinnen. Aber wir werden alles geben und so lange um unsere kleine Chance kämpfen, bis auch rechnerisch nichts mehr möglich ist“, sagte Trainer und Geschäftsführer Sandy Peter Röhrbein.

Die Celler wurden von den Rotenburgern, die trotz Aufstiegschancen keine Lizenz für die Oberliga beantragt haben, nach dem 1:1 zur Pause in der zweiten Halbzeit klassisch ausgekontert. Alle drei Gegentreffer fielen fast nach selbem Muster, Matchwinner für den RSV war der dreifache Torschütze Jannis Niestädt. In der Offensive hatte TuS viele gute Aktionen – zum Beispiel beim Ausgleich durch Oguzhan Cay nach Vorarbeit von Kemal Yavuz und Steven Neumann (38.). Frederik Deda hatte kurz darauf das 2:1 auf dem Fuß, scheiterte aber.

Zu allem Überfluss zog sich Yavuz auch noch eine schwere Knieverletzung zu, für den zuletzt starken Mittelfeld-Sechser ist die Saison wohl beendet. „Das trifft uns hart, dass hat man auch schon gegen Rotenburg gesehen. Wir werden unseren Weg unbeirrt weitergehen und einen Neuanfang starten. Natürlich lieber in der Landesliga als in der Bezirksliga“, so Röhrbein.