Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Fußball regional MTV Eintracht Celle schlägt Treubund Lüneburg mit 4:1
Sport Fußball regional MTV Eintracht Celle schlägt Treubund Lüneburg mit 4:1
17:53 10.04.2016
Von Christoph Zimmer
Quelle: Benjamin Westhoff
Celle

Hilger Wirtz wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nach dem Schlusspfiff nahm der Trainer von MTV Eintracht Celle zwar jeden seiner Spieler noch im Mittelkreis in den Arm, aber Kirill Weber herzte er an diesem frühlingshaften Samstagnachmittag besonders. Dabei waren nicht nur die drei Tore des Stürmers beim leichtfüßigen 4:1 (3:1) des Spitzenreiters vor rund 200 Zuschauern im Sportpark an der Nienburger Straße gegen Treubund Lüneburg besonders erwähnenswert. Spektakulär an diesem Heimsieg vor allem die Selbstverständlichkeit, mit der der Tabellenführer ihn erzielte und seine Ambitionen auf den Aufstieg in die Oberliga untermauerte.

Streng genommen war die Führung von Weber aber alles anders als selbstverständlich, ein Kopfball ohne Druck als Aufsetzer fast von der Strafraumgrenze, den sich Lüneburgs Torwart am Ende eher selbst ins Netz streichelte (13.). „Da hatten wir etwas Glück“, gab Wirtz hinterher zu. Aber wie die Mannschaft anschließend nachsetzte, voller Entschlossenheit und mit dem Selbstbewusstsein des Tabellenführers, hatte mit Glück wenig zu tun. Ganz im Gegenteil. „In dieser Phase haben wir immer wieder zweite Bälle erobert und schnell und sauber in die Spitze gespielt“, befand Wirtz zurecht. Kurz nach der Führung setzte Kapitän Björn Lohmann den aufgerückten Lars Lutschewitz mit einem dieser gewonnenen Bälle auf der rechten Seite in Szene. Geschickt spielte der Innenverteidiger den Ball im Rücken der Verteidigung in die Mitte, wo Weber diesmal nicht die Hilfe des gegnerischen Torwarts benötigte (15.).

Auch der nächste Treffer war die logische Konsequenz der fußballerischen Überlegenheit der Gastgeber. Jonas Kühn war auf dem Weg zum Tor nur mit einem Foul zu stoppen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Lutschewitz unaufgeregt zur frühen Entscheidung (19.). In nur sechs Minuten nahmen die Gastgeber den Lüneburgern jede Hoffnung auf einen Punktgewinn im Abstiegskampf.

Und die Gäste? Abgesehen von zwei Möglichkeiten von Dennis Hüls, die Ballfänger Christof Rienass in der Anfangsphase glänzend entschärfte, blieb Lüneburg in der gesamten Spielzeit erschreckend blass. Zwar gelang dem Abstiegskandidaten kurz vor der Pause durch Sören Titze noch ein Treffer (40.). Aber auch danach traten die Gäste kaum erwähnenswert in Erscheinung. Das hatten sie vor allem Malte Marquart zu verdanken, der für Celle in der Raute im defensiven Mittelfeld die Wirkungskreise des Offensivspiels durch entschlossene Zweikämpfe und gutes Stellungsspiel immer wieder geschickt unterband. In einer weitgehend ereignislosen zweiten Halbzeit sorgte Weber dann kurz vor Schluss für den Endstand (88.).

Den einzigen Vorwurf, den man der Mannschaft an diesen Nachmittag machen konnte, war der, dass es am Ende bei den vier Toren blieb. Das sah auch Wirtz so. „Wir sind nach der Pause nicht so oft zum Abschluss gekommen“, sagte der Trainer. „Die entscheidenden Pässe kamen nicht an.“ Aber auch das konnte er angesichts der gefestigten Tabellenführung verschmerzen.

Neben dem Heimsieg blieb Wirtz die Erkenntnis, dass seine Mannschaft auch die Ausfälle der beiden Taktgeber im zentralen Mittelfeld (Hilger Wirtz und Engin Cavildak fehlten) kurzfristig auffangen kann. „Das gibt uns ein gutes Gefühl“, sagte Wirtz mit Blick auf die anstehenden entscheidenden Spiele im Kampf um den Aufstieg.