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Fußball regional MTV Eintracht Celle sendet Lebenszeichen im Abstiegskampf
Sport Fußball regional MTV Eintracht Celle sendet Lebenszeichen im Abstiegskampf
18:02 19.11.2017
Von Oliver Schreiber
Celles Tim Struwe (links) – hier im Duell mit Göttingens Jan-Niklas Linde – zeigte im defensiven Mittelfeld erneut eine starke Leistung. Quelle: Hubert Jelinek
Göttingen

GÖTTINGEN. „Natürlich ist uns da allen ein Stein vom Herzen gefallen. Der Druck war schon groß, weil wir dieses Spiel unbedingt gewinnen mussten. Großes Kompliment an die Jungs, wie sie mit dieser Situation umgegangen sind. Der Sieg war hoch verdient, wir waren in allen Belangen die bessere Mannschaft“, resümierte Co-Trainer Frank Steinkuhl. Durch diesen Dreier ist das rettende Ufer nun zumindest wieder in Sichtweite. „Wir müssen in den beiden noch ausstehenenden Spielen vor der Winterpause jetzt nachlegen“, fordert Steinkuhl mit Blick auf die Partien bei Arminia Hannover und gegen Atlas Delmenhorst.

Chefcoach Hilger Wirtz und Steinkuhl setzten wie bereits zuletzt bei der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den SC Spelle-Venhaus auf eine Dreier-Abwehrkette mit Christopher Nachtwey im Zentrum. Dies verlieh den Cellern auf ungewohntem Kunstrasen zusätzliche Stabilität. Eintracht kontrollierte das Geschehen und erspielte sich eine Reihe an guten Torchancen. „Das einzige, was man den Jungs vorwerfen kann, ist die mangelnde Chancenauswertung. Wir hätten hier viel früher den Sack zumachen müssen, waren im Abschluss aber nicht konsequent genug oder beim finalen Pass zu unpräzise. Zum Glück sind wir dafür nicht bestraft worden“, meinte Steinkuhl.

Dies lag daran, dass Keeper Christof „Otto“ Rienass bei seinem ersten Einsatz von Beginn an nach langer Verletzungspause seinen Kasten sauber hielt. Kurz vor Schluss war er bei einem Freistoß auf dem Posten, zudem rettete er gegen den eingewechselten Göttinger Torjäger Lucas Duymelinck in höchster Not. „Otto hat sehr souverän gewirkt, obwohl er längst noch nicht wieder bei 100 Prozent ist“, lobte Steinkuhl.

Ein anderer Rekonvaleszent avancierte zum Matchwinner. Hilger von Elmendorff, der wie Rienass an einer schmerzhaften und langwierigen Schambeinverletzung litt, erzielte in der 19. Minute das Tor des Tages. Nach einer schönen Kombination über die linke Seite flankte der stark formverbesserte Yannik Ehlers mustergültig in den Strafraum, von Elmendorff lief mit Schwung Richtung Ball und köpfte ihn in die Maschen. „Das war ein schönes Tor, sowohl in der Vorbereitung als auch in der Vollendung“, befand Steinkuhl.

Die Göttinger spielten ihrerseits wie ein Absteiger. Kein Mumm, kein Elan – von spielerischen Akzenten ganz zu schweigen. Der MTVE hingegen wirkte sehr präsent, zweikampfstark und trotz der Pleitenserie auch selbstbewusster. Allerdings versäumten es die Gäste mehrfach, den schwachen Hausherren endgültig den K.o. zu versetzen. Allein Adrian Zöfelt hätte zwei, drei Tore erzielen können, auch von Elmendorff und Marvin Janke ließen gute Einschussmöglichkeiten aus. So blieb die Partie bis zum Schluss spannend – und Eintracht musste um den Sieg zittern. Die Erleichterung war nach dem Abpfiff um so größer. „Die Jungs haben wirklich alles rausgehauen und sich endlich mal wieder für ihren Einsatz belohnt. Es wäre schon bitter gewesen, wenn wir hier nur einen Punkt geholt hätten“, erklärte Steinkuhl. Doch so gab es bei den Cellern allseits sonnige Gemüter – auch dank der zwei Rekonvaleszenten, die nach langer Leidenszeit Erfolgserlebnisse feierten. Irgendwie passend zur Situation der Eintracht.